Panasonic: 10-Mikrometer-Graphitfolie als Kühler für Smartphones
Von bisher 17 Mikrometer Dicke hat Panasonic seine Wärmeleitfolien nun auf 10 Mikrometer gebracht, wie Semiaccurate(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Das Material heißt "pyrolitic graphite sheet" (PGS), was sich als molekular hoch ausgerichtete Graphitfolie übersetzen lässt.
Graphit ist einer der besten Wärmeleiter, was im Schulunterricht oft mit einem Bleistift demonstriert wird: Eine Wärmequelle an dessen Spitze führt nach weniger als zwei Sekunden zur Erwärmung am anderen Ende. Das sollte man aber nur mit moderater Hitze, nicht etwa einem Feuerzeug ausprobieren.
Bei PGS kommt dazu, dass die Molekularstruktur sehr homogen ist, was die Wärmeleitfähigkeit noch erhöht. In der neuen Generation kommt PGS nahe an Diamanten heran, welche die besten bekannten Wärmeleiter sind. Wie Graphit bestehen Diamanten aus Kohlenstoff, ihre Gitterstruktur ist jedoch fast vollständig gleichmäßig – unter anderem deswegen sind Diamanten durchsichtig und Graphit nicht.
Für die Leitfähigkeit wird ein Wert von Watt pro Meter angegeben, in der Bauwirtschaft auch als K-Wert bekannt. Diamant erreicht einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 2.000 W/m, PGS mit 10 Mikrometern Dicke kommt sehr nahe daran und liegt bei 1.900 W/m. Zum Vergleich: Kupfer, das bei PC-Kühlern oft eingesetzt wird, kommt nur auf knapp 400 W/m.
Bei Smartphones und anderen mobilen Geräten schlägt Panasonic vor, mit zwei PGS-Folien die Wärme von SoC und Akku an das Gehäuse weiterzuleiten. Damit könnten Vorder- und Rückseite des Gerätes die Hitze dann an die Umgebung abstrahlen. Das Unternehmen bietet das Material bereits auf seinen Webseiten an(öffnet im neuen Fenster). Welche Hersteller es in der neuen Version einsetzen wollen, gab Panasonic noch nicht bekannt.