Panama Papers: IT-Experte von Mossack Fonseca verhaftet

Ist er John Doe? Ein IT-Mitarbeiter der Kanzlei Mossack Fonseca wurde in der Schweiz verhaftet. Ihm wird die massenhafte Weitergabe geheimer Informationen vorgeworfen.

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Die Panama Papers haben weltweit für Aufregung gesorgt.
Die Panama Papers haben weltweit für Aufregung gesorgt. (Bild: Christoph Stache/Getty Images)

Ein Mitarbeiter der umstrittenen Kanzlei Mossack Fonseca ist in der Schweiz verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, zahlreiche vertrauliche Daten weitergegeben zu haben. Die Schweizer Zeitung Le Temps hatte zuerst über die Verhaftung berichtet.

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Der beschuldigte Mitarbeiter weist die Vorwürfe von sich, er sei nicht der gesuchte Informant, der sich der Süddeutschen Zeitung mit dem Namen "Jon Doe" anvertraut habe. Der Verhaftete soll für die Wartung der Rechnernetze von Mossack Fonseca zuständig sein. Der Journalist Bastian Obermayer, der die Papiere für die Süddeutsche Zeitung ausgewertete hatte, schrieb auf Twitter, dass er nicht davon ausgehe, dass es sich bei dem Mann um die Quelle handelt.

Die aus Panama stammende und international operierende Kanzlei Mossack Fonseca vermittelt gegen Gebühr Briefkastenfirmen, die von den Kunden zur Steuerhinterziehung oder zur Verschleierung von Vermögenswerten genutzt werden können. Medienberichten zufolge sind unter den Kunden der Kanzlei zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft zu finden.

Innentätertheorie ist fragwürdig

Ob die Daten aber tatsächlich, wie von der Staatsanwaltschaft offenbar vermutet, von einem Insider an die Medien weitergegeben wurden, ist fragwürdig. Kurz nach den Veröffentlichungen gab es Berichte, denen zufolge die IT-Sicherheit bei der Kanzlei recht nachrangig behandelt wurde.

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So benutzte das Unternehmen zum Zugriff auf die internen E-Mails eine veraltete Version von Outlook Web Access aus dem Jahr 2009, die seit 2013 nicht mehr mit Updates versorgt wurde. Eine PGP-Verschlüsselung der E-Mails fand ebenso wenig statt wie eine Transportverschlüsselung mit TLS, wie Christopher Soghoian von der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU schreibt. Auch das auf Drupal basierende Kundenportal hatte zahlreiche Sicherheitslücken.

Die Veröffentlichungen hatten unter anderem zum Rücktritt des isländischen Premierministers geführt.

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