Palmer Luckey: Oculus-Gründer plant Milliardenoffensive für Gaming-Hardware
Der Schöpfer der Oculus Rift, Palmer Luckey, bereitet seine groß angelegte Rückkehr in die Spielewelt vor. Wie die Financial Times(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) berichtet, führt der Unternehmer derzeit Gespräche mit Investoren über eine Finanzierungsrunde zu einer Bewertung von rund einer Milliarde US-Dollar.
Mit diesem Kapital plant Luckey, seine junge Firma Modretro von einem spezialisierten Nischenhersteller zu einer globalen Hardwareplattform auszubauen, die sich gegen den modernen Trend von Cloudstreaming und rein digitalen Ökosystemen stellt.
Herzstück dieses Vorhabens ist der bereits Ende 2024 erschienene Handheld namens Chromatic(öffnet im neuen Fenster) . Das Gerät verfolgt einen radikalen Ansatz für Nostalgiker , indem es auf eine sogenannte FPGA-Architektur setzt.
Hardware für die Ewigkeit
Dabei wird die Hardware des ursprünglichen Game Boy und Game Boy Color auf Chipebene nachgebildet, anstatt die Spiele lediglich über Software zu emulieren.
Um den Premium-Anspruch zu unterstreichen, wird der Handheld aus einer Magnesiumlegierung gefertigt und optional mit einem kratzfesten Saphirglas-Display ausgestattet, was ihn laut Luckey zu einem Gerät von Erbstück-Qualität macht, das Jahrzehnte überdauern soll.
Die enorme Summe von einer Milliarde US-Dollar dient nicht allein der Entwicklung von Spielekonsolen. Das Geld soll laut dem Bericht nicht nur in neue Geräte fließen. Luckey verfolgt demnach auch das Ziel, eine moderne Elektronikfertigung in den USA aufzubauen.
Ein Traum für Retrogamer?
Damit will er offenbar die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten verringern und eine breite Palette an Geräten und ein eigenes Hardware-Ökosystem rund um spezialisierte Spielegeräte und klassische Module aufbauen.
In den letzten Jahren machte Luckey vor allem als Mitgründer des Rüstungsunternehmens Anduril Industries von sich reden. Während Anduril autonome Drohnen und KI-gestützte Verteidigungssysteme entwickelt, will Luckey die gewonnenen Erfahrungen in der vertikalen Integration nun für Modretro nutzen.
Für den Unternehmer würde sich damit ein Kreis schließen: Nachdem er Oculus VR im Jahr 2014 für rund zwei Milliarden US-Dollar an Facebook verkaufte, kehrt er nun mit erheblichen finanziellen Ressourcen und neuen Industrieerfahrungen zu seiner ursprünglichen Leidenschaft für dedizierte Spielehardware zurück.