Palantir-Chef Karp: Fähigkeiten von KI machen Einwanderung überflüssig

Künstliche Intelligenz wird nach Einschätzung des amerikanischen Software-Anbieters Palantir breit angelegte Einwanderung zur Stützung der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts westlicher Industrienationen unnötig machen. Es werde mehr als genug offene Jobs für Bürger eines Landes geben, "insbesondere solche mit einer Berufsausbildung" , sagte Firmenchef Alex Karp am 20. Januar 2026 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ( Video ab 25:45 (öffnet im neuen Fenster) ).
"Diese Trends machen es wirklich schwer vorstellbar, warum wir eine groß angelegte Einwanderung haben sollten, es sei denn, jemand verfügt über sehr spezielle Fähigkeiten" , sagte Karp. Im Westen gebe es das "bedauerliche" Narrativ, dass künstliche Intelligenz Menschen die Jobs wegnehmen werde, "beispielsweise, wenn man eine Eliteschule besucht hat" .
Als Gegenbeispiel nannte Karp ausgebildete Techniker, die eine Batteriefabrik aufbauten: "Die Leute, die das in Amerika machen, machen ungefähr die gleiche Arbeit, die japanische Ingenieure machen. Und jetzt sind sie sehr wertvoll, wenn nicht gar unersetzlich, weil wir sehr schnell etwas anderes aus ihnen machen können als das, was sie waren. Und diese Arbeitsplätze werden noch wertvoller werden."
Zuletzt gab es Berichte(öffnet im neuen Fenster) , wonach in den USA Zigtausende Elektriker oder Klempner fehlten, um die geplanten Rechenzentren für KI-Modelle aufzubauen.
Weniger positiv schätzt Karp hingegen die Berufschancen für Büroangestellte ein. Auf die Frage, ob künftig weniger Angestellte benötigt würden, antwortete Karp knapp mit "Ja" . Es seien daher andere Methoden erforderlich, um die Fähigkeiten der Mitarbeiter zu testen. "Es gibt viele Leute, die X tun, aber eigentlich Y tun sollten" , sagte Karp.
Viele IT-Kräfte mit Arbeitsvisum für Hochqualifizierte
Die Aussagen Karps beziehen sich vor allem auf den Arbeitsmarkt der USA. Die IT-Industrie setzte in den vergangenen Jahrzehnten stark auf Fachkräfte aus Indien, die das Visaprogramm H-1B nutzen. Laut Statistiken der zuständigen US-Einwanderungs- und Ausländerbehörde USCIS(öffnet im neuen Fenster) nahm der indische IT-Dienstleister Tata Consultancy seit 2009 rund 100.000-mal das Visaprogramm in Anspruch. Es folgen weitere indische Firmen wie Cognizant (92.500 + 69.000), Infosys (87.500) und Wipro (77.000). In den Top Ten befinden sich zudem Microsoft (52.000), Google (45.000) und Amazon (43.000). Die USA verlangen inzwischen 100.000 US-Dollar für ein H-1B-Arbeitsvisum .
Experten rechnen damit, dass KI-Software vor allem Büroangestellten verstärkt Aufgaben abnehmen wird. Einige Unternehmen wie etwa Amazon leiteten mit Blick darauf bereits Stellenstreichungen im großen Stil ein.
Palantir entwickelt Software, mit der einerseits Geschäftsprozesse analysiert und prüft, wie diese verbessert werden können. Andererseits wird die Software der Firma auch vom Militär und von Sicherheitsbehörden eingesetzt, um Informationen aus verschiedenen Quellen zu verknüpfen. Das ist etwa bei Ermittlungen und Geheimdienst-Aufklärung von Nutzen. Allerdings gibt es auch Bedenken wegen des Datenschutzes und Kritik, weil Software der Firma von den US-Behörden genutzt wird, die Präsident Donald Trump mit der Umsetzung seiner Massenabschiebungs-Agenda beauftragt hat.



