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Paläontologie: Entenschnabel-Dinosaurier in Chile entdeckt

Er hatte einen Entenschnabel und lebte vor 72 Millionen Jahren – jedoch in einer Region, wo Wissenschaftler ihn bislang nicht vermutet haben: die Hadrosaurierart Gonkoken nanoi.
/ Patrick Klapetz
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Das Verbreitungsgebiet der Dinosauerierart Gonkoken nanoi (Bild: Jhonatan Alarcón-Muoz, Alexander O, Vargas Hans P. Puschel, et al.)
Das Verbreitungsgebiet der Dinosauerierart Gonkoken nanoi Bild: Jhonatan Alarcón-Muoz, Alexander O, Vargas Hans P. Puschel, et al.

In Chile sind Überreste einer pflanzenfressenden Dinosaurierart entdeckt worden. Beim Gonkoken nanoi handelt es sich um einen bis zu vier Meter langen und eine Tonne schweren Entenschnabelsaurier, der vor etwa 72 Millionen lebte. Das Merkwürdige daran ist sein Fundort: Patagonien.

Der Fund stelle die Vorstellungen über das Verbreitungsgebiet der Entenschnabel-Dinosaurier infrage, erklärten die Paläontologen in ihrer am Freitag (16. Juni 2023) veröffentlichten Studie(öffnet im neuen Fenster) . Bisher verortete man diese Dinosaurierart während der Kreidezeit vor 145 bis 66 Millionen Jahren in Nordamerika, Asien und Europa. Sie waren also weit verbreitet – und nun offenbar noch weiter, als bisher angenommen wurde.

"Es handelte sich um schlank aussehende Dinosaurier, die leicht eine zwei- und vierbeinige Haltung einnehmen konnten, um die Vegetation in der Höhe und am Boden zu erreichen" , sagt Alexander Vargas. Er ist der Direktor des paläontologischen Netzwerks der Universität von Chile und einer der Autoren der Studie. Der Name Gonkoken stammt aus der Sprache der Tehuelche, der ersten Bewohner der Region. Übersetzt bedeutet er soviel wie "ähnlich wie eine Wildente oder ein Schwan" .

Gonkoken nanoi stellt die Fachwelt vor ein Rätsel

Der Fund beweist, dass das chilenische Patagonien einst auch Heimat der Hadrosauridae war, Dinosaurier mit entenschnabligen Kiefern, die sich ausschließlich von Pflanzen ernährten. Sie lebten dort bis zum Ende der Ära der Dinosaurier. Vor 66 Millionen Jahren soll ein Asteroid einen 200 Kilometer großen Krater in die Erdkruste gerissen haben. Es kam zu einem Massensterben, das 75 Prozent aller lebenden Pflanzen und Tiere vernichtete.

Es ist die fünfte neue Dinosaurierart, die in dieser Region entdeckt wurde – erstmals 2013, was der Startschuss für weitreichende Ausgrabungen war. Die Anwesenheit dieser Art in den abgelegenen südlichen Ländern überraschte die Wissenschaftler und Forschern, die nun "verstehen müssen, wie ihre Vorfahren dorthin gekommen sind," sagte Vargas.

Zur Studie

Die Studie wurde am 16. Juni 2023 im Fachmagazin Science Advances veröffentlicht: Relict duck-billed dinosaurs survived into the last age of the dinosaurs in subantarctic Chile(öffnet im neuen Fenster) (engl. Altertümlicher Entenschnabeldinosaurier überlebten bis ins letzte Zeitalter der Dinosaurier im subantarktischen Chile).


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