Paketlieferungen per Drohne: Amazon hat sein Versprechen nicht gehalten

Da hat sich Amazon-Chef Jeff Bezos verkalkuliert. Vor fünf Jahren hatte er angekündigt, dass allerspätestens ab diesem Jahr Drohnen Amazon-Pakete zu den Kunden fliegen. Der Plan wird weiter verfolgt - die Deutsche Post ist aber skeptisch.

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Amazons Lieferdrohne Prime Air ist noch nicht regulär im Einsatz.
Amazons Lieferdrohne Prime Air ist noch nicht regulär im Einsatz. (Bild: Brendan McDermid/Reuters)

Es hätte sogar schon vor einem Jahr losgehen können mit den Lieferungen von Amazon-Bestellungen per Drohne, wenn die Vorhersage von Amazon-Chef Jeff Bezos gestimmt hätte. Hat sie aber nicht und so werden Amazon-Kunden weiterhin nicht mit Drohnen beliefert. Anfang Dezember 2013 hatte Bezos in einem CBS-Interview verkündet, dass in vier bis fünf Jahren Amazon-Kunden ihre Pakete mit Lieferdrohnen erhalten werden. Es gibt sogar schon eine Bezeichnung für diese Art der Zustellung: Prime Air.

Aber auch fünf Jahre später liefert Amazon noch keine Pakete über Prime Air aus. Trotzdem hält das Online-Kaufhaus weiterhin an diesen Plänen fest, versicherte das Unternehmen in einem AP-Bericht. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Pakete mit Drohnen in 30 Minuten oder weniger zu liefern", sagte Amazon-Sprecherin Kristen Kish. Diesmal nennt Amazon aber keinen Termin, wann Prime Air eingeführt wird. Entsprechende Entwicklungszentren für die Drohnenlieferungen bestünden in den USA, Großbritannien, Frankreich, Österreich und Israel. In Deutschland gebe es demnach kein Drohnen-Forschungszentrum von Amazon.

Neben technischen Schwierigkeiten sind auch regulatorische Herausforderungen zu meistern, bis Drohnen Pakete zu den Adressen der Kunden fliegen können. Bisher gibt es nur ausgewählte Testgebiete, in denen Produkte mit Drohnen geliefert werden. In den USA beliefert UPS ländliche Gebiete in Florida mit Drohnen und DHL nutzt Drohnen, um Medikamente von Tansania auf eine Insel im Viktoriasee zu liefern.

Post-Chef ist skeptisch

Bisher werden also Drohnen eher für eine Notfallversorgung getestet und auch nur in weniger dicht besiedelten Gebieten. In dicht besiedelten Gebieten müssen erst Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes geklärt werden, denn die Drohnen filmen ihren Flug und könnten dabei die Privatsphäre der Menschen verletzen.

Der Chef der Deutschen Post, Frank Appel, ist skeptisch, dass "in den nächsten Jahren" die Paketlieferung per Drohne weit verbreitet sein wird. Drohnen werden ein Nischenfahrzeug bleiben. Appel sieht ein großes Hindernis in den zu kurzen Akkulaufzeiten der Drohnen. Wenn die Drohnenakkus alle zwei Stunden aufgeladen werden müssen, muss das auch entsprechend koordiniert werden, gibt Appel zu bedenken.

Nach Ansicht Appels haben menschliche Kuriere einen entscheidenden Vorteil gegenüber Drohnen: Sie wissen, wo die Kunden wohnen und an welcher Tür sie klingeln müssen. Es sei laut Appel nicht einfach und auch nicht billig, das zu programmieren.

Analysten gehen davon aus, dass es noch Jahre dauern werde, bis alle Regeln für eine flächendeckende Drohnenlieferung durch die zuständigen Behörden festgelegt worden sind. Denn auch schon vor fünf Jahren war sich Amazon-Chef Jeff Bezos der Risiken von Drohnenlieferungen bewusst: "Die Drohnen dürfen nicht auf den Köpfen der Menschen landen, während diese draußen spazieren gehen."

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