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Paid Peering: Telekom und Cloudflare beenden jahrelange Drosselung

Der verbitterte Konflikt zwischen der Deutschen Telekom und Cloudflare um Paid Peering, künstlich überlastete Transit-Routen und das Sender-Pays-Prinzip ist offiziell Geschichte.
/ Achim Sawall
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Cloudflare-Rechenzentrum in Südkorea (Bild: Cloudflare)
Cloudflare-Rechenzentrum in Südkorea Bild: Cloudflare

Der jahrelange Konflikt zwischen der Deutschen Telekom und Cloudflare um Paid Peering und die Netzneutralität ist beigelegt. Beide Unternehmen würden ihre Netzwerke direkt miteinander verbinden und europäischen Firmen so den Zugang zur globalen Cloudplattform von Cloudflare bieten, erklärte der US-Konzern Cloudflare(öffnet im neuen Fenster) am 29. September 2026. Der Streit endet nicht durch direkt gezahlte Netzgebühren, sondern über eine B2B-Vertriebspartnerschaft: T-Systems verkauft Cloudflares Security- und Zero-Trust an Firmenkunden, im Gegenzug schaltet die Telekom die direkten Netzverbindungen frei.

Cloudflare forderte Settlement-Free Peering an Internetknoten wie dem DE-CIX. Die Telekom verlangte Paid Peering für die Einspeisung der Daten in ihr Access-Netz (AS3320) mit Verweis auf das asymmetrische Datenvolumen und ein Sender-Pays-Prinzip. Da Cloudflare die Zahlungen verweigerte, begrenzte die Telekom die Kapazität für direkten Datenempfang.

Der Datenverkehr wurde über überlastete Transit-Route, meist über London oder New York umgeleitet. Telekom-Kunden litten bei Cloudflare-gehosteten Webseiten unter hohen Latenzen, Paketverlusten und langsamen Ladezeiten. Entwickler und Admins warfen der Telekom vor, ihre eigene Kundschaft als Geisel zu nehmen, um Geld von Content-Anbietern zu erpressen. Die Telekom konterte, Big-Tech-Konzerne und CDNs würden sich als Trittbrettfahrer kostenlos an der wertvollen deutschen Netzinfrastruktur bedienen.

Webseiten-Betreiber mussten bei Cloudflare Geld bezahlen, damit ihre Seiten für deutsche Telekom-Kunden flüssig erreichbar waren. Cloudflare bot ein reibungsloses Telekom-Routing nur in seinen hochpreisigen Enterprise-Tarifen. Hier stand Cloudflare-Kunden ein besseres Routing zur Telekom bereit, indem die geforderten Kapazitäten oder Transit-Kosten querfinanziert wurden.

Was macht Cloudflare

Cloudflare betreibt ein globales Netzwerk aus Rechenzentren in rund 300 Städten weltweit. Statt dass ein Nutzer direkt auf den Server einer Webseite zugreifen muss, schaltet sich Cloudflare als Reverse-Proxy-Infrastruktur mit seinem Content Delivery Network (CDN) zwischen. Statische Inhalte einer Webseite wie Bilder, CSS oder Javascript-Dateien liegen weltweit im Cache auf Servern von Cloudflare. Wenn ein Nutzer aus Tokio eine deutsche Website aufruft, werden die Bilder direkt von einem Cloudflare-Server in Tokio geladen, statt aus Frankfurt – was enorm Ladezeit spart.

Beide Seiten mussten einsehen, dass die Blockadehaltung im Zeitalter von B2B-Cloud-Sicherheitsdiensten geschäftsschädigend ist. Die Telekom erklärte(öffnet im neuen Fenster): "Unternehmen stehen unter zunehmendem Druck, immer stärker dezentrale, cloudbasierte und KI-gestützte IT-Umgebungen abzusichern. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Leistung und Ausfallsicherheit weiter an."


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