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Der Ozean ist sauer

Der Temperaturanstieg wirkt sich auch auf die gesamte Tier- und Pflanzenwelt in den Meeren aus. Je wärmer das Wasser, desto weniger Sauerstoff kann es aufnehmen. Absterbende Algenmassen nach Überdüngung verstärken den Effekt und führen etwa im Arabischen Meer oder im Golf von Bengalen zu regelrechten Todeszonen. Den dort heimischen Fischen droht deshalb schon jetzt die Luft auszugehen. Ähnliche Probleme sind auch von der Ostsee, der Heimat von Dorsch und Sprotten, bekannt. Der steigende CO2-Gehalt der Meere macht der Unterwasserwelt ebenfalls zu schaffen.

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Die Speicherung des Klimagases führt dazu, dass der pH-Wert des Wassers sinkt, es wird saurer. "Mit jedem zusätzlichen Kohlendioxid-Molekül, das der Ozean aufnimmt, wird die Ansäuerung der Ozeane verstärkt. Da gibt es keinen Zweifel", sagt ETHZ-Forscher Gruber. Mit einem Wert von 8,05 ist der durchschnittliche pH-Wert im Oberflächenwasser seit dem 19. Jahrhundert bereits um 0,1 gesunken - mit großer Wahrscheinlichkeit um einiges schneller als in den 300 Millionen Jahren zuvor. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte er sogar um bis zu 0,5 fallen. "Und es gibt bereits viele Anzeichen, dass viele Organismen im Meer darauf negativ reagieren, einige wenige aber auch positiv", sagt Gruber.

Noch ist das Wissen über die Auswirkungen der Versauerung der Ozeane auf die komplexen Ökosysteme mit Meeresalgen und Plankton, Muscheln und Fischen gering. "Es besteht ein enormer Forschungsbedarf", sagt Gruber. Ergebnisse werden in internationalen Netzwerken wie dem Global Ocean Acidification Observing Network gesammelt und ausgetauscht. Schalentiere etwa sind schlechter in der Lage, ihre schützende Kalkhülle auszubilden. Die Ausbreitung von Bakterien kann je nach Art stagnieren oder stark zunehmen, die Vorkommen von winzigen Krebstieren, dem Zooplankton - ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette in den Ozeanen - können sich verlagern.

Regional wirken sich weitere Faktoren auf die Lebensbedingungen unter Wasser aus, etwa Meeresströmungen, Salzanteil, Sauerstoffgehalt oder einströmendes Flusswasser. Laborexperimente mit einzelnen Arten und Freiwasserversuche in Mesokosmen - einige Meter große, überdimensionale Reagenzgefäße, in denen sich die Umweltbedingungen gezielt verändern lassen - liefern zwar Hinweise auf Überlebenschancen und Anpassungsvermögen. Um die Folgen des Klimawandels auf den Lebensraum Ozean erschöpfend erfassen zu können, ist das aber zu wenig.

Hitzewellen im Meer

Seit kurzer Zeit rückt zudem ein ausnahmslos zerstörerischer Klimawandel-Effekt in den Ozeanen in den Mittelpunkt des Interesses: Marine Hitzewellen mit um einige Grad erhöhten Wassertemperaturen über mindestens fünf Tage hinweg. Von Tasmanien bis zum Mittelmeer treten sie global auf, 400-mal allein zwischen 1993 und 2015. Sie lassen Korallen ausbleichen und absterben, vernichten regional die Artenvielfalt, hinterlassen unter Wasser eine ökologische Einöde.

"Der Rückgang von Populationen ist bei einer marinen Hitzewelle wirklich dramatisch", sagt Alistair Hobday von der Division of Marine and Atmospheric Research der australischen Forschungsorganisation CSIRO in Hobart. Er fordert eine international einheitliche Klassifizierung von Hitzewellen, vergleichbar mit denen von Wirbelstürmen. Aus Expertensicht wäre das ein wichtiger Schritt, um die Erforschung dieses Phänomens besser koordinieren zu können. "Denn solche Hitzewellen werden in den Ozeanen sogar noch deutlich zunehmen", prophezeit ETHZ-Forscher Gruber.

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Copper 28. Okt 2019

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q96500 03. Okt 2019

Die Idee mit den Bäumen macht mehr Sinn...kostet auch nichts, wieso auch immer alles mit...

Terence01 29. Sep 2019

Dieses ganze Gequatsche ums Energiesparen ist sinnlos. Was z.B. Europa einspart hauen die...

Terence01 26. Sep 2019

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