OxygenOS vs. Cyanogenmod im Test: Ein Oneplus Three, zwei Systeme
Das Oneplus Three gehört zu den preiswertesten Topsmartphones, die es aktuell gibt – im Test von Golem.de hat das Gerät entsprechend gut abgeschnitten. Als Betriebssystem kommt die von Oneplus selbst entwickelte Android-Variante OxygenOS zum Einsatz. Mittlerweile ist jedoch auch eine erste Version von Cyanogenmods Custom ROM CM 13(öffnet im neuen Fenster) für das Three erhältlich.

Zuvor gab es bereits einige inoffizielle CM-Versionen, seit Anfang August 2016 gibt es aber die ersten Nightly Builds von Cyanogenmod selbst. Auch ein erstes, als stabil geltendes Snapshot-Release ist mittlerweile veröffentlicht worden. Cyanogenmod ist eines der ältesten Custom-ROM-Teams, alle bisherigen Versionen (die aktuelle ist CM 13) zeichnen sich durch eine hohe und zuverlässige Update-Frequenz aus.
Golem.de hat aktuelle Builds von CM 13 heruntergeladen und auf ein Oneplus Three installiert. Parallel haben wir ein zweites Three mit OxygenOS vorliegen – wir können die beiden auf Android 6.0.1 basierenden Forks also direkt miteinander vergleichen. Die entscheidende Frage ist: Bietet CM 13 wirklich einen Mehrwert gegenüber OxygenOS?
Oneplus legt Flashern keine Steine in den Weg
Oneplus macht es den Nutzern auch beim Three wieder einfach, das Betriebssystem zu wechseln: Der Bootloader ist problemlos zu entsperren, was Voraussetzung für das Aufspielen einer Custom Recovery ist – der erste Schritt hin zum Aufspielen eines Custom ROMs. Die Installation von CM 13 folgt dann einem bekannten Muster: Nachdem wir auf dem Oneplus Three unter OxygenOS die Entwickleroptionen freigeschaltet und dort die Bootloader-Entsperrung erlaubt haben, schließen wir das Smartphone per USB an einen PC an. Über ADB wird anschließend der Bootloader entsperrt und eine alternative Recovery installiert. TWRP bietet bereits eine Custom Recovery(öffnet im neuen Fenster) für das Oneplus Three an.
Anschließend installieren wir über TWRP die Nightly Builds von CM 13 – wer diesen potenziell als instabiler geltenden Versionen nicht traut, kann sich auch das erste Snapshot-Release installieren. Die Google-Apps müssen separat ebenfalls über die Custom Recovery aufgespielt werden – wir haben uns für die Open GApps(öffnet im neuen Fenster) entschieden. Anschließend wird das Three neu gestartet; falls bei der Installation alles richtig gemacht wurde, sollte das Smartphone jetzt mit CM 13 starten. Wer das Three im Root-Modus nutzen möchte, kann diesen übrigens einfach in den Entwickleroptionen aktivieren.
Benutzeroberflächen auf den ersten Blick gleich
Auf den ersten Blick sind die Benutzeroberflächen von OxygenOS (bei uns in der Version 3.2.4 installiert) und CM 13 (aktueller Nightly Build sowie Snapshot-Release vom 20. August 2016) zum Verwechseln ähnlich. Bei CM 13 stehen zwei Launcher zur Auswahl: Trebuchet, der CM-Launcher, und der Google Now Launcher. Besonders wenn Letzterer verwendet wird – wie es standardmäßig der Fall ist, wenn die Google-Apps installiert sind -, sind die Design-Gemeinsamkeiten zu OxygenOS sehr stark. Trebuchet unterscheidet sich hauptsächlich durch den Aufbau der App-Übersicht.
Sowohl das Entwicklerteam von Oneplus als auch das von CM 13 haben bewusst am ursprünglichen Aussehen der Android-Oberfläche nicht viel geschraubt. Die OxygenOS-Programmierer um Helen Li setzen stattdessen auf kleine Extrafunktionen. Ein großer Teil der Entwickler stammt vom ROM-Team Paranoid Android, einem der ehemals größeren Konkurrenten von Cyanogenmod.
Shelf statt Google Now
Bestandteil des Google-Launchers – der auf Cyanogenmod läuft, wenn die Google Apps installiert sind – ist Google Now, das auf dem Startbildschirm links neben dem Hauptdisplay untergebracht ist. Oneplus hat versucht, dieses Konzept mit der Shelf-Funktion zu kopieren: Hier können Nutzer Widgets auf einem separaten Bildschirm neben dem Hauptdisplay ablegen; Google Now kann separat immer noch verwendet werden. Vorteil gegenüber dem Google-Launcher: Nutzer, die nicht Google Now nutzen möchten, haben mit Shelf eine Alternative.
Im direkten Vergleich bietet Shelf aber nicht annähernd vergleichbare Inhalte. Im Grunde ist das aber auch nicht weiter tragisch: Wer unter OxygenOS dennoch den Google-Now-Launcher nutzen möchte, kann ihn sich einfach im Play Store herunterladen. CMs eigenen Trebuchet-Launcher hingegen gibt es nicht ohne weiteres zum Nachinstallieren, einen wirklich entscheidenden Unterschied macht dieser unserer Meinung nach aber ohnehin nicht.
Das ausklappbare Benachrichtigungsmenü beider Android-Distributionen gleicht sich bis auf kleine Unterschiede in der Schriftgröße nahezu perfekt. Auch die Schnelleinstellungen sehen zunächst gleich aus, allerdings bietet CM 13 zwei Einstellungskacheln mehr. Das Prinzip, etwa bei den WLAN- und Bluetooth-Einstellungen zusätzliche Optionen direkt in den Schnelleinstellungen einblenden zu können, verfolgen sowohl CM 13 als auch OxygenOS.
Einstellungsmenü zeigt erste Unterschiede
In den Einstellungsmenüs von CM 13 und OxygenOS fallen dann die ersten größeren Unterschiede auf. Nicht nur haben die Untermenüs verschiedene Namen, auch der Einstellungsumfang unterscheidet sich mitunter stark. So können wir etwa bei CM 13 in den Display-Einstellungen automatisch die Farbtemperatur des Bildschirms anhand der Tageszeit anpassen lassen – und so zum Abend hin die Display-Darstellung wärmer werden lassen. Das soll Studien zufolge besser für den Schlaf sein.
Bei OxygenOS gibt es diese Nacht-Option auch, allerdings muss der Nutzer sie manuell auslösen. Auch lässt sich die Farbtemperatur nur mit einem unbeschrifteten Schieberegler justieren, bei CM 13 können wir die Temperatur in Grad Kelvin angeben. Die generelle Display-Farbe lässt sich unter Cyanogenmod ebenso weitaus genauer in den drei Farben Rot, Grün und Blau einstellen; bei OxygenOS gibt es auch hier wieder nur einen einzelnen Schieberegler.
Mehr Einstellungsmöglichkeiten bei der Display-Darstellung
CM 13 ermöglicht zudem unterschiedliche Farbprofile sowie die Anpassung von Sättigung, Intensität und Kontrast des Bildschirms. Auch die Pixeldichte kann verändert werden, und damit die Darstellungsgröße auf dem Display. Zudem lässt sich bei einzelnen Apps oder auch bei allen die Statusleiste ausblenden. Diese kleinen Extrafunktionen bietet OxygenOS allesamt nicht, dafür kann hier ein sRGB-Modus für das Display aktiviert werden.
Merklich unterschiedliche Helligkeitsregulierung
Was beim direkten Vergleich beider Smartphones auffällt, ist die sehr unterschiedliche automatische Helligkeitsregulierung des Displays: Das Oneplus Three mit OxygenOS regelt den Bildschirm im Hellen meist deutlich weiter runter als das Gerät mit CM 13. Das dürfte zwar nützlich sein, wenn es um die Akkulaufzeit geht, stellenweise stört uns das dunkle Display aber auch. Andererseits regelt OxygenOS die Helligkeit im schummrigen Umgebungslicht häufig nicht genug herunter; die automatische Helligkeitsregulierung von CM 13 empfinden wir insgesamt als ausgewogener.
Bessere Einstellungsmöglichkeiten bietet das Oneplus Three mit CM 13 auch bezüglich des Sperrbildschirms: Hier können Nutzer explizit auswählen, was angezeigt werden soll. Zur Wahl stehen eine Musikvisualisierung, das Wetter, eine Grußnachricht und zwei verschiedene App-Verknüpfungen. Hier können sich Nutzer ihre Lieblingsapps direkt auf den Sperrbildschirm legen, so dass sie schneller geöffnet werden können.
Die Benachrichtigungsleiste lässt sich sowohl unter CM 13 als auch unter OxygenOS konfigurieren. Beide Systeme erlauben es dem Nutzer unter anderem, die Darstellung der Uhr und des Akkustandes zu verändern sowie eine grundsätzliche Auswahl zu treffen, welche Symbole überhaupt in der Leiste angezeigt werden dürfen. Wen es beispielsweise nervt, dass das Weckersymbol immer aktiv ist und Platz wegnimmt, kann es komplett deaktivieren.
Inaktivitätsdisplay bei beiden ROMs
Beide Betriebssysteme bieten ein Inaktivitätsdisplay, das im Standby-Zustand Benachrichtigungen und die Uhrzeit anzeigen kann. Vom Design her handelt es sich sowohl bei OxygenOS als auch bei CM 13 um das des Standard-Inaktivitätsdisplays von Marshmallow, Unterschiede gibt es hier keine. Beide Systeme ermöglichen es, die Inaktivitätsanzeige durch eine Bewegung über den Annäherungssensor und durch Anheben des Smartphones auszulösen.
Sowohl CM 13 als auch OxygenOS bieten im App-Einstellungsmenü die Möglichkeit, einzelnen Anwendungen Berechtigungen zu erlauben und auch wieder zu entziehen. Ebenfalls bei beiden Systemen eingebaut ist eine identische Gestensteuerung: Die Kamera und die Taschenlampe können im Standby-Modus mit Wischgesten auf dem Display aufgerufen werden, ebenso lässt sich die Musikwiedergabe steuern.
C-Apps bringen Cyanogen-OS-Funktionen für CM 13
Cyanogenmod bietet seit kurzem für CM 13 als Addon die sogenannten C-Apps an, ein Paket von Anwendungen, die normalerweise nur für die kommerzielle Variante Cyanogen OS erhältlich sind. Inbegriffen sind unter anderem ein Marktplatz für Designvorlagen, eine eigene Galerie-App, ein Audio-Equalizer sowie die Einbindung des Cyanogen-Kontos. Meldet sich der Nutzer hier an, kann er das Gerät aus der Ferne lokalisieren und sperren.
Ebenfalls im C-Apps-Paket enthalten sind die sogenannten MODs: kleine Softwareerweiterungen, die mit dem eigentlichen Betriebssystem verzahnt sind und daher mehr Möglichkeiten als herkömmliche Apps bieten. Die MODs standen wie die normalen Apps des C-Apps-Pakets bis vor kurzem nur Nutzern eines Smartphones mit Cyanogens Lizenzbetriebssystem Cyanogen OS zur Verfügung.
Neuer Dialer, neue Galerie und Cortana-Einbindung
Zu den C-Apps gehören beispielsweise eine Cortana-Erweiterung für den Sperrbildschirm, eine Telefon-App mit Nummernerkennung von Truecaller und die Möglichkeit, normale Telefonanrufe auf die Skype-App umzulegen und umgekehrt. Mit Truecaller kann die Telefon-App von Cyanogen Anrufer anhand von deren Nummer identifizieren, wenn diese dem Nutzer unbekannt sind.
Voraussetzung für die Nutzung der C-Apps ist ein aktueller CM-13-Nightly-Build oder das aktuelle Snapshot-Release. Die C-Apps werden über das Recovery-System geflasht, also beispielsweise TWRP oder Clockwork Mod. Nach einem anschließenden Neustart stehen dem Nutzer die Anwendungen zur Verfügung – theoretisch.
Installation der C-Apps nicht unproblematisch
Wir haben mehrfach versucht, die für CM 13 gedachten C-Apps auf unser CM-13-Three mit aktuellem Nightly Build zu installieren, ohne jedoch anschließend die Apps, MODs oder das Cyanogen-Konto vorzufinden. Auch das Aufspielen auf ein frisch eingerichtetes CM-13-System brachte keine Abhilfe. Als letzte Möglichkeit versuchten wir es mit dem ebenfalls von Cyanogen angebotenen, eigentlich für Geräte mit CM 12.1 gedachten C-Apps-Paket – mit Erfolg: Anschließend waren die Apps installiert, obwohl das Three mit CM 13 läuft und es gar keine CM-12.1-Version gibt.
Allerdings funktionieren die so installierten C-Apps auf dem Three nicht ganz so, wie sie sollten. Nach einem Neustart bekommen wir öfter Benachrichtigungen, dass einzelne C-Apps abgestürzt sind. Dies gilt unseren Beobachtungen nach besonders, wenn ein aktueller Nightly Build von CM 13 auf dem Three installiert ist: Hier erhalten wir direkt nach dem Neustart die ersten Absturzmeldungen. Haben wir das Snapshot-Release auf das Smartphone gespielt, gibt es zunächst keine Fehlermeldungen – die Design-App stürzt aber dennoch ab, sobald wir ein Design-Set auswählen. Auch die Telefon-App bringt das System zum Absturz, wenn wir eine Nummer wählen wollen.
Cortana-MOD erfordert Cortana-APK
Die Cortana-MOD für den Startbildschirm lässt sich in Deutschland aktuell nur nutzen, wenn sich der Anwender Microsofts Sprachassistenten als APK installiert. Die App ist noch nicht im Play Store erhältlich, entsprechend gibt es keine deutschsprachige Umsetzung. Momentan ist Cortana nur auf Englisch und Chinesisch nutzbar. Wir haben festgestellt, dass es bei der Installation der Cortana-APK unter CM 13 Probleme mit der Mikrofon-Nutzung in anderen Apps gibt: Google Now oder der Sprachrekorder können dann nicht mehr auf das Mikro zugreifen. Sobald Cortana wieder deinstalliert ist, funktioniert das wieder. Unter OxygenOS gibt es dieses Problem nicht.
Die Einbindung von Cortana als MOD für den Sperrbildschirm finden wir in der umgesetzten Form sowieso nicht besonders praktisch: Nutzer können nicht direkt auf den Assistenten zugreifen, sondern müssen erst den ersten Sperrbildschirm nach links wischen. Eigentlich kann daher auch einfach das Smartphone direkt entsperrt werden. Praktischer finden wir dafür die Einblendung aktuell angesagter Tweets auf unserem Sperrbildschirm – eine weitere MOD-Funktion unter CM 13.
Die Galerie-App der C-Apps, also die Galerie-Anwendung, die normalerweise nur auf Cyanogen-OS-Smartphones installiert ist, zeigt neben Fotos auf der Kamera auch bei Google gespeicherte Aufnahmen sowie Fotos von Flickr, Facebook und Dropbox an. Damit bietet sie mehr Optionen als die ursprüngliche Galerie-App von CM 13 und Googles eigener Fotos-App. Auch die Galerie-Anwendung von OxygenOS kann nicht auf eine derartige Kontenauswahl zugreifen.
C-Apps aktuell nicht zu empfehlen
Insgesamt sind die C-Apps eine nette Beigabe, trotz der guten Galerie-App raten wir aktuell von der Installation aber noch ab. Dass essenzielle Apps wie der Dialer abstürzen, ist für den Alltag nicht hinnehmbar. Einen echten Vorteil bringen die C-Apps unserer Meinung nach sowieso nicht, weshalb auf die Installation verzichtet werden kann.
Unterschiede bei der Fotoqualität
Im Vergleich der Kamera-Apps gibt es sowohl bei CM 13 als auch bei OxygenOS jeweils Vor- und Nachteile. Grundsätzlich bietet die Kameraanwendung auf dem Oneplus Three mit OxygenOS mehr Aufnahmefunktionen, wie etwa einen Zeitraffermodus, eine Zeitlupenoption und einen Panoramamodus. Die Kamera-App von CM 13 bietet hier nur einen Panorama-Modus, zusätzlich können Nutzer einen Automatik-, einen Sport-, einen Bildstabilisierungs-, einen Nachtblitz- sowie einen HDR-Modus auswählen. HDR steht auch als automatisch hinzuschaltbare Option zur Verfügung.
Allerdings bietet die CM-13-Kamera weitaus mehr Einstellungsmöglichkeiten, wenn es um die Details geht. So können Nutzer neben der eigentlichen Auflösung auch die Bildqualität in Prozent, eine Gesichtserkennung und eine Rote-Augen-Korrektur einstellen sowie die Bildattribute wie Sättigung, Kontrast und Schärfe manuell korrigieren.
Auch eine Rauschreduzierung und ein spezieller Modus mit hellem Bildschirm für draußen sind aktivierbar. Einen separaten manuellen Modus gibt es bei der Kamera-App von CM 13 nicht, auch kann die Kamera keine Bilder im RAW-Format aufzeichnen – mit der Kamera unter OxygenOS ist das möglich. Videos in 4K können die Kamera-Apps beider Systeme aufzeichnen.
Fotos der Oxygen-OS-Kamera sind besser
Im direkten Vergleich der Fotos fällt uns auf, dass die Bilder des Three mit CM 13 ein klein wenig schärfer als die unter OxygenOS aufgenommenen sind. Dafür zeigen sich unter starker Vergrößerung schneller Kompressionsartefakte. Auf den ersten Blick wirken die Fotos jedoch identisch. Allerdings arbeitet der Auto-HDR-Modus unter OxygenOS etwas besser, unter CM 13 haben wir etwas zu stark belichtete Stellen in unseren Bildern.
Auffallend ist, dass der Automatik-Modus der Kamera-App von CM 13 bei Tageslichtaufnahmen mitunter zu helle Bilder produziert. Wir haben in unseren Tests mit dem Sportmodus die besten Ergebnisse erzielt – auch, wenn wir ganz normale Motive aufgenommen haben. Bei Aufnahmen in weniger guten Belichtungssituationen wie etwa in Innenräumen sind deutliche Unterschiede bei der Bildqualität erkennbar: Das Three mit OxygenOS macht Bilder mit merklich weniger Bildrauschen und Kompressionsartefakten als das Gerät mit CM 13.
Insgesamt betrachtet bietet das Oneplus Three mit CM 13 zwar mehr Einstellungsmöglichkeiten bei den Details, die Qualität der Bilder ist mitunter aber nicht so gut wie beim Three, das mit OxygenOS läuft. Auch die Möglichkeit der RAW-Unterstützung und Spielereien wie einen Slow-Motion-Modus und einen Zeitraffer bietet die native Kamera-App von CM 13 nicht. Hier lohnt es sich, alternative Kamera-Apps auszuprobieren, wie beispielsweise Open Camera(öffnet im neuen Fenster), das nach Aktivierung der Camera2-API auch Bilder im RAW-Format speichern kann, oder die Kamera-App von Google(öffnet im neuen Fenster). Bei beiden Apps ist die Qualität der Fotos besser als mit der ursprünglichen Kamera-App von CM 13.
Beide Systeme sind gleich schnell
Signifikante Unterschiede bei der Systemgeschwindigkeit sind uns im direkten Vergleich zwischen OxygenOS und CM 13 auf dem Three nicht aufgefallen. Beide Geräte öffnen Apps auch dann noch flink, wenn schon mehrere geöffnet sind. Die Benutzeroberfläche läuft sowohl unter OxygenOS als auch unter CM 13 flüssig, die Nightly Builds von Cyanogenmod sind stabil genug, um das Three damit als Alltagsgerät nutzen zu können – das Snapshot Release allemal.
Der Fingerabdrucksensor funktioniert unter CM 13 problemlos und genauso gut wie unter OxygenOS. Die Registrierung der Abdrücke erfolgt über das Marshmallow-interne Einrichtungsprogramm, anschließend können wir das Three mit CM 13 mit unserem Finger entsperren. Ein zeitlicher Unterschied zum Gerät mit OxygenOS ist uns bei der Erkennung unseres Fingerabdrucks nicht aufgefallen.
Auch unter CM 13 funktioniert Dash-Charging
Das Three verfügt über ein eigenes Ladegerät, mit dem das Smartphone schnell aufgeladen werden kann. Dank der von Oneplus "Dash" genannten Technik ist es möglich, innerhalb von 30 Minuten das Smartphone von 0 auf über 60 Prozent Akkuladung zu laden. Dabei wird das Gerät nicht heiß, da die beim Laden entstehende Wärme über das Ladegerät abgegeben wird. Zudem lädt das Three auch dann noch relativ schnell auf, wenn es während des Ladevorgangs genutzt wird.
Wer sich CM 13 auf das Three flasht, braucht keine Angst zu haben, diese Vorteile zu verlieren: Auch mit Cyanogenmod schafft es das Dash-Ladegerät, innerhalb von 30 Minuten über 60 Prozent Akkuladung zu liefern. Das Three wird dabei genauso wenig warm wie unter OxygenOS. Bei der Akkulaufzeit konnten wir in unserem Test keine signifikanten Unterschiede in der Laufzeit feststellen – unter beiden Systemen hält das Three auch bei stärkerer Nutzung einen Tag lang durch.
Der Alarm-Schieberegler des Oneplus Three lässt sich unter CM 13 übrigens genauso nutzen wie unter OxygenOS. Schieben wir ihn eine Position nach oben, werden nur noch Benachrichtigungen von Favoriten sowie Alarme hörbar angezeigt, in der Position ganz oben bleibt das Three grundsätzlich stumm – außer bei Alarmen.
Fazit
CM 13 bietet auf dem Oneplus Three deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten als das ursprüngliche OxygenOS. Dazu zählen Modifikationen der Benachrichtigungsleiste, des Displays, des Sperrbildschirms und der Belegung der Tasten des Smartphones. Auch die Kamera bietet in den Details mehr Einstellungen als die unter OxygenOS.
Die C-Apps ermöglichen unter CM 13 zudem zusätzliche Funktionen wie etwa die Einbindung von Cortana auf dem Sperrbildschirm oder einer Telefon-App mit Truecaller-Einbindung. Die Installation des App-Paketes verläuft aber, anders als die von CM 13 selbst, nicht ganz reibungslos – aktuell würden wir hier erst einmal abwarten.
Von der Geschwindigkeit her reagieren beide Betriebssysteme in unserem Test gleich schnell – was daran liegen dürfte, dass sowohl Oneplus bei OxygenOS als auch Cyanogenmod bei CM 13 nah am originalen Google-Android bleiben. Qualitative Unterschiede sind uns im Test eigentlich nur bei der Kamera aufgefallen; hier können Nutzer mit alternativen Kamera-Apps bessere Ergebnisse erzielen.
Stabilität von CM 13 reicht für den Alltag
Die Stabilität von CM 13 für das Three ist alltagstauglich, auch bei den Nightly Builds. Lediglich von der Installation der C-Apps würden wir aktuell noch abraten, da sie stellenweise bei wichtigen Funktionen zum Absturz führen und zumindest uns vom Nutzen her nicht viel bringen.
Wem die Einstellungsmöglichkeiten von OxygenOS nicht ausreichen, sollte sich CM 13 für das Three unbedingt anschauen. Nutzer, die den Nightly Builds nicht trauen, können sich die am 20. August 2016 veröffentlichte Snapshot-Version installieren. Hier gibt es jedoch nur in einem weitaus größeren Zeitraum Updates, die Nightly Builds hingegen werden – daher der Name – nahezu täglich aktualisiert. Dafür treten beim Snapshot-Release erfahrungsgemäß weniger Fehler auf.
Update-Situation dürfte bei Cyanogenmod besser sein
Das Thema Updates dürfte bei der Wahl von CM 13 für das Three bei vielen Nutzern eine Rolle spielen: Zwar hat Oneplus anfängliche Softwareprobleme seines neuen Smartphones relativ schnell mit Aktualisierungen beseitigt, tendenziell stellt das Cyanogenmod-Team aber mit am schnellsten Updates zur Verfügung. So ist CM 13 beispielsweise beim Google-Sicherheitspatch bereits auf dem Stand vom 5. August 2016, während der Patch unter OxygenOS noch vom 1. Juli 2016 ist. Von den bisherigen Erfahrungen ausgehend, dürften Nutzer mit CM 13 schneller und vor allem länger Aktualisierungen für das Three erhalten.
Insgesamt ist CM 13 für das Oneplus Three empfehlenswert, auch für Nutzer, die eigentlich nicht unbedingt die vielen Einstellungsmöglichkeiten benötigen, lohnt sich ein Umstieg alleine wegen der besseren Update-Aussichten.
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