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DNA-Strang: regelmäßige, geografisch zugeordnete, kostengünstige Inventarisierung jeder DNA
DNA-Strang: regelmäßige, geografisch zugeordnete, kostengünstige Inventarisierung jeder DNA (Bild: Pixabay/CC0 1.0)

Das Internet des Lebens

Browns Vision ist ein Internet der Mikroorganismen, das Internet of Living Things. Darin werden alle möglichen Gegenstände mit Sensoren versehen, um dauerhaft ihre Funktionsweise registrieren zu können. Ein beliebter Vergleich ist eine Maschine oder ein Motor, die rechtzeitig melden, wenn ein Teil nicht in Ordnung ist. Dieses kann dann ausgetauscht werden, bevor es kaputtgeht und dabei vielleicht auch den Motor beschädigt.

  • Minion ist en DNA-Sequenzierungsgerät für den Einsatz draußen.  (Bild: Oxford Nanopore)
  • Mit Hilfe von Nanoporen identifiziert es DNA. (Bild: Oxford Nanopore)
  • Minion in handlich klein - ein Vorteil gegenüber den herkömmlichenn riesigen Geräten. (Bild: Oxford Nanopore)
  • In dem Durchflussmodul sitzt die Membran mit den Nanoporen. (Bild: Oxford Nanopore)
  • Minion wird an den Computer angeschlossen und darüber auch vernetzt. (Bild: Oxford Nanopore)
Minion wird an den Computer angeschlossen und darüber auch vernetzt. (Bild: Oxford Nanopore)

Analog dazu will Brown DNA-Sequenzierer überall in der Welt ausbringen: "Die Idee ist: Der Sensor selbst kann an den unterschiedlichsten Orten eingesetzt werden", sagt er. "Das kann so etwas Triviales wie eine Zahnbürste sein. In dem Fall würde er scannen, was im Mund lebt oder eventuell im Blut ist."

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Selbstquantifizierer sollen Minion kaufen

Brown will aber nicht nur, dass die Menschen sich selbst betrachten - auch wenn er in der Quantified-Self-Bewegung eine große Abnehmerschaft für die Sequenzierer sieht. Andere Einsatzmöglichkeiten, die ihm vorschweben, sind etwa in der Medizin, der Lebensmittelproduktion, der Wasserversorgung, der Landwirtschaft, überhaupt in der Natur - also überall dort, wo es darauf ankommt, ständig Daten zu bekommen.

Denn das wird der große Unterschied zu heute sein: Statt episodisch Proben zu nehmen und jedes Mal ein neues Resultat zu bekommen, gibt es eine Echtzeitüberwachung. Damit lassen sich Veränderungen schnell erkennen, etwa der Befall eines Nahrungsmittels mit schädlichen Bakterien oder die Ausbreitung eines Pilzes auf einem Feld.

Das Vorbild ist der Finanzmarkt

"Die Idee hinter dem Internet of Living Things umfasst eine regelmäßige, geografisch zugeordnete, kostengünstige Inventarisierung jeder DNA unter allen Umständen", sagt Brown. Er vergleicht das mit der Börse: Der Markt verändere sich ständig. "Man bekommt Informationen fast in Echtzeit. Auf Basis dieser Informationen lassen sich Vorhersagen treffen und Entscheidungen fällen." Das will er auf die lebende Welt übertragen: Eine Veränderung soll unmittelbar feststellbar sein, um so schnell eingreifen zu können.

Bei einem solchen Projekt ist Datenschutz immens wichtig. Es gelte, sagt Brown, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen und die Risiken so gering wie möglich zu halten. Das sei nicht anders als bei Bankdaten. Dafür gebe es aber Vorbilder wie sicheres Computing und Gesetze, die Missbrauch unter Strafe stellen. "Wir alle hinterlassen viele Datenspuren, und immer mehr Daten werden elektronisch abrufbar", sagt Brown. "Ich sehe da keinen Unterschied zu DNA-Daten."

DNA-Sequenzierung ist noch relativ teuer

Vorerst wird das Internet des Lebendigen dennoch eher wissenschaftlichen Einsätzen vorbehalten bleiben. Die Minions sind nämlich noch recht teuer: Das Sequenzierungsgerät selbst kostet 1.000 US-Dollar. Ein Durchflussmodul, das wenige Wochen hält, kostet 500 US-Dollar. Brown ist allerdings überzeugt, dass es möglich sein wird, die Kosten auf 5 bis 10 US-Dollar zu senken.

Dann sei eine Nutzung für kommerzielle Zwecke möglich, sagt Brown. Ziel sei, mit Hilfe dieser Daten das Leben der Menschen zu verbessern. "Ich glaube, dass Nahrungsmittellieferanten DNA-Sequenzierungen nutzen, um Gütegrade und Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten". Sie könnten damit beispielsweise beweisen, dass ihre Regale sauber seien oder dass ihre Burger aus Rindfleisch und nicht aus Pferd bestünden. Brown ist sicher: "Das wird irgendwann Standard werden."

In einem Pilotprojekt mit Narando vertonen wir in den kommenden Wochen zwei bis drei Golem.de-Artikel pro Woche. Die Texte werden nicht von Robotern, sondern von professionellen Sprechern vorgelesen. Über Feedback unserer Zuhörer freuen wir uns - im Forum oder an redaktion@golem.de.

 DNA-Sequenzierung für jedermann

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r0bser 13. Mai 2016

Naja das ist doch auslegungssache, man kann das nicht schwarz und weiß sehen da es...

Muhaha 13. Mai 2016

Ja, schon, aber ... Gut, warum einfach, wenn's auch kompliziert geht! :)

cb (Golem.de) 13. Mai 2016

... haben wir. Vielen Dank für den Hinweis.



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