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Overclocking: vBios-Mods auf Nvidia Grafikkarten wieder möglich

Seit einigen Generationen war es kaum noch möglich, das Bios einer Grafikkarte zu verändern. Neue Tools sollen das wieder möglich machen.
/ Martin Böckmann
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Auf Nvidia-Grafikkarten ist ein Sicherheitschip integriert, der modifizierte Firmware verhindern soll. (Bild: Nvidia)
Auf Nvidia-Grafikkarten ist ein Sicherheitschip integriert, der modifizierte Firmware verhindern soll. Bild: Nvidia

Mit zwei neuen Tools ist es offenbar wieder möglich, ein modifiziertes Bios auf neuere Nvidia-Grafikkarten zu flashen. Die Möglichkeit dazu hatte Nvidia im Jahr 2013 mit der Geforce-GTX-900-Serie ( Maxwell ) deaktiviert und einen Security-Prozessor in den Grafikchip integriert, der die Karte nur mit einem korrekt signierten Bios starten lässt.

Offiziell hat der Hersteller dafür Sicherheitsrisiken und den Markt mit gefälschten Grafikkarten als Gründe genannt. Noch heute sind Grafikkarten im Umlauf, die auf GPUs vor der Maxwell-Generation basieren, sich aber gegenüber dem Betriebssystem als viel neuere Grafikkarte ausgeben. Inoffiziell dürfte DRM ein weiterer Grund sein, um beispielsweise das Mitschneiden von Streamingdiensten zu verhindern.

Das Programm OMGVflash(öffnet im neuen Fenster) vom Entwickler Veii umgeht den Sicherheitschip und erlaubt das Flashen von beliebigen Bios-Versionen auf GTX-16 und RTX-20 (Turing) Grafikkarten. Auch eine Anleitung, wie eine Grafikkarte nach einem missglückten Bios-Flash wieder zum Leben erweckt werden kann, liefert der Entwickler mit.

Mehr Power für die RTX 4090 von Kefi

NVflashk(öffnet im neuen Fenster) vom Entwickler Kefi hingegen soll das Gleiche für Nvidia RTX-40 (Ada) Grafikkarten können. Techpowerup analysierte eigenen Angaben zufolge den Code der beiden Anwendungen, um sicherzugehen, dass kein schädlicher Code darin enthalten ist. Die Nutzung erfolgt natürlich trotzdem ohne Gewährleistung, auch die Herstellergarantie erlischt mit der Modifikation.

Bios-Modifikationen werden von Enthusiasten dazu genutzt, um tiefergehende Kontrolle über Spannungen, Speichertimings und Lüfterkurven zu erhalten. Gleichzeitig sind sie auch riskant, da Schutzmechanismen häufig absichtlich umgangen werden. Es sollte stets ein Back-up des Original-Bios angefertigt werden, was das Risiko zumindest verringert. Es ist davon auszugehen, dass Nvidia für neuere Generationen weitere Maßnahmen trifft, um die Modifikation erneut zu unterbinden.


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