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Outlook, Exchange und Windows: Microsoft kostete Bundesbehörden 178 Millionen Euro

Allein im Jahr 2020 zahlten die Bundesministerien 178 Millionen Euro an Microsoft – obwohl sie sich von dem Konzern lösen wollen.
/ Moritz Tremmel
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Bundesbehörden sind abhängig von Microsoft und bezahlen viel Geld. (Bild: Gerd Altmann/Pixabay)
Bundesbehörden sind abhängig von Microsoft und bezahlen viel Geld. Bild: Gerd Altmann/Pixabay

Seit Jahren spricht die Regierung von digitaler Souveränität und bemängelt die zu große Abhängigkeit vom US-Konzern Microsoft und seiner Software. Doch allein im Haushaltsjahr 2020 gaben die Bundesministerien 178,5 Millionen Euro für Softwarelizenzen, Cloud- und Serverdienste des Konzerns aus. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage aus der Linksfraktion im Bundestag hervor.

Statt zu sinken, stiegen die Ausgaben für Microsoft in den letzten Jahren rasant an, berichtet das Magazin der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) . Waren es 2015 noch 43,5 Millionen Euro, stiegen diese 2019 auf 177,2 Millionen Euro – obwohl nur 57,2 Millionen veranschlagt gewesen waren. Das ist mehr als das Dreifache.

Bereits 2019 hatte das Bundesministerium des Innern unter Horst Seehofer (CSU) die "digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung" in Deutschland als eines der Hauptthemen der kommenden Jahre angesehen . Stattdessen stiegen Kosten und Abhängigkeit offensichtlich weiter.

Linksfraktion kritisiert Abhängigkeit von Microsoft

Eine damals von PWC Strategy im Auftrag des Innenministeriums durchgeführte Marktanalyse ergab, dass eine starke Abhängigkeit von einzelnen Anbietern das Erreichen der "digitalen Souveränität" offenbar deutlich erschwere. Das gelte besonders für Microsoft, dessen Produkte vielfach eingesetzt würden und eng miteinander verknüpft seien wie zum Beispiel Outlook, Exchange und Windows Server, heißt es in der Studie.

Dies führe zu "Schmerzpunkten bei der Bundesverwaltung, die im Widerspruch zu den strategischen Zielen der IT des Bundes stehen." Um diese Ziele doch noch erreichen zu können, verweist die Studie auf alternative Anbieter proprietärer Software oder von Open-Source-Software. Letzteres werde auch in anderen Ländern erfolgreich umgesetzt.

Die Bundesregierung betonte in ihrer Antwort an die Linksfraktion, dass von Microsoft die Einhaltung geltender Gesetze verlangt und erhöhte Sicherheitsanforderungen gestellt würden. "Der Konzern nutzt die Abhängigkeit der Bundesverwaltung eiskalt aus, die Kosten sind außer Kontrolle," kritisierte hingegen Victor Perli, Haushaltsexperte der Linksfraktion im Bundestag, im Spiegel. "Anstatt weiter tatenlos zuzuschauen, müssen endlich mehr Lösungen mit offenem Quellcode gefördert werden."


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