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Outlook.com: Webmail mit Aufräumfunktion

Mit Outlook.com wagt Microsoft einen Neustart in Sachen Webmail und präsentiert eine aufgeräumte Oberfläche im Windows-8-Design. Mit Funktionen zum Aufräumen der Inbox und automatischen Filtern soll Outlook.com aber auch technisch begeistern und Hotmail ersetzen.
/ Andreas Donath
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Outlook.com erinnert an Windows 8 (Bild: Andreas Donath/Golem.de)
Outlook.com erinnert an Windows 8 Bild: Andreas Donath/Golem.de

Hotmail startete 1996 mit einer der ersten Webmailoberflächen. Acht Jahre später stellte Google Gmail vor, bei dem 1 GByte Speicherplatz kostenlos dabei waren, andere zogen nach – auch Microsoft. Mittlerweile gibt es bei Gmail und Hotmail keine Speicherplatzbeschränkung mehr. Der enorme Speicherplatz führte nach Microsofts Einschätzung allerdings dazu, dass die Inbox immer unübersichtlicher wurde. Das neue Outlook.com soll die Organisation der eingehenden E-Mails deutlich verbessern(öffnet im neuen Fenster).

Webmail startet im Metro-Look
Webmail startet im Metro-Look (02:58)

Outlook.com versucht, eingehende E-Mails automatisch zu klassifizieren und unterscheidet zwischen bekannten Absendern, Newslettern, Versandinformationen und Updates aus sozialen Netzwerken. Microsoft bezeichnet diese Post, die die Inbox und den Nutzer überlastet und deshalb wegsortiert aber nicht weggeworfen werden soll, als Greymail.

Frühjahrsputz auf Knopfdruck

In der Inbox lässt sich per Knopfdruck aufräumen, indem zum Beispiel empfangene Newsletter der vergangenen 14 Tage archiviert oder gelöscht werden. Solche Aktionen lassen sich zum Beispiel auch auf Absenderadressen anwenden. Wer möchte, kann auch eigene Sortierfilter einrichten.

Das Webinterface orientiert sich stark an der schnörkellosen Designsprache von Windows 8. Außer der blauen Menüleiste mit nur sehr wenigen Einträgen bildet die weiße Oberfläche die E-Mail-Ordner des Anwenders links ab. Darunter finden sich die sogenannten Quick Views oder Schnellansichten, mit denen E-Mails nach vordefiniertem Filter angezeigt werden können. So lassen sich zum Beispiel markierte E-Mails, angehängte Bilder oder sonstige Dokumente oder Mails wichtiger Absender schnell herausfiltern.

Angehängte Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien können laut Microsoft in Skydrive gespeichert oder im den Office Web Apps bearbeitet werden. Auf die E-Mail-Inhalte zugeschnittene Werbung will Microsoft nicht einblenden – das heißt aber nicht, dass Outlook.com gänzlich werbefrei ist. Am rechten Rand sind Textnachrichten zu sehen, die erst bei Mausberührung Bilder und andere Elemente zeigen.

Mit Outlook.com können sowohl Text- als auch HTML-E-Mails geschrieben und empfangen werden. Das Adressbuch wird beim Erstellen der E-Mail automatisch gefüllt. Es ist jedoch auch möglich, mit Eingabe des Anfangsbuchstabens nach bereits vorhandenen Kontakten zu suchen. Die Kontakte lassen sich durch allerlei Informationen wie Fotos, Namen und Adressen zu einem Profil erweitern.

Soziale Netzwerke und E-Mail vereint

Outlook.com kann mit Facebook-Kontakten, Twitter, Linkedin, Google und Skype verbunden werden. Die Inbox zeigt Profilbilder bekannter Absender an und blendet, falls vorhanden, Status-Updates in einer separaten Spalte rechts neben der jeweiligen E-Mail ein. Diese Funktion kann aber auch abgeschaltet werden. Der Anwender kann nach Angaben von Microsoft jederzeit kontrollieren, was er mit den Personen aus seiner Kontaktliste teilen möchte. Wer möchte, kann auch einen Textchat (Windows Messenger und Facebook) über Outlook.com im Browser initiieren. Künftig soll das auch mit Skypes Videochat möglich sein.

Spam-Filter bietet Outlook.com(öffnet im neuen Fenster) ebenfalls an. Damit lassen sich zum Beispiel E-Mails unbekannter Absender gänzlich sperren oder Phishing E-Mails als solche klassifizieren, um einen Filter zu trainieren. Selbst die Abbestellung von E-Mail Newslettern aus Outlook.com heraus will Microsoft versuchen zu automatisieren. Der Anwender müsste im besten Fall dann nur noch den Unsubcribe-Knopf in Outlook.com klicken.

Wer will, kann die Tastaturkürzel von Gmail und der Desktop-Variante von Outlook auch in der Online-Version des E-Mail-Clients von Microsoft verwenden.

Skydrive-Integration

Weitere Funktionen wie eine detaillierte Suche, die Archivierung von Nachrichten, oder das automatische Weiterleiten von eingehenden E-Mails sowie Urlaubsbenachrichtigungen und E-Mail-Aliase sind ebenfalls vorhanden. Wenn große Dateien angehängt werden sollen, kann der Anwender bestimmen, ob sie als Link über Microsofts Cloud-Speicherdienst Skydrive zur Verfügung gestellt werden sollen oder nicht.

Nach dem Aufruf von Outlook.com muss der Anwender sich mit seiner Microsoft-Live-ID oder seinen Hotmail-Daten anmelden. Auch der Umstieg auf eine @outlook.com Adresse ist danach möglich. Eine IMAP-Unterstützung sowie eine Offline-Nutzungsmöglichkeit der Webapp fehlen bislang. Angaben zur maximalen Größe des Postfachs machte Microsoft nicht.

Nachtrag vom 1.8.2012, 12:40 Uhr:

Microsoft hat in einem Tweet mitgeteilt(öffnet im neuen Fenster), dass innerhalb weniger Stunden nach der Eröffnung von Outlook.com schon mehr als eine Million Nutzer dem Dienst beigetreten sind.


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