Outcast 2 The Lost Paradise: "Damals war das sehr beeindruckend"

Outcast 2 nutzte keine Voxel-Technik, sondern setzte aufgrund der GPU-Leistung der Playstation 2 vollständig auf Polygone. Dank kleiner Texturen und Geometrie-Instancing erreichte das Spiel trotz 300.000 Dreiecken pro Frame 60 Bilder pro Sekunde, wie Entwickler Franck Sauer Golem.de erzählt hat.

Artikel veröffentlicht am ,
Cutter Slade besteht in Outcast und in Outcast 2 aus Polygonen.
Cutter Slade besteht in Outcast und in Outcast 2 aus Polygonen. (Bild: Franck Sauer)

Nachdem Franck Sauer, einer der Entwickler des aufgelösten Spielestudios Appeal, ein Video des Playstation-2-Prototyps von Outcast 2 The Lost Paradise veröffentlicht hatte, wollten wir es genauer wissen: Nutzte der nie erschienene Nachfolger von Outcast immer noch Voxel oder doch Polygone? Im Gespräch mit Golem.de erinnert sich der belgische Entwickler, nennt technische Details und kündigt baldige Neuigkeiten zur Outcast-Franchise an.

Stellenmarkt
  1. IT-Support Specialist (m/w/d)
    UnternehmerTUM GmbH, Garching/München
  2. Experte Funktionale Sicherheit / Functional Safety Engineer (m/w/d)
    Bender Industries GmbH & Co. KG, Grünberg
Detailsuche

Das PC-Spiel Outcast gilt neben Comanche als Paradebeispiel für Voxel-Rendering, dabei basieren einzig die Landschaften und das Wasser auf diesen volumetrischen Pixeln. Die Rechenlast trägt hierbei der Prozessor, denn die damaligen Grafikkarten waren zu schwach für die detaillierten Umgebungen von Outcast: "Wir haben damals schlicht eine Voxel-Engine genutzt, weil es keine nennenswerte 3D-Beschleunigung gab, als wir mit der Entwicklung von Outcast begannen", erinnert sich Franck Sauer. "Selbst Mitte der 90er Jahre war die Darstellungsgeschwindigkeit von Polygonen zu gering für die Geometriekomplexität unserer Landschaften."

Den Nachfolger, Outcast 2 The Lost Paradise, entwickelte Appeal für die Playstation 2 statt für den PC und damit unter anderen Voraussetzungen. "Die Balance zwischen der CPU- und der GPU-Rechenleistung neigte sich viel mehr in Richtung des Grafikchips. Hätten wir den Prozessor mit der Voxel-Darstellung belastet, wäre die CPU nur damit beschäftigt und es wären kaum mehr Ressourcen für das Gameplay vorhanden gewesen, während die GPU sich gelangweilt hätte." Daher entschieden sich die Entwickler auch, für die Umgebungen auf Polygone zu setzen, die Charaktere etwa wurden schon in Outcast aus Dreiecken modelliert.

Aufgrund der Graphics Synthesizer genannten Grafikeinheit der Playstation 2, die viele Polygone zugleich berechnen kann, seien aufwendige Landschaften in Outcast 2 möglich gewesen - sogar noch komplexer als die im Vorgänger. "Wenn man die Vertex-Einheiten richtig programmierte und die Texturberechnung nicht limitierte, erreichte die Playstation 2 300.000 Dreiecken pro Frame bei 60 Bildern pro Sekunde - ziemlich beeindruckend für die damalige Zeit." Alle Texturen für Outcast 2 lagen in 128 x 128 Pixeln vor, diese passten genau in den 4 MByte großen Embedded-DRAM der Sony-Konsole und stellten somit keinen Flaschenhals dar.

  • Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
  • Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
  • Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
  • Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
  • Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
  • Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
  • Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
  • Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
  • Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
  • Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
  • Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
Outcast 2 The Lost Paradise für die Playstation 2 (Screenshot: Franck Sauer)
Golem Karrierewelt
  1. Informationssicherheit in der Automobilindustrie nach VDA-ISA und TISAX® mit Zertifikat: Zwei-Tage-Workshop
    22./23.11.2022, Virtuell
  2. CEH Certified Ethical Hacker v12: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    14.-18.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Für alle Outast-2-Level nutzte Appeal einen Kniff: "Da die Vertex-Einheiten der Playstation 2 mehrere Vertices in ihrem lokalen Speicher zusammenfassen konnten, diente dieser als Geometrie-Cache. In Kombination mit massivem Instancing mussten wir nicht auf den Hauptspeicher zugreifen - was den Rasterizer ausgebremst hätte - und konnten die Anzahl der Vertices maximieren. Dieser Trick sowie die 16-Bit-Texturen ermöglichten uns die erwähnten 300.000 Dreiecke pro Frame bei 60 Bildern pro Sekunde."

Bei heutigen PCs ist die GPU oft der ausschlaggebende Faktor und der Grund dafür, dass praktisch alle Spiele Polygone nutzen. Erst seit dem Aufkommen von Compute-Shadern sind Grafikchips in der Lage, mit anderen Techniken zu arbeiten, etwa Raytracing. Was das für die Outcast-Franchise bedeutet, hat Franck Sauer Golem.de nicht verraten: "Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nichts zu kommenden Veröffentlichungen sagen, aber wir arbeiten daran und werden bald etwas ankündigen."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Core-i-13000
Intel präsentiert Raptor Lake mit bis zu 5,8 GHz

Auf der Innovation hat Intel die 13. Core Generation vorgestellt. Kernzahl, Takt und Effizienz sollen deutlich steigen.

Core-i-13000: Intel präsentiert Raptor Lake mit bis zu 5,8 GHz
Artikel
  1. Ukrainekrieg: Meta stoppt ausgefeilte russische Desinformationskampagne
    Ukrainekrieg
    Meta stoppt ausgefeilte russische Desinformationskampagne

    Gefakte Webseiten deutscher Medien machen Stimmung gegen die Russland-Sanktionen. Die falschen Artikel wurden über soziale Medien verbreitet.

  2. Star Wars: Lego bringt großes Set der Razor Crest aus The Mandalorian
    Star Wars
    Lego bringt großes Set der Razor Crest aus The Mandalorian

    Aus fast 6.200 Teilen besteht das große Lego-Set der Razor Crest. Sie ist teuer, nicht aber für ein Star-Wars-Set.

  3. Creative Commons, Pixabay, Unsplash: Rechtliche Fallstricke bei Gratis-Stockfotos
    Creative Commons, Pixabay, Unsplash
    Rechtliche Fallstricke bei Gratis-Stockfotos

    Pixabay, Unsplash, CC ermöglichen eine gebührenfreie Nutzung kreativer Werke. Vorsicht ist dennoch geboten: vor Abmahnmaschen, falschen Quellenangaben, unklarer Rechtslage.
    Eine Analyse von Florian Zandt

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • AMD Ryzen 7000 jetzt bestellbar • CyberWeek: PC-Tower, Cooling & Co. • Günstig wie nie: Asus RX 6700 XT 539€, Acer 31,5" 4K 144 Hz 899€, MSI RTX 3090 1.159€ • AMD Ryzen 7 5800X 287,99€ • Xbox Wireless Controller 49,99€ • MindStar (Gigabyte RTX 3060 Ti 522€) [Werbung]
    •  /