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Oura Ring 5 im Test: Kann ein Ring heute schon die Sportuhr ersetzen?

Maximal unfair – oder nicht? Wir haben ausprobiert, wie sich ein winziger Smart-Ring gegen eine riesige Outdoor-Sportuhr von Garmin schlägt.
/ Peter Steinlechner
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Oura Ring 5 und Garmin Enduro 3 (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
Oura Ring 5 und Garmin Enduro 3 Bild: Peter Steinlechner / Golem
Inhalt
  1. Oura Ring 5 im Test: Kann ein Ring heute schon die Sportuhr ersetzen?
  2. Tagesform versus Body Battery
  3. Oura Ring 5: Preis und Fazit

Ich bin kein Ringträger. Jeder Ring, den ich in meinem Leben aus modischen oder sonstigen Gründen getragen habe, ist nach wenigen Tagen wieder vom Finger verschwunden und anschließend irgendwo in einer Schublade gelandet. Umso überraschter war ich, dass mich der Oura Ring 5 schon nach kurzer Zeit überhaupt nicht mehr störte.

Im Gegenteil: Nach einigen Tagen ertappte ich mich immer häufiger bei dem Gedanken, dass der kleine Ring in manchen Situationen tatsächlich eine erstaunlich alltagstaugliche Alternative zu meiner Garmin Enduro 3 (Test auf Golem) am anderen Handgelenk ist.

Eines ist klar: Für ambitionierte Läufer, Triathleten oder andere Leistungssportler ist der Ring keine Alternative zu einer ausgewachsenen Sportuhr. Schon das fehlende Display macht Intervalltrainings, Navigation oder das Ablesen von Trainingsdaten während der Aktivität unmöglich.

Wer dagegen entspannt joggt, Rad fährt oder wandern geht, kann den Ring sinnvoll nutzen. In Verbindung mit dem Smartphone zeichnet er sogar GPS-Strecken auf – und das Handy ist bei vielen dieser Aktivitäten ohnehin immer mit dabei.

Hinzu kommt bei Oura eine grundsätzlich gelungene Strava-Integration. Sowohl der Export von Oura nach Strava als auch der Import in die Gegenrichtung lassen sich getrennt voneinander aktivieren oder deaktivieren.

Wer möchte, kann seine Timeline also auch nur mit Ring und Smartphone füllen – etwa dann, wenn die Sportuhr zu Hause geblieben ist oder ihr Akku leer ist. Im Test funktionierte das insgesamt zuverlässig, bei einzelnen Aktivitäten fielen jedoch Unterschiede bei den synchronisierten Daten auf.

Der Oura Ring 5 konzentriert sich vor allem auf Gesundheit, Schlaf und Regeneration. Im Mittelpunkt stehen die tägliche Readiness-Bewertung, detaillierte Schlafanalysen mit Schlafphasen, Herzfrequenz und nächtlicher Hauttemperatur sowie die Erfassung von Aktivität und Kalorienverbrauch.

Vergleich Oura Ring 5 und Garmin Enduro 3
Oura Ring 5 (Größe 11)Garmin Enduro 3
Größe25,24 x 6,09 mm51 x 51 x 15,7 mm
Gewichtca. 2,5 Gramm63 Gramm
Akkbis zu 9 Tagebis zu 36 Tage (Solar bis zu 40 Tage)
Bedienungautomatisch, keine EingabeTouchscreen + fünf Tasten
SensorenOptische Herzfrequenz, SpO2, Hauttemperatur, 3-Achsen-BeschleunigungOptische Herzfrequenz inkl. SpO2 und Hauttemperatur, 3-Achsen-Beschleunigung, Gyroskop, 3-Achsen-Kompass, barometrischer Höhenmesser, Multi-Band-GNSS
Wasserdichtigkeit10 ATM (100 m)10 ATM (100 m)

Trainings werden automatisch erkannt oder manuell gestartet, die Empfehlungen orientieren sich jedoch deutlich stärker an Erholung und langfristiger Belastung als an sportlicher Höchstleistung.

Wie gut das in der Praxis funktioniert, und wo die Grenzen liegen, klärt dieser Test im direkten Vergleich mit der Garmin Enduro 3. Wir zeigen, für wen der kleine Ring eine Alternative zur Sportuhr sein kann – und wann an der Sportuhr kein Weg vorbeiführt.

Aktivitäten manuell oder automatisch erfassen

Wer mit dem Oura Ring 5 Sport treiben möchte, hat zwei Möglichkeiten: Aktivitäten lassen sich manuell als "Live-Aktivität" per App starten oder werden automatisch erkannt. Für die Liveaufzeichnung benötigt der Ring ein gekoppeltes Smartphone, das auch die GPS-Daten liefert.

Während des Trainings zeigt ein Widget auf dem Sperrbildschirm Distanz, Tempo und Dauer an und ermöglicht den direkten Sprung in die Oura-App. Praktisch sind die manuellen Pausen, die sich beliebig lange fortsetzen lassen. Eine automatische Pausenerkennung fehlt allerdings.

Standardmäßig zeichnet Oura Outdooraktivitäten gemeinsam mit dem Smartphone inklusive GPS-Strecke auf. Wer das nicht möchte, kann die Funktion deaktivieren und spart dadurch etwas Akku des Smartphones.

Ebenso gelungen ist die automatische Aktivitätserkennung. Spaziergänge, Wanderungen oder lockere Läufe erkannte der Ring im Test nahezu immer zuverlässig. Bevor eine Aktivität dauerhaft in der Oura-Timeline landet, muss sie bestätigt werden. Beginn, Ende, Sportart und weitere Angaben lassen sich anschließend bequem anpassen.

Bei den Trainingsdaten konzentriert sich Oura auf das Wesentliche. Dauer, Strecke, Pace und Herzfrequenz sind vorhanden, für viele Freizeitsportler dürfte das völlig ausreichen.

Die Garmin Enduro 3 spielt hier natürlich in einer anderen Liga. Sie liefert zusätzlich Trittfrequenz, Bodenkontaktzeit, vertikale Bewegung, Trainingsbelastung, Navigation und zahlreiche weitere Leistungsdaten, die für ambitionierte Läufer und Outdoorsportler entscheidend sein können.

Vieles davon werden Einsteiger allerdings kaum vermissen. Nur die Trittfrequenz für Läufer hätte ich mir auch beim Oura Ring 5 gewünscht. Ob das technisch möglich wäre, weiß ich aber nicht.


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