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Lieferflatrate Otto Up: Otto ist chancenlos gegen Ebay und Amazon

Der Versandhändler Otto bietet neuerdings eine Lieferflatrate an und will so mit Amazon und Ebay mithalten. Die Otto Up genannte Option enttäuscht uns aber mit zu vielen Einschränkungen.
/ Ingo Pakalski
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Up-Abo umfasst eine Lieferflatrate. (Bild: Otto)
Up-Abo umfasst eine Lieferflatrate. Bild: Otto

Amazon hat Prime, Ebay hat das Plus-Abo. Beide versprechen versandkostenfreie Lieferungen und einen besonders zügigen Versand, wenn sich Kunden für Jahresabos entscheiden. In Konkurrenz zu diesen Premiumdiensten hat Otto mit Up ebenfalls eine Lieferflatrate gestartet. Damit wird es Otto aber schwer haben, sich gegen Amazon und Ebay zu behaupten: Der Dienst des Versandhändlers ist verwirrender und bietet weniger.

Bei Otto Up(öffnet im neuen Fenster) geht es vor allem darum, Versandkosten zu sparen. Up-Bestellungen werden nicht bevorzugt schneller geliefert - je nach Artikel ist die Ware also genauso wie bei Bestellungen ohne Up-Flatrate erst nach einigen Tagen beim Käufer. Amazon-Prime-Kunden wird dagegen ein Versand am nächsten Werktag oder auch noch am gleichen Tag versprochen. Bei Ebay Plus wird immerhin eine besonders schnelle Lieferung ohne genaue Zeitangaben zugesichert.

Otto Up kostet pro Jahr 19 Euro hat damit einen ähnlichen Preis wie Ebay Plus mit 19,90 Euro. Das Prime-Abo von Amazon ist mit 69 Euro im Jahr deutlich teurer. Neben den Versandvorteilen erhalten Kunden aber das Videostreamingabo Prime Video und das Musikstreamingabo Amazon Music dazu. Zudem gibt es bestimmte Produkte für Prime-Abonnenten zu reduzierten Preisen. Auf den ersten Blick sieht es also so aus, als ob Otto mit Up vor allem ein Gegenangebot zu Ebay Plus entworfen hat. Allerdings ist das Up-Abo mit so vielen Beschränkungen versehen, dass es damit nicht konkurrieren kann.

Otto Up - Trailer
Otto Up - Trailer (01:41)

Otto Up gilt zwar für das gesamte Sortiment, das von Otto selbst ausgeliefert wird, jedoch sind alle Bestellungen ausgenommen, die per Spedition zugestellt werden. Wer also Möbel oder Großgeräte bei Otto kauft, muss für die Lieferung zusätzlich Speditionsgebühren von 29,95 Euro zahlen. Im Unterschied dazu sind solche Lieferungen bei Ebay Plus und auch bei Amazon Prime im Abo enthalten. An Ebay Plus können nur Händler teilnehmen, Privatverkäufer sind nicht zugelassen. Die Prime-Versandvorteile gibt es schon länger nicht nur für die von Amazon direkt angebotenen Artikel, sondern auch bei vielen Marketplace-Händlern.

Wer als Otto-Up-Kunde eine besonders schnelle Lieferung wünscht, muss dafür extra bezahlen. Die 24-Stunden-Paketlieferung wird voll mit 15,90 Euro berechnet, es gibt keinen Rabatt für Abonnenten. Das gilt auch für 24-Stunden-Lieferungen per Spedition: Die Versandkosten erhöhen sich ohne Ermäßigung auf 49,90 Euro.

Der Otto-Up-Kunde darf nicht vergesslich sein

Während bei Kunden von Amazon und Ebay automatisch keine Versandkosten berechnet werden, wenn die Lieferung im Abo enthalten ist, müssen sich Otto-Up-Kunden aktiv um ihre Abovorteile kümmern: Bei jeder Bestellung müssen sie selbst daran denken, dass sie das Up-Abo abgeschlossen haben und den passenden Aktionscode eingeben. So steht es im Kleingedruckten des Angebots. Wer es vergisst, zahlt trotz Abo die Versandgebühren. Das ist deutlich unbequemer als die Lösungen von Amazon und Ebay.

Außer mit der versandkostenfreien Lieferung für Pakete will Otto Kunden mit weiteren Vorteilen für ein Up-Abo begeistern. Jeden Sonntag werden spezielle Angebote versprochen, die andere Otto-Kunden nicht erhalten. Zudem gibt es ein Up-Sparbuch, auf dem ein Guthaben angespart wird, abhängig vom Umsatz, den der Kunde generiert. Dieses Guthaben kann dann mit künftigen Bestellungen verrechnet werden.

Guthaben auf Up-Sparbuch hat Verfallsdatum

Otto verspricht verschiedene Aktionen, um Guthaben anzusammeln. Derzeit gibt es eine Gutschrift von 1 Euro, wenn Kunden eine Produktbewertung verfassen. Zudem werden derzeit 100 Euro Prämie beim Kauf eines Energiespargeräts verteilt, das allerdings selbst mindestens 100 Euro kosten muss. Dieses Guthaben muss dann aber bis spätestens zum 31. Oktober 2018 eingelöst werden, danach verfällt es. Auch weitere Guthaben auf dem Up-Konto verfällen spätestens am 31. Dezember eines Jahres. Jedes Jahr wird also das Up-Guthaben am 1. Januar wieder auf Null gesetzt.

Damit unterliegt das Up-Sparbuch vielen Beschränkungen und Kunden müssen selbst den Überblick behalten, wann welches Guthaben verfällt. Zudem muss das gesamte Guthaben auf dem Up-Sparbuch auf einmal eingelöst werden. Denn der Mindestbestellwert richtet sich nach der Höhe. Wer also ein 100-Euro-Guthaben hat, kann dieses nicht einlösen, wenn seine Bestellung nur auf einen Warenwert von beispielsweise 60 Euro kommt.

Up kostet für Otto-Bestandskunden 19 Euro im Jahr. Es kann nur zusammen mit einer Bestellung aktiviert werden, einzeln ist es nicht buchbar. Das Abonnement endet nach einem Jahr und wird nicht automatisch verlängert. Hier agieren Amazon und Ebay anders, die betreffenden Abos verlängern sich automatisch, wenn sie nicht gekündigt werden. Wer sich als Neukunde bei Otto anmeldet, bekommt das Up-Abo im ersten Jahr kostenlos ab der ersten Bestellung. Diese Aktion gilt bis zum 30. Juni 2019.


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