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Otto fährt autonom: Ex-Google-Mitarbeiter entwickeln Nachrüstsatz für Lkw

Nicht nur große Lkw-Hersteller arbeiten am selbstfahrenden Güterverkehr. Ein kleines Startup stellt überraschend ein eigenes Konzept vor. Dahinter stehen bekannte Köpfe von Google.
/ Friedhelm Greis
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Ein selbstfahrender Lkw von Otto (Bild: Otto)
Ein selbstfahrender Lkw von Otto Bild: Otto

Frühere Mitarbeiter der US-Firmen Google, Apple und Tesla entwickeln ein Konzept für autonome Lkw. Dazu will Otto(öffnet im neuen Fenster), wie das Startup heißt, einen Bausatz auf den Markt bringen, mit dem bestehende Lkw nachgerüstet werden können. "Wir entwickeln ein Paket von Sensoren, Software und Lkw-Verbesserungen, das als kombiniertes Produkt schnell in vorhandene Lkw eingesetzt werden kann", heißt es in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster). Dabei soll es vor allem darum gehen, die Lkw-Fahrer beim ermüdenden Fahren auf den amerikanischen Highways zu entlasten.

Zu den Mitbegründern des Unternehmens (öffnet im neuen Fenster) gehören Anthony Levandowski, früher Chef von Googles Abteilung für autonomes Fahren, sowie Lior Ron, ehemaliger Produktchef von Google Maps. Die beiden weiteren Mitbegründer Don Burnette und Claire Delaunay waren ebenfalls zuvor bei Google. Insgesamt hat das Unternehmen derzeit 40 Mitarbeiter, rund 20 Experten für autonomes Fahren werden noch gesucht.

Deutlich billiger als neuer Lkw

Laut US-Medienberichten (öffnet im neuen Fenster) hat Otto bereits drei Volvo Lkw vom Typ VNL 780 mit seinen Sensoren und Aktoren ausgerüstet und im US-Bundesstaat Nevada getestet. Nach Angaben des Unternehmens soll das gesamte Paket für den Autobahnpiloten deutlich günstiger als ein neuer Lkw sein, der 100.000 bis 300.000 Dollar kostet.

In einem Interview mit Backchannel (öffnet im neuen Fenster) wies Ron darauf hin, dass die Fahrer auf der Autobahn komplett verzichtbar seien und sich in die Kabine zum Schlafen legen könnten. Dadurch sei es beispielsweise möglich, die bislang erlaubten Fahrzeiten von elf Stunden am Tag auf den ganzen Tag auszudehnen. Zudem könnte durch den Einsatz der Technik die Zahl der Unfälle reduziert werden.

Konvoi-Fahrten uninteressant

Laut Ron will sich das Startup jedoch auf die 350.000 Kilometer Autobahnen in den USA beschränken. Diese sind leichter zu kartographieren, zudem sind die Anforderungen an die Technik nicht so hoch. Wann der erste kommerzielle Otto-Truck losfahren kann, ließ er jedoch offen. Sein Team sei bereit, dies sehr schnell zu tun, sagte Ron. Allerdings müssten dazu erst die rechtlichen Fragen geklärt sein.

Europäische Hersteller wie Volvo und Daimler arbeiten ebenfalls intensiv an selbstfahrenden Lkw. Zuletzt präsentierte Daimler eine auf WLAN basierende Technik zum automatisierten Fahren im Verbund. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen seinen hochautomatisierten Lkw gezeigt. Otto hält das Konvoi-Fahren hingegen für "o. k.", aber nicht so wichtig. Sein Unternehmen wolle eine Lösung für das "schwierigste und wichtigste Problem liefern: ein selbstfahrender Einzel-Lkw", sagte Ron.


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