• IT-Karriere:
  • Services:

Osiris Rex: Nasa gelingt Asteroidenlandung

Nach der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa zeigt auch die Nasa, dass sie auf einem Asteroiden landen und Proben für die Erde nehmen kann.

Artikel veröffentlicht am ,
So stellen sich Künstler den Landeanflug von Osiris Rex vor.
So stellen sich Künstler den Landeanflug von Osiris Rex vor. (Bild: Nasa)

Die Mission von Osiris Rex begann im Jahr 2011, als der Bau der Asteroidensonde offiziell genehmigt wurde. In der Nacht zum 21. Oktober 2020 erreichte sie ihren vorläufigen Höhepunkt: die Landung und Probenahme auf dem Asteroiden Bennu. Damit gelang der rund 800 Millionen US-Dollar teuren Mission die erste geplante Landung einer Raumsonde der Nasa auf einem Asteroiden, insgesamt ist es die dritte überhaupt. Zuvor waren bereits die Raumsonden Hayabusa und Hayabusa 2 erfolgreich auf Asteroiden gelandet.

Stellenmarkt
  1. R2 Consulting GmbH, Bayern
  2. Hays AG, Hannover

Nachdem der Landeanflug schon zuvor mehrfach geprobt wurde, setzte Osiris Rex erstmals den Probensammler auf der Oberfläche auf. Zur Probensammlung wird Stickstoff unter hohem Druck auf die Oberfläche geblasen. Dabei soll sich Sand und Gestein in einem Sieb im Probensammler verfangen. Geplant ist, wenigstens 150 Gramm zu sammeln. Ist es weniger, soll im Januar ein zweiter Versuch der Probenahme unternommen werden.

Ob der erste Anlauf geklappt hat, ist derzeit unbekannt. Erste Anhaltspunkte zum Erfolg der Probensammlung werden im Laufe des Tages erwartet, nachdem Kameraaufnahmen der Aktion zur Erde gefunkt und ausgewertet wurden. Da aber niemand direkt in den Probensammler schauen kann, muss indirekt gemessen werden, wie sich das Trägheitsmoment der Sonde durch die Masse des zusätzlichen Probenmaterials und den fehlenden Stickstoff verändert hat.

Schwungräder und Manövertriebwerke versetzen dazu die Sonde mit bekannten Drehimpulsen in Rotation und messen die resultierende Drehgeschwindigkeit. Je mehr Masse aufgesammelt wird, desto langsamer wird sich die Sonde drehen.

Diese Messung wird ungefähr eine Woche dauern und ist auch nicht sehr genau. Deshalb hofft die Nasa auf eine Masse von 150 Gramm, obwohl 60 Gramm für die geplanten wissenschaftlichen Untersuchungen ausreichen würden. Bei Tests mit reduzierter Schwerkraft in Flugzeugen konnte der Mechanismus im besten Fall 1.900 Gramm einsammeln.

Hayabusa war schneller und günstiger

Der Abflug vom Asteroiden Bennu ist am 3. März 2021 geplant, die Ankunft der Proben auf der Erde für den 24. September 2023. Es wäre dann die dritte im Weltall entnommene Probe von einem Asteroiden, die die Erde erreicht. 2006 landete bereits die japanische Raumsonde Hayabusa auf dem Asteroiden Itokawa, brachte 2010 aber nur wenige Staubkörner zurück zur Erde. Viel mehr als das soll Hayabusa 2 gesammelt haben, die Rückkehr von deren Probenkapsel zur Erde wird am 3. Dezember 2020 erwartet. Die Kosten für diese beiden Missionen zusammen werden mit umgerechnet 650 Millionen US-Dollar angegeben.

Alles über Astronomie: Die Wunder des Weltalls, Sterne und Planeten beobachten

Inzwischen plant die Jaxa mit dem Mars Moon Explorer (MMX) eine Nachfolgemission, bei der Proben von den asteroidenähnlichen Marsmonden gesammelt und zur Erde gebracht werden sollen. Das war schon der Plan für die russisch-europäische Mission Fobos-Grunt, die aber 2011 wegen einer Fehlfunktion der Trägerrakete wieder zurück auf die Erde stürzte.

Noch davor brachte die 1999 von der Nasa gestartete Mission Stardust im Jahr 2006 einige außerirdische Staubkörner zur Erde, nachdem die Sonde im Januar 2004 durch den Schweif des Kometen Wild 2 geflogen war. Die Kosten dieser Mission beliefen sich auf rund 220 Millionen US-Dollar.

Nachtrag vom 21. Oktober 2020, 23:42 Uhr

Inzwischen veröffentlichte die Nasa auf Twitter 16 Bilder von der Probenahme. Die Sonde soll etwas schneller als geplant auf den Asteroiden getroffen sein. Allerdings soll der Sammelmechanismus unter solchen Bedingungen in Tests die besten Ergebnisse abgeliefert haben. Insgesamt verbrachte die Sonde sechs Sekunden auf der Oberfläche des Asteroiden. Wie viel Material sie eingesammelt hat, bleibt abzuwarten. Sollte es zu wenig sein, ist noch Stickstoff für zwei weitere Versuche zur Probenahme in den Druckflaschen der Sonde übrig.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. XFX Radeon RX 6800 16GB für 719€)
  2. gratis (bis 10.11., 17 Uhr)
  3. (u. a. Sandisk Ultra PCIe-SSD 1TB für 88,46€, Seagate IronWolf 4TB HDD für 104,33€, Seagate...
  4. (u. a. Gainward GeForce RTX 3060 Ti Phoenix GS für 619€, MSI GeForce RTX 3080 SUPRIM X 10G für...

Frank... 21. Okt 2020 / Themenstart

Man versetzt die ganze Sonde mit bekanntem Drehimpuls kontrolliert in Rotation und misst...

Frank... 21. Okt 2020 / Themenstart

Lange her. Hatte ich vergessen. Danke.

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Immortals Fenyx Rising - Fazit

Im Video zeigt Golem.de das Actionspiel Immortals Fenyx Rising.

Immortals Fenyx Rising - Fazit Video aufrufen
Librem Mini v2 im Test: Der kleine Graue mit dem freien Bios
Librem Mini v2 im Test
Der kleine Graue mit dem freien Bios

Der neue Librem Mini eignet sich nicht nur perfekt für Linux, sondern hat als einer von ganz wenigen Rechnern die freie Firmware Coreboot und einen abgesicherten Bootprozess.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. Purism Neuer Librem Mini mit Comet Lake
  2. Librem 14 Purism-Laptops bekommen 6 Kerne und 14-Zoll-Display
  3. Librem Mini Purism bringt NUC-artigen Mini-PC

Macbook Air mit Apple Silicon im Test: Das beste Macbook braucht kein Intel
Macbook Air mit Apple Silicon im Test
Das beste Macbook braucht kein Intel

Was passiert, wenn Apple ein altbewährtes Chassis mit einem extrem potenten ARM-Chip verbindet? Es entsteht eines der besten Notebooks.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Apple Macbook Air (2020) im Test Weg mit der defekten Tastatur!
  2. Retina-Display Fleckige Bildschirme auch bei einigen Macbook Air
  3. iFixit Teardown Neue Tastatur macht das Macbook Air dicker

iPhone 12 Mini im Test: Leistungsstark, hochwertig, winzig
iPhone 12 Mini im Test
Leistungsstark, hochwertig, winzig

Mit dem iPhone 12 Mini komplettiert Apple seine Auswahl an aktuellen iPhones für alle Geschmäcker: Auf 5,4 Zoll sind hochwertige technischen Finessen vereint, ein besseres kleines Smartphone gibt es nicht.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple Nutzer beklagen Netzabbrüche beim iPhone 12
  2. Apple Bauteile des iPhone 12 kosten 313 Euro
  3. Touchscreen und Hörgeräte iOS 14.2.1 beseitigt iPhone-12-Fehler

    •  /