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Oryon: ARM entzieht Qualcomm Architekturlizenz

Der Rechtsstreit zwischen ARM und Qualcomm eskaliert: Berichten zufolge entzieht ARM Qualcomm die Architekturlizenz – das Snapdragon-X-Projekt wäre so in Gefahr.
/ Tobias Költzsch
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In dem Streit geht es um die Oryon-basierten Laptop-CPUs. (Bild: Qualcomm)
In dem Streit geht es um die Oryon-basierten Laptop-CPUs. Bild: Qualcomm

Der CPU-Designer ARM hat dem Chiphersteller Qualcomm die Lizenz mit einer Frist von 60 Tagen entzogen. Das berichtet Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf ein entsprechendes Dokument, das die Nachrichtenseite einsehen konnte. Die Lizenz erlaubt es Qualcomm, das geistige Eigentum von ARM für sein Chipdesign zu verwenden.

Die 60-Tage-Frist wurde offenbar vertraglich festgelegt. Die beiden Unternehmen liegen seit 2022 im Streit , nachdem ARM seinem jahrelangen Partner Qualcomm vorgeworfen hatte, ARM-basierte Chips ohne Lizenz herzustellen.

Dabei geht es um die Oryon-Chips für Notebooks, die ursprünglich von Nuvia entwickelt wurden und für die laut ARM keine Lizenz besteht. Qualcomm übernahm Nuvia später, das Chipdesign ist die Basis für die Snapdragon-X-Chipreihe für Notebooks. Ob auch der neue Snapdragon 8 Elite für Smartphones und die neuen Automotive-Chips betroffen sind, ist unklar, aber denkbar – die SoCs verwenden auch Oryon-Kerne.

Qualcomm bezeichnet die Vorwürfe als "substanzlos"

Qualcomm bezeichnet das Vorgehen ARMs als "weitere unbegründete Drohungen, um einen langjährigen Partner unter Druck zu setzen" . ARM wolle damit das CPU-Geschäft Qualcomms stören und höhere Lizenzzahlungen erzwingen; die Vorwürfe seien "substanzlos" . ARM äußerte sich hingegen nicht zu dem Bloomberg-Bericht.

"Wir sind zuversichtlich, dass Qualcomms Rechte innerhalb der Vereinbarung mit ARM bestätigt werden" , erklärt Qualcomm. Im Dezember 2024 soll die Gerichtsverhandlung zwischen ARM und Qualcomm beginnen. Sollte ARM Recht bekommen, dürfte Qualcomm wegen seiner neuen Oryon-CPUs in Schwierigkeiten geraten, auf denen das komplette Notebook-CPU-Geschäft basiert.


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