ORWLCD: 3D-LCD kommt fast ohne Strom aus

Forscher der Hongkong University of Science and Technology haben einen Flüssigkristallbildschirm (LCD) entwickelt, der wie ein E-Paper-Display nur dann Strom braucht, wenn der dargestellte Inhalt verändert wird. Sie stellen es in der Fachzeitschrift Optics Letters(öffnet im neuen Fenster) vor.
Ein herkömmliches LCD besteht aus zwei polarisierten Glasplatten, zwischen denen sich Flüssigkristallmoleküle befinden. Elektroden steuern die Ausrichtung der Kristalle, wodurch sich die Durchlässigkeit für polarisiertes Licht ändert.
LCD ohne Elektroden
Die Forscher um Abhishek Srivastava kommen ohne Elektroden aus, was verschiedene Vorteile hat: Der Bildschirm wird dünner und benötigt kaum noch Strom. Ein neuer Inhalt, etwa ein Bild, wird durch einen Lichtblitz auf das Display geschrieben. Für die weitere Anzeige wird keine elektrische Energie mehr benötigt. Es könne jahrelang angezeigt werden, sagt Srivastava(öffnet im neuen Fenster) . Weiterer Vorteil: Da es ohne Steuerelektronik auskommt, ist das Display günstig herzustellen.
Optically Rewritable Liquid Crystal Display (etwa: optisch wiederbeschreibbarer Flüssigkristallbildschirm, abgekürzt ORWLCD) heißen diese Bildschirme. Sie können zudem dreidimensionale Bilder darstellen.
Unterschiedliche Polarisierung
Die Forscher aus Hongkong erzielen den 3D-Effekt, indem sie die Polarisierung des Lichts, das durch das Display fällt, ändern. Das Bild wird in drei Bereiche geteilt: In einem wird das Licht nicht modifiziert. In den beiden anderen jeweils um 45 Grad nach links und nach rechts gedreht. Vor dem Bildschirm sitzt ein Filter, der das Licht aus den drei Bereichen unterschiedlich polarisiert. Mit einer geeigneten Brille sieht der Betrachter dann ein dreidimensionales Bild.
Wie ein E-Paper-Display eignet sich das ORWLCD besonders für Anzeigen, die sich über einen längeren Zeitraum nicht verändern - etwa für einen E-Book-Reader oder als Sicherheitsmerkmal auf einer Kreditkarte. Videos kann es jedoch nicht darstellen, dazu ist die Bildwiederholrate zu gering. Zudem zeigt es nur Graustufen. Fernseher mit dieser Technik wird es also erst einmal nicht geben. Die Forscher arbeiten jedoch sowohl an der Farbe als auch an der Erhöhung der Bildrate.



