Ororatech: Waldbrandbekämpfung mit Echtzeitüberwachung aus dem Weltraum

Mit dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX wurden am 12. Januar 2026 die ersten zehn, jeweils 300 kg schweren Satelliten vom kanadischen Satellitenbetreiber Kepler Communications in die Erdumlaufbahn befördert. Diese sind mit vier Wärmebildsensoren aus Deutschland ausgestattet(öffnet im neuen Fenster) und sollen die Waldbrandfrüherkennung aus dem Weltraum in nahezu Echtzeit ermöglichen.
Die Wärmebildsensoren Safire-Gen4 stammen vom deutschen Raumfahrt-Startup Ororatech, das seinen Sitz in München und Toronto (Kanada) hat. Dieser Start soll den Weg für den ersten thermischen Livestream der Erde ebnen.
Das Unternehmen erklärte, dass die thermischen Daten im Orbit berechnet und über das Satellitennetzwerk von Kepler weitergeleitet werden, bevor die Daten von den Bodenstationen heruntergeladen werden.
Dies würde eine schnelle Erkennung von Waldbränden und eine kontinuierliche thermische Überwachung auf globaler Ebene ermöglichen. Das System sei auf Langlebigkeit und Kompatibilität mit einer Vielzahl von Orbitalplattformen ausgelegt.
Die Wärmebildsensoren von Oraratech
Laut den Unternehmenssprechern von Ororatech ist die Safire-Sensorfamilie die bislang am weitesten verbreitete kommerzielle Wärmebildlösung. Sie befindet sich als Nutzlast in den eigenen Satelliten von Ororatech, aber auch bei den Partnerunternehmen des Start-ups.
Mit den Sensoren sollen thermische Anomalien schnell erkannt werden – also etwa Waldbrände, die dank der hochauflösenden Infrarotdaten frühzeitig identifiziert werden können. Die im Orbit erfassten thermischen Daten werden über das Satellitennetzwerk weitergeleitet und innerhalb weniger Minuten zur Erde übertragen. Dabei können Brände bis zu einer Auflösung von 4 × 4 Metern erkannt werden.
Erkennungslücken schließen
Das System soll Erkennungslücken reduzieren und die Geschwindigkeit und globale Reichweite der Waldbrandüberwachung verbessern. Das System arbeitet unter anderem mit Infrarotdaten(öffnet im neuen Fenster) im mittleren Wellenbereich (3,4 bis 4,2 Mikrometer), um Flammen mit hohen Temperaturen vom All aus zu erkennen.
Zudem werden zwei längerwellige Bereiche abgedeckt, die von 8,1 bis 9,3 µm und von 10,4 bis 12,5 µm. Dadurch können Wärmequellen mit niedrigerer Temperatur, einschließlich schwelender Vegetation oder durch Rauch verdeckter Brände, erkannt werden.
Als schwelende Vegetation werden Pflanzenreste wie Laub, Holz und Wurzeln bezeichnet, die unter der Erde oder auf dem Waldboden langsam und unvollständig glimmen (schwelen). Diese produzieren viel Rauch, aber keine großen Flammen. Die Beobachtung in diesen beiden Wellenbereichen dient nicht nur zur Früherkennung. Die Technik soll auch dabei helfen, Fehlalarme zu reduzieren.