Orion: Sicherheitstest für Nasa-Raumschiff ohne Fallschirm

Ein simulierter Startabbruch soll Daten für die ersten Orion-Flüge mit Astronauten liefern. Die Kapsel stürzte ohne Fallschirm mit etwa 500 km/h ins Meer.

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Der Moment des Startabbruchs war spektakulär.
Der Moment des Startabbruchs war spektakulär. (Bild: NasaTV / Screenshot (Golem.de))

Vor dem Jahr 2022 wird kein Orion-Raumschiff mit Astronauten an Bord fliegen. Bis dahin müssen noch die Sicherheitssysteme für den Fall von Fehlfunktionen an der Rakete entwickelt und getestet sein. Dazu führte die Nasa heute einen zweiten Test des Startabbruchsystems durch. Nachdem vor neun Jahren ein Abbruch vom Boden aus simuliert wurde, sollte sich das System diesmal im Flug beweisen.

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Die Kapsel musste zuvor auf die Höhe und Geschwindigkeit gebracht werden, bei der während eines Raketenstarts die größten aerodynamischen Kräfte auftreten. Auf 9,5 Kilometern Höhe, bei einer Geschwindigkeit von Mach 1,3, wurde dann das Fluchtsystem aktiviert. Zur Beschleunigung diente die erste Stufe einer Peacekeeper-Rakete, eine Langstreckenrakete, die zur Bombardierung anderer Länder mit Wasserstoffbomben entwickelt wurde.

Da die genaue Leistung solcher Raketenmotoren gewissen Schwankungen unterliegt, gab der Bordcomputer das Signal für den Test, sobald die passenden Bedingungen erreicht wurden. Das geschah 50 Sekunden nach dem Start, etwa fünf Sekunden eher als erwartet. Anschließend zog der sogenannte Fluchtturm mit einer Reihe kleiner Feststoffraketen die Kapsel von der Raketenstufe weg und drehte die Kapsel entgegen der Flugrichtung, bevor der Fluchtturm abgesprengt wurde.

Die Kapsel flog dann in einer aerodynamisch weitgehend stabilen Position, mit dem Hitzeschutzschild voran, in Richtung Erde. Bei der Kapsel handelte es sich allerdings nicht um ein echtes Raumschiff, sondern nur um einen Simulator mit der gleichen Form und Masseverteilung. Sie hatte auch keinen Fallschirm, um die Kapsel zu stabilisieren und für eine sichere Landung im Meer abzubremsen. So geriet die Kapsel bald darauf ins Taumeln und stürzte mit etwa 500 km/h ins Meer.

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Dieses Vorgehen ist ungewöhnlich. Ähnliche Tests bei Blue Origin verwendeten Originalkapseln mit Fallschirm. Auch SpaceX wollte zum Test des Crew Dragon das bereits geflogene Originalraumschiff verwenden, bevor es in der Testvorbereitung zerstört wurde. Die Nasa selbst führte ähnliche Tests für die Mercury- und Apollo-Programme ebenfalls mit echten Kapseln durch, was vor allem sicherstellt, dass die Fallschirme unter den Bedingungen des Luftdrucks und der Geschwindigkeiten beim Startabbruch auch wie geplant funktionieren.

Ob der Test mit einem echten Orion-Raumschiff noch nachgeholt wird, ist dagegen fraglich. Bei der Qualifikation des CST-100 Starliner Raumschiffs von Boeing gab sich die Nasa mit reinen Simulationen zufrieden, ganz ohne einen Startabbruchtest im Flug. Ein weitgehend vollständiges Orion-Raumschiff soll nächstes Jahr in der Mission Artemis-1 ohne Menschen an Bord um den Mond fliegen und im Jahr 2022 mit Menschen. Beobachter des Programms sehen allerdings nicht, dass dieser Zeitplan mit den aktuellen Fortschritten gehalten werden kann.

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Kadjus 03. Jul 2019

Genauso wie die von Mercedes, BMW, Renault/Opel, PSA, Ford, ... Aber ja, ob man sich auf...

Netspy 02. Jul 2019

Wir wissen ja mittlerweile alle, wie gut Boeing bei Software und Simulationen von...

elmo-space 02. Jul 2019

Die Kapsel mit dem kleinen Feststoffbooster darunter erinnert mich irgendwie sehr stark...



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