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Orico Enclosure im Test: Die NVMe-SSD wird zum USB-Stick

Wer eine ältere NVMe-SSD über hat, kann diese immer noch als sehr schnellen USB-Stick verwenden: Preiswerte Gehäuse wie das Orico Enclosure nehmen M.2-Kärtchen auf, der Bridge-Chip könnte aber flotter sein.

Ein Test von veröffentlicht am
Orico SSD Enclosure TCM2 mit Samsungs 970 Evo Plus
Orico SSD Enclosure TCM2 mit Samsungs 970 Evo Plus (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Die schnellsten externen SSDs wie Samsungs Portable SSD X5 nutzen Intels Thunderbolt 3, die meisten anderen wie Samsungs Portable SSD T5 hingegen USB 3.2 Gen2 als Schnittstelle. Letztere kommen aber nur auf gut 500 MByte/s anstelle über 1,7 GByte/s, weil innen langsamere Sata- statt NVMe-SSDs verbaut sind.

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Vor gut einem Jahr aber hat Jmicron einen NVMe/PCIe-auf-USB-Bridge-Chip vorgestellt, den JMS583-Controller. Mittlerweile sind von diversen Herstellern damit ausgerüstete Gehäuse verfügbar, in die eine NVMe-SSD gesteckt werden kann, um so Transferraten von bis zu 1 GByte/s zu erreichen. Wir haben uns das PCM2- und das TCM2-Modell von Orico aus China zum Test schicken lassen. Beiden gemein ist eine Platine mit dem JMS583-Chip und einem M.2-Steckplatz für SSDs mit M-Key.

Es werden also nur Modelle mit einer Kerbe zwischen den Pins unterstützt, nicht aber solche mit einem zusätzlichen B-Key. Das bedeutet, dass nur NVMe- und keine Sata-SSDs kompatibel sind. Als Längen sind M.2-2280-, 2260-, 2242- und 2230-Kärtchen montierbar. Orico legt hierzu einen Abstandhalter, eine kleine Schraube, einen passenden Dreher und erfreulicherweise eine bebilderte sowie eine englischsprachige Anleitung bei.

  • Orico SSD Enclosure TCM2 und PCM2 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Orico SSD Enclosure TCM2 und PCM2 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Orico SSD Enclosure TCM2 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Orico SSD Enclosure TCM2 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Orico SSD Enclosure TCM2 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Orico SSD Enclosure TCM2 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Orico SSD Enclosure PCM2 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Atto-Benchmark mit Orico SSD Enclosure TCM2 und Samsung 970 Evo Plus (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Crystal-Disk-Benchmark mit Orico SSD Enclosure TCM2 und Samsung 970 Evo Plus (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Kopier-Benchmark mit Orico SSD Enclosure TCM2 und Samsung 970 Evo Plus (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Nach ein paar GByte ist der SLC-Puffer der Samsung 970 Evo Plus voll. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Orico SSD Enclosure TCM2 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

So ganz klappt das mit der Übersetzung aber nicht: Beim PCM2-Gehäuse handelt es sich noch korrekt um ein "NVMe M.2 SSD Enclosure", beim TCM2 allerdings nur um ein "NVMe M.2 SSD Enclsure" - durch die unverständlicherweise breitere Schrift ist hier das 'o' abhanden gekommen. Beim als Aluminium gefertigten PCM2 sind bereits Wärmeleitpads für den JMS583-Chip und den SSD-Controller aufgebracht, beim aus Plexiglas samt eingelassenem Alu-Kühler bestehenden TCM2 müssen wir die beiden mitgelieferten Pads selbst an den richtigen Stellen aufkleben.

Orico liefert die SSD-Gehäuse mit je zwei 50 cm langen Kabeln aus, eines mit Type-C-Anschlüssen und eines mit C-auf-A-Steckern. Wir haben das TCM2-Modell für unseren Test verwendet und eine 250 GByte fassende 970 Evo Plus von Samsung verbaut. Ob der Orico-SSD-USB-Stick läuft, erkennen wir an der blauen LED - und an der Temperatur des Aluminiumprofils. Zumindest nach IOPS-Benchmarks wird das richtig heiß, denn wir können die Samsung-SSD trotz Kühler auf über 80 Grad treiben. Werden einfach nur große Videodateien verschoben, bleibt das Kärtchen deutlich kühler.

Der JMS583-Controller ist ein Bridge-Chip, welcher NVMe/PCIe-Signale auf USB übersetzt. Er unterstützt zwei PCIe-Gen3-Lanes und könnte somit theoretisch bis zu 2 GByte/s liefern. Allerdings ist USB 3.2 Gen2 auf 10 GBit/s begrenzt - das sind theoretisch 1,25 GByte/s. Wir erreichen unter Windows 10 v1903 praktisch 1,05 GByte/s aufgrund des anfallenden Overheads. Wichtig für die volle Geschwindigkeit sind UASP-Treiber (USB Attached SCSI Protocol) ab Linux-Kernel 3.18-rc4, ab Mac OS X 10.8 Mountain Lion und ab Windows 8. Bei Windows 7 müssen die Treiber manuell installiert werden. Unter Opensuse (Tumbleweed) schafften wir anfangs lesend knapp 900 MByte/s, aber kurioserweise schreibend nur 180 MByte/s obwohl Linux die externe SSD als 10-GBit/s-UASP-Gerät erkennt.

Zumindest am Desktop-System benötigt unsere externe Eigenbau-SSD im Leerlauf rund 2 Watt (0,41 Ampere bei 5 Volt), unter Last sind es in der Spitze etwa 5 Watt (1,02 Ampere bei 5 Volt). Letzteres ist genau der Wert, den wir auch per PCIe-Extender gemessen haben und den Samsung selbst angibt. Der Leerlauf ist typischerweise recht hoch, weil anders als bei einem Ultrabook keine Schlafzustände wie L1.2 anliegen.

Verfügbarkeit und Fazit

Orico vertreibt das NVMe M.2 SSD Enclosure über Amazon, das TCM2 kostet gut 35 Euro, und das PCM2-Pedant bepreist der Hersteller mit etwas über 45 Euro. Die von uns verwendete Samsung 970 Evo Plus mit 250 GByte gibt es für unter 80 Euro, für die PCM2/TCM2-Gehäuse reicht aber auch eine günstigere WD Blue SN500 für 50 Euro. Das sind etwa 85 Euro, was dem Preis einer langsameren Samsung Portable SSD T5 mit ebenfalls 250 GByte entspricht.

Alternativen zu den Orico-Gehäusen sind Modelle wie das Delock 42600 oder das Raidsonic IB-1816M-C31; beide kosten meist um 50 Euro. Allerdings werden sie von lokalen Händlern wie Alternate oder Mindfactory vertrieben.



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narfomat 11. Jul 2019

ist das so... bis vor kurzem haben da aber sehr wohl noch die bridge-chips limitiert...

sg-1 05. Jul 2019

Ist die Hebelwirkung auf den Port nicht viel zu groß?

mgutt 04. Jul 2019

Die TB3 Lösungen warnen ja maßlos überteuert.

DooMMasteR 04. Jul 2019

Wie sieht das ganze mit aktuellen Kernels aus (>= 5.0)? Welches Mainboard/Chipsatz hat...


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