Abo
  • Services:
Anzeige
Ort könnte Dropbox und Git ersetzen.
Ort könnte Dropbox und Git ersetzen. (Bild: Screenshot: Golem.de)

Ori Dateisystem statt Dropbox

Wissenschaftler an der Universität Stanford haben mit Ori ein neues Dateisystem entwickelt, das dafür sorgen soll, dass die wichtigsten persönlichen Dateien auf allen genutzten Geräten zur Verfügung stehen - ähnlich wie bei Cloud-Speicherdiensten wie Dropbox, aber zu einem Bruchteil der Kosten und ohne Cloud-Server.

Anzeige

Wenn Nutzer bereit sind, bei Dropbox zum Speichern von 1 GByte rund 25-mal mehr zu zahlen, als das Speichern dieser Datenmenge auf einer lokalen Festplatte kostet, dann deutet das darauf hin, dass diesen Nutzern das Datenmanagement, also Backup, Versionierung und Zugriff von allen Geräten, sehr wichtig ist. Doch nach Ansicht von Ali Mashtizadeh, Andrea Bittau, Yifeng Frank Huang und David Maziéres von der Universität Stanford ist die Cloud nicht der beste Ort, um diese Verwaltungsfunktionen umzusetzen. Schließlich ist lokaler Plattenplatz heute sehr billig und wächst dadurch schneller als die verfügbaren Bandbreiten. War es 1990 möglich, eine Festplatte mit der damals üblichen Speicherkapazität von 60 MByte mit einem 9.600-Baud-Modem in rund 14 Stunden komplett zu übertragen, kann man heute für 120 US-Dollar eine Festplatte mit 3 TByte kaufen, deren komplette Übertragung mit 1 MBit/s rund 278 Tage dauert.

Mit Ori wollen sie eine Alternative zu Cloud-Speicherdiensten bieten. Dabei handelt es sich um ein Dateisystem, das Daten über mehrere Geräte synchronisiert und überall zur Verfügung stellt, Zugriff auf alte Versionen von Dateien bietet und es einfach macht, Daten mit anderen zu teilen. Dabei stehen die Daten dann auf allen Geräten auch offline zur Verfügung. Einen Single Point of Failure gibt es nicht, denn Ori setzt vollständig auf eine Peer-to-Peer-Struktur mit opportunistischer Synchronisation zwischen Geräten, die sich in der Nähe befinden. Solange eine Kopie der Daten erhalten bleibt, lassen sie sich auf allen Geräten wiederherstellen.

Dabei ist es möglich, die Daten auch über die Grenzen des Dateisystems mit kompletter History zu kopieren, was die Wissenschaftler als "grafting" bezeichnen. Solche Grafts können ausdrücklich in beide Richtungen resynchronisiert werden, was der Funktion eines verteilten Versionskontrollsystems entspricht. Allerdings muss bei Ori nicht vorab ein Verzeichnis als Repository festgelegt werden, denn jedes Verzeichnis ist bei Ori zugleich ein Repository. Werden Daten nicht einfach kopiert, sondern gegraftet, enthält eine Datei alle in einer anderen Version gemachten Änderungen.

Ori setzt keine ständige Verbindung zwischen den Geräten voraus, sondern gleicht die Daten auf mehreren Geräten immer dann ab, wenn ein Gerät durch eine automatische Geräteerkennung gefunden wird. Kommt es bei der Synchronisation zu Konflikten, soll Ori diese meist automatisch lösen. Gelingt das nicht, zeigt es die Konflikte ähnlich einem Versionskontrollsystem an.

Ori wurde als gewöhnliches Dateisystem umgesetzt und reagiert auf Posix-Systemaufrufe. Es gibt darüber hinaus aber ein Kommandozeilen-Interface, das das Posix-API umgeht und Ori-spezifische Funktionen zur Verfügung stellt, beispielsweise um die Replikation zwischen zwei Systemen einzurichten oder eine versehentlich gelöschte Datei aus dem Verlauf wiederherzustellen.

Umgesetzt wurde Ori mit Hilfe von FUSE (File system in User Space), was die Portabilität verbessert, aber zugleich die Performance etwas reduziert. Derzeit läuft Ori unter Linux, Mac OS X und FreeBSD. Der Code umfasst rund 21.000 Zeilen C++ inklusive 4.000 Zeilen an Headern. Der Code ist modular gehalten, so dass sich neue Funktionen leicht ergänzen lassen. So gibt es beispielsweise ein Werkzeug, um automatische Backups auf Amazon S3 abzulegen.

Ori steht unter ori.scs.stanford.edu zum Download bereit. Details zu Ori erläutert das Paper Replication, History, and Grafting in the Ori File System.


eye home zur Startseite
nille02 15. Jan 2014

Je nach Preisklasse, bekommst du doch schon am ersten Tag keine Updates mehr.

nille02 10. Jan 2014

Also das erste ist kein Statistikserver. Wenn du den Blockst, bekommst du keine...

ji (Golem.de) 07. Jan 2014

Die Idee ist doch, dass sich die Geräte über das lokale Netz synchronisieren, wenn sie...

Nolan ra Sinjaria 07. Jan 2014

schlimmer...

Peter Brülls 07. Jan 2014

Entscheidend ist, dass es ein Offsite Backup gibt. Eben. Wenn der Upload nicht...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Plochingen
  2. ifm electronic gmbh, Tettnang, Essen
  3. Klinkhammer Förderanlagen GmbH, Nürnberg
  4. SQS Software Quality Systems AG, deutschlandweit, Frankfurt, Köln, München


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,00€
  2. 274,90€ + 3,99€ Versand

Folgen Sie uns
       


  1. Cloud Native Con

    Kubernetes 1.6 versteckt Container-Dienste

  2. Blizzard

    Heroes of the Storm 2.0 bekommt Besuch aus Diablo

  3. APT29

    Staatshacker nutzen Tors Domain-Fronting

  4. Stellenanzeige

    Netflix führt ausgefeilten Kampf gegen illegale Kopien

  5. Xbox One

    Neue Firmware mit Beam und Erfolgsmonitoring

  6. Samsung

    Neue Gear 360 kann in 4K filmen

  7. DeX im Hands On

    Samsung bringt eigene Desktop-Umgebung für Smartphones

  8. Galaxy S8 und S8+ im Kurztest

    Samsung setzt auf langgezogenes Display und Bixby

  9. Erazer-Serie

    Medion bringt mehrere Komplett-PCs mit AMDs Ryzen heraus

  10. DJI

    Drohnen sollen ihre Position und ihre ID funken



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
NZXT: Lüfter auch unter Linux steuern
NZXT
Lüfter auch unter Linux steuern
  1. Creoqode 2048 Tragbare Spielekonsole zum Basteln erhältlich
  2. FluoWiFi Arduino-kompatibles Board bietet WLAN und Bluetooth
  3. Me Arm Pi Roboterarm zum Selberbauen

Forensik Challenge: Lust auf eine Cyber-Stelle beim BND? Golem.de hilft!
Forensik Challenge
Lust auf eine Cyber-Stelle beim BND? Golem.de hilft!
  1. Reporter ohne Grenzen Verfassungsklage gegen BND-Überwachung eingereicht
  2. Selektorenaffäre BND soll ausländische Journalisten ausspioniert haben
  3. Ex-Verfassungsgerichtspräsident Papier Die Politik stellt sich beim BND-Gesetz taub

Betrugsnetzwerk: Kinox.to-Nutzern Abofallen andrehen
Betrugsnetzwerk
Kinox.to-Nutzern Abofallen andrehen

  1. Re: Scheint so als würde denen das Geld langsam...

    Umaru | 04:17

  2. Re: Wie "sicher" wird der Fingerabdruck gespeichert?

    picaschaf | 02:20

  3. Re: Und nach 1,5 Jahren auch wieder Schrott wegen...

    picaschaf | 02:18

  4. Re: "[...] setzen allerdings durchgehend auf...

    nille02 | 01:52

  5. Re: Ein bisschen hoch der Fingerabrducksensor

    Penske1 | 01:44


  1. 18:40

  2. 18:19

  3. 18:01

  4. 17:43

  5. 17:25

  6. 17:00

  7. 17:00

  8. 17:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel