Ori and the Will of the Wisps im Test: Lichtgestalt in Farbspektakel

Im Test entpuppt sich das für Windows-PC und Xbox One erhältliche Ori 2 als Meisterwerk mit hohem Suchtpotenzial.

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Artwork von Ori and the Will of the Wisps
Artwork von Ori and the Will of the Wisps (Bild: Microsoft)

In seinem ersten Abenteuer hat Ori einen Wald gerettet - den titelgebenden Blind Forest (Test auf Golem.de). Nun muss der kleine Schutzgeist wieder durch die Welt ziehen, aber diesmal geht es um einen Freund. Die junge Eule Ku ist nach ihrem ersten Flug irgendwo in den Weiten der Welt verschollen. Im Actionspiel Ori and the Will of the Wisps steuern wir die Hauptfigur Ori erneut aus der Seitenansicht durch gleichermaßen düstere wie farbenfrohe Umgebungen, um den gefiederten Kumpel zu finden.

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In den ersten paar Minuten fallen vor allem die grafischen Verbesserungen von Will of the Wisps gegenüber dem rund fünf Jahre alten Vorgänger auf. Alles wirkt detailreicher und auch farbenfroher. Insbesondere das Zusammenspiel zwischen den unterschiedlichen Ebenen im Hintergrund und den begehbaren Plattformen im Vordergrund wirkt interessanter.

Gleich im ersten Kapitel können wir die wichtigste spielerische Neuerung kennenlernen: Wir erhalten eine Energieklinge, mit der wir Gegner durch simples Knöpfchendrücken in Stücke schlagen. Allzu präzises Zielen ist dank des überarbeiteten Nahkampfsystems nicht nötig, stattdessen sind vor allem schnelle Reflexe gefragt. Das gilt vor allem etwas später, wenn wir neben dem Schwingen des Schwertes auch Ausweichmanöver und Ähnliches beherrschen sollten.

Im Spielverlauf erhalten wir weitere Ausrüstung, etwa einen magischen Bogen - mit dem wir auch Schalter betätigen und so einige Rätsel lösen. Ebenfalls im Angebot ist eine automatisch um uns kreisende Drohne, die unsere Feinde mit Blitzen angreift, sowie eine kreisförmige Schockwelle um uns herum.

Diese Extras sind in ein Rollenspielsystem eingebettet, das komplexer und interessanter als im Vorgänger ist. So müssen wir überlegen, welche der jeweils maximal drei verfügbaren aktiven und passiven Spezialfähigkeiten wir verwenden wollen. Beispielsweise können wir uns - je nach Situation - für das extrem komfortable Laufen an Wänden oder für Heilung auf Kosten unserer Energievorräte entscheiden.

Diese Extras erhalten wir meist, indem wir sie in Verstecken in den Umgebungen finden. Einige bekommen wir mit unseren gesammelten Goldmünzen oder wir kriegen sie von anderen Figuren für absolvierte Nebenaufträge. Letztere sind übrigens in dieser Form neu in Ori 2 - überhaupt ist das Spiel offener und umfangreicher als der erste Teil. Je nachdem, wie viele der freiwilligen Quests wir angehen, beträgt die Gesamtspielzeit nun rund 20 bis 40 Stunden.

  • Die Handlung wird in sehr kurzen Zwischensequenzen erzählt. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Auf der Übersichtskarte sehen wir, wo sich Ori gerade befindet. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Die traumhafte Stimmung ist eine der Stärken von Ori and the Will of the Wisps. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Nach und nach bekommen wir immer mehr Extras. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Dieses Extra macht die Fortbewegungen sehr viel einfacher. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • In Ori 2 gibt es viele freiwillige Nebenaufgaben. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Um voranzukommen, müssen wir die Plattformen freischalten. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
Die Handlung wird in sehr kurzen Zwischensequenzen erzählt. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)

Der Schwierigkeitsgrad liegt übrigens ähnlich wie in Blind Forest recht hoch, was Kämpfe und Sprungeinlagen angeht. Allerdings finden wir die Steuerung nun spürbar präziser - in den meisten Fällen hat sie uns sehr viel Spaß gemacht. Die Lernkurve beim Springen und Hüpfen ist fair, alles fühlt sich präzise und rund an.

Wenn wir doch mal sterben, können wir im Normalfall nach einer kurzen Ladepause an fast der gleichen Stelle weitermachen. Die Rätsel sind clever aufgebaut und verlangen durchaus mal längeres Nachdenken, trotzdem sind wir ohne Lösungshilfen ganz gut durchgekommen. Im Vorgänger sind wir viel öfter hängengeblieben.

An einem der größeren Schwachpunkte hat sich allerdings auch in Ori 2 wenig geändert: Es ist immer noch eine Herausforderung, im Gewirr der seitlich dargestellten Gänge den Überblick darüber zu behalten, wo wir uns gerade befinden und wie wir zu einer bestimmten Stelle oder Figur gelangen. Ohne ständigen Blick auf die per Knopfdruck zuschaltbare Karte hätten wir uns gar nicht zurechtgefunden.

Ori and the Will of the Wisps erscheint am 11. März 2020 für Xbox One und Windows-PC (Steam und Microsoft Store), der Preis liegt bei rund 30 Euro. In dem auf Unity basierenden Spiel erfolgt die Sprachausgabe in einer Fantasiesprache, alle Bildschirmtexte liegen auf Deutsch vor. Von der USK hat das von Moon Studios aus Österreich entwickelte Programm eine Freigabe ab zwölf Jahren erhalten.

Fazit

Will of the Wisps fühlt sich fast genauso an wie das erste Ori - und spielt sich dennoch viel besser. Vor allem die Steuerung wirkt runder, so dass Laufen und Springen schon nach sehr kurzer Eingewöhnung viel Spaß machen. Selbst komplexere Hüpfpassagen haben wir an schwierigen Stellen gerne mehrfach absolviert, einfach weil die Akrobatik von Ori so gut von der Hand geht. Es ist uns schwergefallen, das Gamepad wegzulegen - das Spiel entfaltet rasch das klassische "Nur noch fünf Minuten"-Suchtpotenzial.

Dazu kommt, dass die Grafik spektakulär schön aussieht. Bei den Farbkombinationen könnten sich Heerscharen von Designern in den kommenden Jahren von Will of the Wisps inspirieren lassen. Es ist toll, wie mutig und stimmig das Spiel in Szene gesetzt ist. Ähnliches gilt übrigens für den sehr guten Soundtrack und für die simple, aber berührend inszenierte Rahmenhandlung.

Auch die weiteren Verbesserungen finden wir sinnvoll, insbesondere das neue Kampfsystem mit dem Energieschwert als Basiswaffe mitsamt den Ausbaustufen und Extras. Überhaupt ist das überarbeitete Rollenspielsystem eine der Stärken des zweiten Teils. Einzig die oft fehlende Übersicht über die Welt stört uns - das ständige Nachschauenmüssen auf der Karte nervt auch. Dennoch: Ori and the Will of the Wisps ist ein wunderbares Spiel!

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n0x30n 13. Mär 2020

Tja. Nachdem ich es nun gespeilt habe muss ich leider sagen, dass sie das Safegame System...

Widdl 11. Mär 2020

Schon seit fast einem Jahr, ist zu heise.de gewechselt https://de.linkedin.com/in/michael...


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