Abo
  • Services:

Satelliten statt Atombomben

Tatsächlich erreichte die Pegasus dennoch nie den niedrigen Preis von sechs Millionen US-Dollar, den sie ursprünglich haben sollte. Das lag auch daran, dass davon auch Unterhalt und Betrieb eines eigens umgebauten Flugzeugs bezahlt werden muss, das die Firma billig von einer kanadischen Airline gekauft hatte, nachdem die Airforce dafür keine B-52 Bomber mehr zur Verfügung stellen wollte. Die Pegasus flog bislang 43-mal und soll im Dezember 2017 für einen Preis von 56 Millionen US-Dollar wieder einen Nasa-Satelliten starten.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Hildesheim
  2. BwFuhrparkService GmbH, Troisdorf bei Bonn

Aber die schnelle und pragmatische Entwicklung der Pegasus war eine beeindruckende Leistung, die fast schon zum Markenzeichen der Raketen von Orbital Sciences wurde, denn die Entwicklung der Raketenstufen für die Pegasus sollte sich an anderer Stelle auszahlen. In den 1990er Jahren hatte die Firma eine andere Idee, kleinere Satelliten mit einer eigenen Rakete zu starten.

Obwohl der kalte Krieg vorbei ist, unterhalten die USA bis heute ein stehendes Arsenal aus jederzeit startbereiten Interkontinentalraketen mit nuklearen Sprengköpfen. Damit sie tatsächlich jederzeit startbereit sind, muss die Raketen regelmäßig vor Ende der maximalen Lagerzeit ausgetauscht werden. Dadurch ist jederzeit eine große Anzahl funktionstüchtiger Raketen verfügbar, die einen niedrigen Erdorbit erreichen können, wenn der schwere nukleare Sprengkopf durch eine Nutzlast und weitere Raketenstufen ausgetauscht wird, zum Beispiel die von der Pegasus-Rakete.

Militärraketen dürfen keine kommerziellen Satelliten starten

In Kooperation mit der Airforce wurden von Orbital Sciences nun die alten Arsenale von Minuteman- und Peacekeeper-Raketen mit Teilen der Pegasus-Rakete ausgestattet. Die Kombination wurde nach dem griechischen Mythos vom Minotaurus benannt, der halb Mensch und halb Stier war. Im Jahr 2000 startete erstmals eine Minotaur I Rakete. Je nach Baureihe erreichen sie Nutzlasten in der Größenordnung von 500 bis 1.700 Kilogramm, bei Startkosten von 30 bis 50 Millionen US-Dollar. Es ist eine sehr zuverlässige und erfolgreiche Baureihe, die einen großen Teil zum guten Ruf von Orbital Sciences beigetragen hat.

Da die Raketen staatliches Eigentum sind, dürfen sie keine kommerziellen Nutzlasten transportieren,, sondern nur solche von US-Institutionen - anders als ihre russischen Pendants wie Dnepr und Rockot, die auch kommerziellen Anbietern angeboten werden. Die Regelung wird bis heute immer wieder debattiert. Für den kommerziellen Markt entwickelte Orbital Sciences deshalb eine neue Rakete, die ohne ausgediente Interkontinentalraketen auskam. Als erste Stufe dienten dafür Castor-120-Raketenstufen. Das sind zwar weitgehend die gleichen Raketenstufen, die für die Peacekeeper-Raketen entwickelt wurden, aber aus neuer Produktion und damit zivil. Als nunmehr reiner Stier erhielt die Rakete den Namen Taurus und - ausgestattet mit leicht vergrößerter zweiter und dritter Stufe - Taurus XL.

Das Schicksal der Taurus-Rakete kennen wir inzwischen. Zur gleichen Zeit lief das Projekt Taurus 2 zur Entwicklung einer größeren Rakete, deren erste Aufgabe die Versorgung der ISS sein sollte. Der Projektname Taurus 2 verschwand nach den Fehlstarts der Taurus-Rakete sehr schnell aus der Berichterstattung. Der neue Name, Antares, wurde zwar schon zuvor gewählt, aber der Zeitpunkt der Bekanntgabe hätte unglücklicher nicht sein können.

 Orbital Sciences: Vom Aufstieg und Niedergang eines RaketenbauersDie Kunden übernehmen die Firma 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 79,98€
  2. 29,99€
  3. 77,00€
  4. 0,00€

Desertdelphin 14. Nov 2017

Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht für einen kalten Krieg. Ich finde Annäherung...

Cromy 14. Nov 2017

Toller Schreibstil, wie schon bei "Cubesats". Gefällt mir sehr gut.

ML82 14. Nov 2017

gut, etwas nachmachen und bei youtube zeigen ist auch ne art anpassung, doch...


Folgen Sie uns
       


Volocopter auf der Cebit 2018 angesehen

Im autonomen Volocopter haben zwei Personen mit zusammen höchstens 160 Kilogramm Platz - wir haben uns auf der Cebit 2018 trotzdem reingesetzt.

Volocopter auf der Cebit 2018 angesehen Video aufrufen
Elektromobilität: Regierung bremst bei Anspruch auf private Ladesäulen
Elektromobilität
Regierung bremst bei Anspruch auf private Ladesäulen

Die Anschaffung eines Elektroautos scheitert häufig an der fehlenden Lademöglichkeit am heimischen Parkplatz. Doch die Bundesregierung will vorerst keinen eigenen Gesetzesentwurf für einen Anspruch von Wohnungseigentümern und Mietern vorlegen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. WLTP VW kann Elektro- und Hybridautos 2018 nicht mehr verkaufen
  2. Elektroautos Daimler-Betriebsrat will Akkuzellen aus Europa
  3. Elektromobilität Elektrisches Surfboard Rävik flitzt übers Wasser

Krankenversicherung: Der Papierkrieg geht weiter
Krankenversicherung
Der Papierkrieg geht weiter

Die Krankenversicherung der Zukunft wird digital und direkt, aber eine tiefgreifende Disruption des Gesundheitswesens à la Amazon wird in Deutschland wohl ausbleiben. Die Beharrungskräfte sind zu groß.
Eine Analyse von Daniel Fallenstein

  1. Imagen Tech KI-System Osteodetect erkennt Knochenbrüche
  2. Medizintechnik Implantat wird per Ultraschall programmiert
  3. Telemedizin Neue Patienten für die Onlinepraxis

Indiegames-Rundschau: Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm
Indiegames-Rundschau
Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm

Gas geben, den weißen Hai besiegen und endlich die eine verlorene Socke wiederfinden: Die sommerlichen Indiegames bieten für jeden etwas - besonders fürs Spielen zu zweit.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Spezial Unabhängige Riesen und Ritter für Nintendo Switch
  2. Indiegames-Rundschau Schwerelose Action statt höllischer Qualen
  3. Indiegames-Rundschau Kampfkrieger und Abenteuer in 1001 Nacht

    •  /