Orbital Reef: Blue Origin plant eigene Raumstation

Das Raumfahrtunternehmen Blue Origin will eine eigene Raumstation errichten. Dies soll in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts geschehen.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine künstlerische Darstellung der geplanten Raumstation "Orbital Ruff" von Blue Origin.
Eine künstlerische Darstellung der geplanten Raumstation "Orbital Ruff" von Blue Origin. (Bild: Blue Origin)

Die ersten Weltraumtouristen hat das private Raumfahrtunternehmen Blue Origin bereits in den nahen Orbit befördert. Für wenige Minuten durften diese in der Schwerelosigkeit in einer Höhe von etwas mehr als 100 Kilometern verbringen. Die Touristen zum Ende des Jahrzehnts dürften wohl darüber lachen. Denn das Unternehmen hat am 25. Oktober in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass es seine eigene Raumstation im All errichten will.

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Sie soll zur Forschung wie auch der industriellen und kommerziellen Nutzung bereitstehen. Ihr Name: Orbital Riff (engl. Orbitales Riff). Gemeinsam mit dem Partner Sierra Space, einer Tochtergesellschaft der Sierra Nevada Corporation, soll sie noch in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts errichtet werden. Darüber hinaus unterstützen noch Raumfahrtunternehmen wie Boeing, Genesis Engineering Solutions, Redwire Space und die Arizona State University das Vorhaben.

"Als erstes kommerzielles Ziel in der erdnahen Umlaufbahn wird Orbital Reef die notwendige Infrastruktur bereitstellen, um wirtschaftliche Aktivitäten zu skalieren und neue Märkte im Weltraum zu erschließen", heißt es bei Blue Origin.

Wie soll die Raumstation von Blue Origin aussehen?

Orbital Reef soll bis zu zehn Personen beherbergen können und ungefähr so groß werden, wie es die Internationale Raumstation ISS heute ist. Dabei sollen die Bereiche für Wohnen und Wissenschaft voneinander getrennt sein. Laut Blue Origin soll es sich bei der Station um ein "gemischt genutztes Gewerbegebiet" im Weltraum handeln. Dieses besäße - wenn es so weit sein sollte - über mehrere Häfen und Liegeplätze für den Besuch von Raumschiffen und Modulen. Außerdem soll Orbital Reef mit verschiedenen Versorgungseinrichtungen und Annehmlichkeiten ausgestattet werden.

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Für seine Kunden möchte das Unternehmen "End-to-End"-Dienstleistungen anbieten. Jeder, der die Station nutzen möchte, kann dieses Angebot vom Transport über die Vermietung von Raum, technologischer Unterstützung bei der Hardware bis hin zu Roboterdiensten buchen.

Über die Kosten der kommerziellen Raumstation wollten sich Vertreter von Blue Origin und dessen Partnern während einer Pressekonferenz nicht äußern. Laut dem Senior Vice President of Advanced Development Programs bei Blue Origin, Brent Sherwood, sei dies Teil des Business Case und man würde keine Zahlen zu den Gesamtkosten nennen.

  • Eine künstlerische Darstellung des gemischt genutzten Business Parks auf der geplanten Raumstation Orbital Reef (Bild: Blue Origin).
  • Hier sollen zukünftige Touristen die Schwerelosigkeit und den Blick auf die Erde genießen können (Bild: Blue Origin).
  • Auf der Station soll aber auch Forschung ermöglich werden (Bild: Blue Origin).
  • Und so soll Orbital Reef vom Weltall aus ausschauen (Bild: Blue Origin).
Eine künstlerische Darstellung des gemischt genutzten Business Parks auf der geplanten Raumstation Orbital Reef (Bild: Blue Origin).

Aufbau mit Raketen, die noch nicht geflogen sind

Doch zuerst muss die Raumstation errichtet werden. Dies könnte nach jetzigem Stand schwer werden. Die meisten Module sollen mit der New-Glenn-Rakete von Blue Origin starten, einer Rakete, die noch nicht geflogen ist. "Die großvolumigen Module und Systeme, die Blue Origin baut, sind für den Durchmesser und die Wurfleistung von New Glenn optimiert", sagte Sherwood. "Einige der Elemente sind kleiner und könnten auch auf anderen Systemen starten, aber der nominelle Ausgangspunkt des Plans ist, dass alle diese Elemente auf New Glenn starten werden."

Der Transport von Menschen und Fracht zum Orbital Reef soll von dem Starliner-Raumschiff von Boeing übernommen werden. Dieses Raumschiff ist zwar bereits gestartet, hatte aber bis jetzt nur Probleme. Der letzte Start musste wegen eines technischen Fehlers abgesagt werden. Menschen sind noch nicht mit dem Starliner geflogen.

Eine weitere Alternative wäre der Dream Chaser von Sierra Space. Dabei handelt es sich um ein geflügeltes Raumflugzeug, das ein wenig wie ein Space Shuttle in klein aussieht. 2022 soll der Dream Chaser mit Frachtflügen zur ISS beginnen - eines Tages könnten es auch Menschen sein, die mit dem Raumgleiter ins All abheben.

Einen Anreiz für den Bau kommerzieller Raumstationen habe die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA gegeben. Bis zu 400 Millionen Dollar sollen über zwei bis vier Space Act Agreements vergeben werden, damit die private Entwicklung einer Raumstation vorangetrieben wird. Diese will die Behörde dann eines Tages selbst besuchen - spätestens wohl, wenn der Betrieb der ISS gegen Ende des Jahrzehnts ausläuft. Das Programm läuft übrigens unter dem Namen "Commercial Low Earth Orbit Development (CLD)"-Programm.

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Kein Kostverächter 28. Okt 2021

Sie bereiten den Weg für eine orbitale Ökonomie. O'Neill-Weltraum-Kolonien sind ein guter...

ChMu 26. Okt 2021

Da ist was dran. Bis da was kommt von Blue Origin duerfte, wenn sie dann im Orbit...

BinEntwickler 26. Okt 2021

jep, das sieht man auch an den Kosten die fällig werden... Dragon mind, 25 Mille und die...

masel99 26. Okt 2021

Mit FW-Pfeiffer meint der Vorposter offensichtlich Frank Wunderlich-Pfeiffer. Meinst du...



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