Die Hardware ist so lahm wie das Display flau

Während wir experimentieren, werden uns die Limits der Hardware deutlich bewusst. Programmstarts dauern ihre Zeit, unsere Toucheingaben werden teilweise zögerlich umgesetzt, Apps parallel laufen zu lassen, trauen wir uns schon aufgrund des knappen RAM-Speichers nicht. Das Display ist selbst bei höchster Helligkeit vergleichsweise dunkel und flau. Im Büro reicht die Helligkeit aus, aber gegen ein wenig Sonneneinstrahlung dürfte es keine Chance haben. Das Bild wirkt auch aufgrund der Auflösung von 800 x 480 Pixeln unscharf. Der Flashspeicher hat nur noch 50 MByte frei, dank des Micro-SD-Kartenslots gönnen wir dem Gerät aber erfolgreich zusätzliche 8 GByte Datenspeicher.

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Positiv überrascht sind wir aber vom Strombedarf. Im normalen Betrieb zieht das Gerät inklusive Display und aktiviertem WLAN nur 0,21 bis 0,30 A bei 5,1 Volt, je nach Anwendung steigt der Bedarf aber auf 0,57 A. Ist das Display deaktiviert, sinkt der Strombedarf auf gerade mal 0,07 A. Damit schlägt der Orange Pi 2G IoT den Raspberry Pi Zero.

Taugt der Orange Pi als Mini-Mediencenter?

Wer einen billigen Bastelrechner aus China als Mediencenter nutzen will, sollte zu Android greifen. Denn damit funktioniert üblicherweise auch die GPU-Unterstützung und hardwarebeschleunigte h.264-Video-Decodierung. Das wollen wir auch hier ausprobieren. Wir installieren VLC über den Appstore. Und tatsächlich können wir ohne Umwege per VLC einen Film von einem NAS in unserem Netzwerk starten. Der Ton kommt flüssig, aber gelegentlich ruckelt das Bild.

Um WLAN-Latenzen auszuschließen, kopieren wir einen Film auf die Micro-SD-Karte. VLC ruckelt auch hier ab und an, neigt sogar zum Einfrieren. Unser Verdacht ist, dass VLC schlicht zu viele Ressourcen zieht. Deshalb probieren wir Androids eigenen Mediaplayer - und das Video wird sauber abgespielt. Die große Blickwinkelabhängigkeit des Displays wird uns hier aber noch einmal deutlich.

  • Die beiden Antennen dominieren den Orange Pi 2G IoT. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Rückseite des Orange Pi 2G IoT (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Allzu groß ist der Rechner nicht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zusammen mit einem Display und einer Akkuladeschaltung basteln wir uns ein Smartphone. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Display wird per Flachkabel angeschlossen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Dann stecken wir die SIM-Karte ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... und eine Micro-SD-Karte für mehr Speicherplatz ein. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Sobald der Rechner mit Strom versorgt wird, startet Android. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Im Android-Image des Rechner-Herstellers sind bereits einige Apps vorhanden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Telefonieren mit der Konstruktion und einem Headset ist allerdings nicht ganz trivial und erfordert beide Hände. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Sobald der Rechner mit Strom versorgt wird, startet Android. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Das Pferd frisst keinen Gurkensalat

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Aber zurück zu unserem eigentlichen Projekt: Können wir damit telefonieren? Wir organisieren eine SIM-Karte und stecken sie ein. Sie wird auch prompt erkannt; erste Hürde genommen. Wir benötigen etwas zum Reinsprechen und zum Hören. Leider findet sich in der gesamten Redaktion gerade kein Headset mit einem kombinierten, vierpoligen Mikrofon-/Lautsprecher-Stecker. Aber ein kleines Mikrofon befindet sich auch auf der Platine. Und Kopfhörer hatten wir sowieso schon aufgrund unserer Experimente bereitzuliegen. Zweite Hürde genommen.

Wir starten die Telefon-App und geben eine Nummer ein. Und schon klingelt es am Nachbartisch. Dritte Hürde genommen. Doch als der Kollege abnimmt, startet der Orange Pi neu. Wir sind vorerst gescheitert.

Bei einem zweiten Versuch klappt es, beim dritten stürzt das Gerät beim Auflegen ab. Aufgrund unserer Erfahrung mit Bastelrechnern vermuten wir eine instabile Stromversorgung. Als wir unsere Telefonierexperimente bei deutlich reduzierter Display-Helligkeit durchführen, klappt es auch durchgängig mit dem Telefonieren.

Allerdings ergibt auch diese Lösung wenig Sinn. Wir messen parallel den Strombedarf. Der Unterschied zwischen voller und geringer Displaystärke beim Telefonieren bewegt sich im Milliampere-Bereich. Wir schlafen eine Nacht darüber.

Und es updated sich doch

Am nächsten Tag schalten wir unsere Konstruktion wieder an. Und Android legt erstmal mit einem Update los. Wir sind verwundert. Unser Versuch am Tag zuvor, Updates manuell auszulösen, war gescheitert. Uns kommt aber ein Gedanke: Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch keine Speicherkarte eingesetzt. Wahrscheinlich hat die Update-Routine selbstständig mit dem Download begonnen, nachdem wir die Karte im Gerät hatten.

Eher durch Zufall fällt unser Blick auf den noch zwischengeschalteten Strommesser. Und der zeigt uns einen reduzierten Strombedarf. Der liegt jetzt selbst mit aktiviertem Display bei circa 14 mA. Wir wagen den Versuch. Tatsächlich können wir jetzt auch bei voller Displayhelligkeit telefonieren. Bei weiteren Tests - zum Beispiel bei VLC - zeigt sich, dass die gleichen Stromspitzen wie vorher auftreten - ohne dass das Gerät dabei abstürzt. Irgendwas hat das Update wohl gemacht, aber wir sind an dieser Stelle mit unseren Latein am Ende.

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 2G im doppelten SinnJetzt ist der Strom mobil 
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southy 07. Jan 2018

Seit wann ist die Bundesnetzagentur für die Aufklärung von Diebstählen zuständig? Für...

southy 07. Jan 2018

Also ehrlich, liebe Redaktion, hätte nicht spätestens das IoT im...

Flobo.org 12. Aug 2017

Ich habe mal etwas mit Aircrack rumgespielt. Mein S5 mini (Android 6.0.1) taucht immer...

Christian72D 09. Aug 2017

Ich hatte ja schon irgendwie drauf gehofft dort fhem als "Slave" drauf laufen zu lassen...

am (golem.de) 09. Aug 2017

"Schließlich stecken wir den Orange Pi erneut an die Stromquelle an und Android 4.4.2...



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