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Das Golem.de-Smartphone
Das Golem.de-Smartphone (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

2G im doppelten Sinn

Auf der kleinen Platine des Orange Pi fallen sofort die beiden Antennen auf. Die eine soll den WLAN- (nach 802.11 b/g/n) und Bluetooth-Empfang verbessern, die zweite Antenne mit Klebepad dient dem 2G-GSM/GPRS-Empfang. Die technischen Daten des Orange Pi 2G IoT sind hingegen alles andere als auffallend. Der Prozessor ist ein RDA8810P, er basiert auf einem einzelnen, in die Jahre gekommenen Cortex-A5-Kern, schafft allerdings 1 GHz. Die RAM-Größe von 256 MByte ist selbst bei Bastelrechnern selten geworden. Damit hängt der Orange Pi anderen aktuellen Bastelrechnern so sehr hinterher wie das 2G-Mobilfunk-Netz dem 4G-Netz.

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Allzu viele Anschlüsse gibt es ebenfalls nicht. Eine USB-Mikro-Buchse dient zur Stromversorgung. An eine reguläre USB-Buchse kann zum Beispiel eine Tastatur angeschlossen werden. Über eine kombinierte Klinkenbuchse werden Tonsignale aufgenommen oder eingespeist. Alle drei Anschlüsse liegen auf einer Platinenseite. Auf eine HDMI-Schnittstelle wird verzichtet, auf die für uns relevante LCD-Schnittstelle nicht. Die GPIO-Leiste mit 40 Pins soll dem Raspberry Pi entsprechen.

Als Massenspeicher können eine Micro-SD-Karte oder auch schmale 500 MByte Flashspeicher verwendet werden.

  • Die beiden Antennen dominieren den Orange Pi 2G IoT. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Rückseite des Orange Pi 2G IoT (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Allzu groß ist der Rechner nicht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zusammen mit einem Display und einer Akkuladeschaltung basteln wir uns ein Smartphone. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Display wird per Flachkabel angeschlossen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Dann stecken wir die SIM-Karte ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... und eine Micro-SD-Karte für mehr Speicherplatz ein. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Sobald der Rechner mit Strom versorgt wird, startet Android. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Im Android-Image des Rechner-Herstellers sind bereits einige Apps vorhanden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Telefonieren mit der Konstruktion und einem Headset ist allerdings nicht ganz trivial und erfordert beide Hände. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
... und eine Micro-SD-Karte für mehr Speicherplatz ein. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Inbetriebnahme des Orange Pi 2G IoT

Nach dem Überfliegen der Anleitung stecken wir das Display an den Rechner und schließen ein USB-Netzteil an. Eine rote LED erleuchtet, aber weiter passiert nichts. Unsere Hoffnung, der Flashspeicher würde bereits ein Betriebssystem enthalten, erfüllt sich nicht. Bei anderen Herstellern ist das üblich.

Wie vertiefen uns deshalb weiter in die Anleitung. Sie überrascht uns durchaus positiv. Die Sprache ist zwar holprig, alle grundlegenden Schritte zur Inbetriebnahme sind aber beschrieben. Dass es auch einige Seiten zur Linux-Treiber-Programmierung gibt, mutet seltsam an - vermittelt aber eine Vorstellung, welche Nutzer der Orange Pi eigentlich ansprechen soll.

So laden wir schließlich das Android-Image für den Flashspeicher herunter und das - wie üblich wenig vertrauenswürdig wirkende - Flashprogramm für Windows. Das Flashen des Images läuft flott. Wir überlegen, parallel noch eine Linux-Variante auf eine SD-Karte zu ziehen, verzichten aber darauf. Die Zeit für Benchmarks können wir uns sparen, mit seiner Hardware dürfte er kaum besser sein als ein Raspberry Pi der ersten Generation. Und nach ein wenig Quersurfen wird auch deutlich, dass keines der angebotenen Linux-Derivate rundläuft. Das Armbian-Image ist nicht mal ein offizielles Image von Armbian selbst.

Schließlich stecken wir den Orange Pi erneut an die Stromquelle an und Android 4.4.2 startet.

Die Android-Installation ist erstaunlich reichhaltig

Aus Erfahrung bereiten wir uns während des Bootvorgangs innerlich auf eine komplizierte Installationsorgie vor. Die üblichen Android-Images für Bastelrechner enthalten aus Lizenzgründen keine Google-Apps, die Nachinstallation zum Beispiel per Gapp ist nicht immer trivial. Unsere Freude ist entsprechend groß, als wir sehen, dass alle einschlägigen Google-Apps bereits installiert sind - inklusive der Telefon-App!

Beim zweiten Blick bemerken wir aber auch einige Merkwürdigkeiten. So soll unser System zwei SIM-Karten-Slots haben. Und angeblich ist unser Gerät nur zu 98 Prozent aufgeladen, dabei haben wir gar keinen Akku, sondern es hängt am Netzteil. Aufgrund des Startbildschirms beim Android-Boot vermuten wir, dass Xunlong kein eigenes Android gebaut hat, sondern auf ein nur wenig angepasstes Image des Prozessorherstellers setzt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass nicht alle Hardware-Komponenten des Orange Pi unterstützt werden.

Wir probieren deshalb einige Einstellungen und Programme aus. Das WLAN funktioniert, die Radio-App ebenfalls, nachdem wir Kopfhörer eingesteckt haben. Wir spielen mit Google Maps und surfen im Internet.

 Orange Pi 2G IoT ausprobiert: Wir bauen uns ein 20-Euro-SmartphoneDie Hardware ist so lahm wie das Display flau 

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Trollversteher 14. Aug 2017

Ist es wirklich das CE-Zeichen, oder doch nur das berüchtigte "China Export" Zeichen...

Flobo.org 12. Aug 2017

Ich habe mal etwas mit Aircrack rumgespielt. Mein S5 mini (Android 6.0.1) taucht immer...

Christian72D 09. Aug 2017

Ich hatte ja schon irgendwie drauf gehofft dort fhem als "Slave" drauf laufen zu lassen...

am (golem.de) 09. Aug 2017

"Schließlich stecken wir den Orange Pi erneut an die Stromquelle an und Android 4.4.2...

chithanh 09. Aug 2017

Wenn 3G ausgeknipst wird (das ist in Deutschland wahrscheinlich vor der 2G-Abschaltung...



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