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Orange: G-PON, XGS-PON und 50G-PON über dasselbe Glasfaserkabel

Alles auf einer Netzwerkkarte: Orange und Huawei erproben erfolgreich drei Standards über ein Kabel.
/ Achim Sawall
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Der Versuchsaufbau für den Feldtest (Bild: Orange)
Der Versuchsaufbau für den Feldtest Bild: Orange

Orange hat in einem Test nachgewiesen, dass drei verschiedene Standards über ein Glasfaserkabel laufen können. Das gab der französische Netzbetreiber Orange am 25. Juni 2024(öffnet im neuen Fenster) bekannt. Orange konnte nach dem Tausch der Netzwerkkarte in der OLT-Ausrüstung (Optical Line Termination) in den Vermittlungsstellen dem Glasfaserkunden entweder mit G-PON mit bis zu 2 GBit/s, XGS-PON (8 GBit/s) oder 50G-PON anschließen.

Bereits im Februar 2024 schloss Orange bei einem Feldversuch in der Bretagne einen privaten Glasfaserkunden mit einer dedizierten 50G-PON-Ausrüstung an, während andere gewerbliche Kunden über G-PON und XGS-PON angebunden wurden. Auf der Verbindung des 50G-PON-Kunden wurde eine Datenrate von über 41 GBit/s gemessen, während die Qualität der Verbindungen für die anderen G-PON- und XGS-PON-Kunden erhalten blieb.

"Um das FTTH-Netzwerk der Zukunft vorzubereiten und den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden, hat Orange als Pionier auf diesem Gebiet die Standardisierung (ITU-T-Standard) der nächsten PON-Generation unterstützt: 50G-PON" , erklärte der Konzern. Man habe dabei bereits besonders die "dreifache Koexistenz von drei PON-Technologien auf derselben Glasfaserinfrastruktur gefördert, was entsprechende Festlegungen für das eingesetzte optische Spektrums im Standard verlangt. Im Wellenlängenplan der ITU ist das die Option US3."

Nicht ohne ein optisches Multi-PON-Modul

In der Vermittlungsstelle muss die Netzwerkkarte ein optisches Multi-PON-Modul (MPM) bieten, das die drei PON-Technologien umfasst. Beim Kunden werde das ONT mit der entsprechenden PON-Technologie ausgestattet, die dem abonnierten Serviceangebot entspreche, erklärte Orange.

Huawei Technologies stellte das für diesen Feldversuch verwendete 50G-XGS-G-PON zur Verfügung. Die Studie lief im gemeinsamen Innovationsprogramm von Orange Innovation und Huawei Technologies.

Selbst XGS-PON wird in deutschen Glasfasernetzen noch wenig eingesetzt. XGS-PON erfordert technisch einen kompletten Austausch der aktiven optischen Komponenten im Netz und auf der Anschlussseite bei den Kunden. Die Kosten ließen sich besser verteilen, wenn die Netzseite auf Port-Level zugleich GPON und XGS-PON unterstützt, erklärte bereits der Berliner Glasfaserbetreiber Eurofiber .

Orange, ehemals France Télécom, ist der größte Telekommunikationsbetreiber Frankreichs. Das Unternehmen war mit Stand Januar 2021 in Europa (Belgien, Luxemburg, Polen, Slowakei, Spanien, Moldawien), im arabischen Raum (Jordanien, Ägypten, Marokko, Tunesien), in Afrika (Botswana, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Guinea-Bissau, Elfenbeinküste, Kenia, Liberia, Niger, Senegal, Sierra Leone) sowie in dem Inselstaat Madagaskar als Mobilfunkbetreiber aktiv.


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