Eine API ist ein Aktenschrank ist ein Hamburger ist kompliziert

Den Normalos wird nun also von Anwälten und Zeugen erklärt, was eine API ist. Der zwischen Google und Oracle umstrittene Code der APIs umfasst etwa 11.000 Zeilen. Für Oracle ist das signifikant, immerhin hätten die Apollo-Mondlandefähren nur 10.000 Zeilen Code genutzt, hieß es in der Eröffnungsrede der Anwälte. Für Google ist die Menge an Code allerdings lächerlich gering. Sie umfasst weniger als 0,1 Prozent der über 15 Millionen Zeilen Android-Code. Die 37 "kopierten" API-Packages hat Google nach eigenen Angaben zudem um über 100 erweitert, um sein Betriebssystem zu erstellen.

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Schon die Nennung dieser Zahlen soll offenkundig manipulieren und die Jury nicht aufklären, da hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Vor allem Google versucht deshalb, der Jury das Konzept von APIs näherzubringen - allerdings seinerseits mit seltsamen Analogien. Google-Anwalt Robert van Nest nutzt dafür etwa den Vergleich mit einem Aktenschrank mit der Bezeichnung "java.lang". Die Schubladen tragen Markierungen wie Math. Der Schrank ist also die API. Die Schubladen sind Klassen der API. Die Akten in den Schubladen sind die Methoden, wobei der Name auf der Akte die Methodendeklaration darstellt, der Inhalt der Akte die unterschiedlichen Implementierungen von Oracle und Google.

Das soll wohl suggerieren, dass man sich nach einem Wechsel in ein anderes Büro schnell zurechtfinden kann, wenn alle Schränke auf dieselbe Weise sortiert sind. Für den Fall, dass diese Analogie der Jury noch nicht genug weitergeholfen hat, versuchte es der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt noch mit einem anderen Vergleich: Steckdosen und Stromnetze. Der Sun-Chef während der ersten Android-Entwicklungen, Jonathan Schwartz, zog dann noch Speisekarten als Analogie heran.

Selbst für Richter Alsup ergab das keinen Sinn. Schwartz bleibt dennoch bei Speisekarten verschiedener Restaurants. Wenn zwei Restaurants Hamburger führen, wären die Karten die API, die speziellen Burger im jeweiligen Restaurant wären dann die unterschiedlichen Implementierungen.

Code und Erklärungen sind schwer zu verstehen

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Der ehemalige Android-Entwickler im Team von Google, Dan Bornstein, versuchte sich dagegen an einer handfesten Erklärung einer Java-API. Dazu schrieb er kurzerhand einfach Code auf, der die Implementierungen der Methode Math.max zeigte. Der EFF-Aktivist Parker Higgins hat die Skizze für seine Berichterstattung nachgestellt.

Letztlich verlas Richter Alsup eine Definition, was die in dem Rechtsstreit diskutierten APIs eigentlich sind. Als er geschlossen hatte, habe der Richter nachgefragt, ob die Erklärung noch einmal verlesen werden solle, berichtet die Motherboard-Redakteurin Sarah Jeong. Daraufhin meldete sich die gesamte Jury, die offenbar nichts verstanden hatte.

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 Oracle vs. Google: Wie man Geschworene am besten verwirrtKonkurrenzkämpfe von Implementierungen und Smartphone-Herstellern 
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    Von Hanno Böck

a user 07. Jun 2016

Also mich wundert die Verwirrung der Geschworenen nicht. Die Analogien sind keine, nicht...

a user 07. Jun 2016

Das diese Behauptung im Artikel steht macht diese nicht unbedingt richtiger. Es gab...

mnementh 26. Mai 2016

Ich versuche mal Deine wirren Sätze zu deuten (Apache hat 0 Interfaces geschrieben, die...

p4m 26. Mai 2016

Weil wir in DE ein zu einhundert Prozent kodifiziertes Rechtssystem haben. Elemente wie...

Niotras 26. Mai 2016

Ich bin in diesem Fall auch auf Google's Seite. Das ist totaler Schwachsinn den...


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