Java-Lizenzgeschäft als Druckmittel

Letztlich sei Oracle, so die Entscheidung, nicht nur potenziell, sondern direkt um Einnahmen aus dem Lizenzgeschäft für Java gebracht worden, weshalb auch hier keine Fair-Use-Ausnahme gelten könne. So konkurrierte das kostenfreie Android direkt mit der lizenzkostenpflichtigen Java-Version von Oracle, die andere Hersteller in ihren Smartphones nutzten.

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Das allein reiche zwar als Argument für finanzielle Schäden schon aus. Verstärkt wird dies zusätzlich dazu aber noch dadurch, dass Amazon für seine Kindle-Tablets offenbar massive Nachlässe bei den Lizenzkosten erwirkt habe, mit dem Argument, dass Android ja gratis verfügbar sei.

Interessant in Bezug auf den Wert(-verlust) durch die API-Übernahme ist, dass Google versucht hatte, hier zu argumentieren, dass die Übernahme der Java-APIs in Android der Freigabe der APIs durch Sun im freien OpenJDK gleichgekommen sei. Dem widerspricht das Urteil aber mit Verweis auf das parallel zur Verfügbarkeit des OpenJDK laufende Lizenzgeschäft mit Oracles proprietärem Java.

Hersteller potenzieller Geräte mit Java hatten damit die Möglichkeit zwischen dem Kauf einer Lizenz oder dem Einhalten der Copyleft-Lizenz GPL zu wählen, die das OpenJDK nutzt. Die Android-Java-APIs standen dagegen unter der Apache-Lizenz. Damit war Java in Android anders als beim OpenJDK nicht nur frei verfügbar, sondern auch von den vergleichsweise weitgehenden Bedingungen der GPL befreit. Dass Oracle die bei vielen Unternehmen nicht gern gesehene GPL nutzt, um proprietäre Lizenzen zu verkaufen, wurde vielfach vermutet. Die Apache-Lizenz hat dieses Modell aber offensichtlich unterlaufen und das Urteil bestätigt diese Annahme zumindest indirekt.

Schadensersatz für jahrelange Java-Nutzung

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Das OpenJDK ist wohl auch für die kommende Verhandlung über die Höhe der Schadensersatzansprüche für Oracle von Bedeutung. Denn seit Android 7 alias Nougat nutzt Android das OpenJDK und Google hat damit eine Lizenz von Oracle zur Verwendung der Java-APIs in Android, nämlich die GPL. Von Bedeutung für die Verhandlung sollte also lediglich die Verwendung von Googles eigenem Apache-Java in Android bis einschließlich Version 6 sein.

Nachtrag vom 27. März 2018, 21:50 Uhr

In einer Stellungnahme begrüßt Oracle wie zu erwarten das Urteil. Der Chefjurist des Konzerns schreibt: "Die Auffassung des Berufungsgerichts bestätigt die grundlegenden Prinzipien des Urheberrechts und macht deutlich, dass Google gegen das Gesetz verstoßen hat. Diese Entscheidung schützt Urheber und Verbraucher vor dem rechtswidrigen Missbrauch ihrer Rechte."

Google ist dagegen enttäuscht von dem Urteil. "Durch diese Art Urteil werden Apps und Online-Dienste für die Nutzer teurer. Wir denken über unsere weiteren Möglichkeiten nach", zitieren mehrere US-Medien einen Sprecher des Unternehmens.

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 Oracle gegen Google: Java-Nutzung in Android kein Fair Use
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Trockenobst 29. Mär 2018

Erstmal: hier geht es spezifisch um sehr schwierige, komplexe Rechte die sich erst...

Trockenobst 29. Mär 2018

Es geht ja auch "Mode" in der Entwicklung. Vor zehn Jahren hat man etwa...

Trockenobst 29. Mär 2018

Wir sind gerade erst von einem Hochverfügbarkeits Oracle Cluster auf eine Postgres...

Trockenobst 29. Mär 2018

An sich nichts, aber wenn es 10.000 Aufrufe sind, dann sieht das im **Gesamtbild...

Trockenobst 29. Mär 2018

Oracle ist technisch sehr gut. Man kann über Oracle sagen was man will, aber ihre...


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