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Optical Disc Archive G2: Sonys Disc-Stapel erreicht 3,3 TByte und braucht acht Laser

Sony hat sein Optical Disc Archive in der zweiten Generation vorgestellt. In einer ODA-Cartridge lassen sich nun 3,3 TByte an Daten speichern. Basis ist Sonys neue Archival Disc, die mit zahlreichen Lasern die Geschwindigkeit und die Leistungsaufnahme enorm steigert.
/ Andreas Sebayang
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Die neuen Laufwerke können auch alte Medien aufnehmen. (Bild: Sony)
Die neuen Laufwerke können auch alte Medien aufnehmen. Bild: Sony

Sony hat nach vier Jahren die zweite Generation seines Optical-Disc-Archive-Systems vorgestellt. Basierend auf Blu-ray-Technik können in einer Cartridge nun 3,3 TByte gespeichert werden. Generation-1-Laufwerke konnten bisher maximal 1,5-TByte-Medien verarbeiten. Zudem gibt es die Kapazitäten 300, 600 und 1.200 GByte.

Für die neuen Medien braucht es aber zwingend auch neue Laufwerke. Das ODS-D280U(öffnet im neuen Fenster) gehört als USB-3.0-Laufwerk dazu. Parallel wird für Storage-Roboter das Laufwerk ODS-D280F (8 GBit Fibrechannel) angeboten. In diesen beiden Laufwerken kann das Medium ODC3300R aufgenommen werden.

Das R in dem Produktnamen des Mediums deutet allerdings bereits eine Einschränkung der neuen Generation an: Es gibt sie nur als WORM-Medien (Write Once, Read Many). Damit bleibt das ODC1200RE-Medium das größte wiederbeschreibbare Medium. Das 1,5-TByte-Medium ist ohnehin nur als WORM-Medium verfügbar.

Archival Disc als Trägermedium

Die Kapazität legt nahe, dass Sony nun auf die Archival Disc als Datenträger setzt. Bestätigt wird das in einer Randbemerkung der Medien(öffnet im neuen Fenster) und auf der Roadmap(öffnet im neuen Fenster). Die Roadmap ist jedoch nicht mehr aktuell, damals sprach Sony noch von 3,6-TByte-Medien.

Über diese Archival Disc werden rund 300 GByte pro Scheibe gespeichert (doppelseitig, drei Layer à 50 GByte). Zum Vergleich: Eine Blu-ray-Disc schafft in der Regel 100 bis 128 GByte pro Seite mit drei bis vier Layern. Drei-Layer-Discs mit solchen Kapazitäten werden für die 4K-Ultra-HD-Blu-ray-Disc im größeren Maßstab verwendet. Pioneer hat sogar die Verwendung von acht Layern und damit 256 GByte pro Seite angekündigt.

Sony Optical Disc Archive Generation 2 braucht erheblich mehr Energie

Technische Änderungen gab es in jedem Fall. Denn das Laufwerk benötigt jetzt für den Betrieb stolze 110 Watt. Die Vorgänger brauchen nur 20 Watt. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit wurde ebenfalls deutlich erhöht und liegt bei 2 beziehungsweise 1 GBit/s. Letzterer Wert ist inklusive eines Kontrolldurchlaufs, wie man ihn von MO-Systemen kennt. Die alten Medien konnten nur mit 330 MBit/s gelesen und 110 (Rewritable) bis 210 (WORM) MBit/s beschrieben werden. Der Geschwindigkeitszuwachs kommt vor allem durch die Verwendung von acht Laserköpfen pro Seite, was auch den enormen Energiebedarf erklärt. Das erinnert an Kenwoods Multibeam-TrueX(öffnet im neuen Fenster) mit einer Linse. Das damalige System konnte aber nicht immer die Datenrate hochtreiben, da die Daten für einen Laser geschrieben wurden. Sonys System verteilt die Daten gleich so, dass sie ideal mit mehreren Köpfen gelesen werden können.

Die neuen Medien sind zudem haltbarer. Statt 50 Jahren gibt Sony nun mindestens 100 Jahre Haltbarkeit an. Das soll das typischerweise notwendige Umspeichern von Daten in Archiven minimieren. Damit spielt Sony vor allem auf die Kompatibilitätsprobleme im LTO-Bereich an. Es gibt allerdings Alternativen im Bandbereich, die jedoch sehr teuer sind.

Die neuen ODA-Laufwerke und Medien sollen im Sommer 2016 auf den Markt kommen. Preise nannte das Unternehmen nicht. Zur Orientierung: Die Vorgängerlaufwerke gibt es zu Preisen von 7.000 bis 7.500 US-Dollar.

Sony setzt im Profibereich auf optische Medien

Sony ist im Profibereich weiter sehr stark mit verschiedenen Mediensystemen aktiv. So gibt es beispielsweise noch das XDCAM-Disc-System, ein dank Caddy besonders robustes Medium, das, genauso wie die vor einem Jahrzehnt eingestellte Professional Disc for Data (PDD), ein Ableger der Blu-ray-Disc ist. Zudem ist mit der Archival Disc kürzlich das erste Einzelprodukt vorgestellt worden, das pro Disc 300 GByte speichern kann. Perspektivisch will Sony mit Panasonic zusammen die Archival Disc in der nächsten Generation bei der Kapazität verdoppeln und die Datenraten um 50 Prozent erhöhen.

Im Endkundengeschäft sind optische und beschreibbare Medien hingegen weitestgehend unbedeutend für Sony geworden. Das gilt sowohl für die magnetooptischen Disks als auch die mit ähnlicher Technik arbeitende Minidisc, die 2013 als letztes Medium ihrer Art eingestellt wurde.


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