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Opt-out: Twitch öffnet Streamer-Inhalte für Amazons KI-Training

Streamer müssen bei Twitch selbst aktiv werden, wenn Amazon ihre Inhalte nicht fürs KI-Training verwenden soll. Das führt zu Kritik.
/ Przemyslaw Szymanski
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Logo der Twitch-App (Symbolbild) (Bild: Martin BUREAU / AFP via Getty Images)
Logo der Twitch-App (Symbolbild) Bild: Martin BUREAU / AFP via Getty Images

Die Streamingplattform Twitch verwendet künftig Inhalte und Aufzeichnungen ihrer Content-Ersteller, um generative KI-Modelle des Mutterkonzerns Amazon zu trainieren. Öffentlich gemacht hat die Plattform die Pläne über ihren Support-Account bei X(öffnet im neuen Fenster). Weitere Hintergründe erläuterten Twitchs Community-Chefin Mary Kish und Produktchef Mike Minton anschließend in einem Livestream(öffnet im neuen Fenster).

Von der Änderung sind demnach verschiedene Inhalte betroffen, die auf der Plattform entstehen. Dazu zählen unter anderem Livestreams, gespeicherte Videoaufzeichnungen und Clips sowie Chatbeiträge, Bilder und Texte eines Kanals. Twitch räumt seinen Content-Erstellern allerdings die Möglichkeit ein, der Verwendung dieser Daten für künftige Trainingsläufe zu widersprechen.

Genau diese Regelung erregt in der Community deutliche Kritik. Denn Twitch holt die Zustimmung nicht vorab ein, sondern hat die entsprechende Einstellung standardmäßig aktiviert. Wer seine Inhalte nicht für das KI-Training von Amazon freigeben möchte, muss deshalb selbst tätig werden und die entsprechende Einstellung im eigenen Konto deaktivieren.

Twitch setzt bewusst auf ein Opt-out

Dass die Freigabe von Beginn an eingeschaltet ist, ist eine bewusste Entscheidung von Twitch. Auf die Frage, warum die Plattform nicht auf eine vorherige Zustimmung setzt, antwortete Minton in dem Livestream: "Wenn es ein Opt-in wäre, würde sich niemand dafür entscheiden. Das ist ehrlich gesagt die Antwort." Gleichzeitig blieb offen, ob Amazon zu diesem Zeitpunkt bereits Twitch-Inhalte für das Training verwendet hat. Minton konnte auf Nachfrage nicht sagen, welche Daten der Mutterkonzern bislang dafür genutzt hat.

Konkreter wird Twitch bei der Frage, wofür Inhalte trotz eines Widerspruchs weiterhin verwendet werden können. Dazu zählen etwa Empfehlungen, automatische Untertitel oder die Moderationsfunktion Automod, die potenziell problematische Chatnachrichten erkennt und zur Überprüfung zurückhält. Auch KI-gestützte Werkzeuge rund um Sponsoringkampagnen sind von der neuen Einstellung nicht betroffen.

Auch außerhalb des eigenen Kanals greift die Einstellung nicht uneingeschränkt. Wer beispielsweise im Chat eines anderen Streamers schreibt, kann über den eigenen Opt-out-Schalter nicht festlegen, ob die eigenen Beiträge für das Training verwendet werden. Maßgeblich ist in diesem Fall die Einstellung des jeweiligen Kanals. Bei solchen Chatbeiträgen entscheidet damit nicht der Verfasser selbst, sondern die Freigabe des Kanals darüber, ob sie in das KI-Training einfließen.


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