Operation Payback: 13 Anonymous-Mitglieder bekennen sich schuldig

13 Angeklagte im Alter zwischen 22 und 44 Jahren haben sich vor einem Bundesgericht im kalifornischen Santa Cruz zu den DDoS-Angriffen auf den Online-Bezahldienst Paypal für schuldig bekannt. Sie wurden der Verschwörung und der absichtlichen Beschädigung eines abgesicherten Rechners angeklagt. Bis zur Urteilsverkündung in einem Jahr sind sie auf Kaution frei.
Der Anklagepunkt der Verschwörung ist nach US-Recht eine schwere Straftat (18 United States Code 1030[b], Felony) und kann mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 250.000 US-Dollar geahndet werden. Die Beschädigung eines Rechners kann als schwere oder minderschwere Straftat gewertet werden. Offenbar als Gegenleistung für ein Schuldbekenntnis wurde das als minderschwere Straftat (Misdemeanor) gewertet. Dennoch drohen den Anklagten dafür bis zu ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von 100.000 US-Dollar. Zieht ein Angeklagter sein Schuldgeständnis bis zur Urteilsverkündung zurück, könnte sich das Strafmaß auf bis zu zehn Jahren erhöhen.
Angriffe im Rahmen von Operation Payback
Den Angeklagten wurde vorgeworfen , vom 16. September 2010 bis mindestens zum 2. Januar 2011 an einem "weltweiten Komplott" teilgenommen zu haben, um mit Attacken auf Internetseiten gegen die Schließung der Filesharing-Plattform The Pirate Bay sowie gegen die Finanzblockaden von Wikileaks zu protestieren. Zu den Angriffszielen der Operation Payback oder "Operation: Payback is a bitch" gehörten der Anklageschrift zufolge(öffnet im neuen Fenster) Regierungseinrichtungen, Handelsorganisationen, Einzelpersonen, Anwaltskanzleien und Finanzinstitutionen.
In den USA war nach dem Selbstmord von Aaron Swartz Kritik an den harten Strafen für Einbrüche in Rechner laut geworden , die keine menschlichen Opfer gefordert haben. Paypal hat den Schaden durch die DDoS-Angriffe auf etwa 4 Millionen US-Dollar beziffert.