Operation Onymous: Großrazzia bei illegalen Handelsplattformen

Insgesamt 414 .onion-Domains im Tor-Netzwerk haben europäische und US-Behörden in einer groß angelegten Razzia namens Operation Onymous vom Netz genommen. Neben illegalen Handelsplattformen wie Silk Road, Cloud 9 oder Hydra waren auch mutmaßliche Webseiten zur Geldwäsche Ziel der Fahnder. Insgesamt wurden 17 Verdächtige verhaftet. Ihr primäres Ziel waren jedoch die prominente Webseite Silk Road 2 und deren Betreiber.
In 17 Ländern wurden Wohnungen durchsucht und unter anderem Rechner, Drogen, Gold, Silber und Waffen von einer noch unbekannten Anzahl beschlagnahmt. Außerdem fanden die Fahnder Bargeld in Höhe von 180.000 Euro sowie 1 Million Bitcoins, heißt es in einer Pressemitteilung von Europol.
Zum Wie keine Angaben
Wie genau die Fahnder die anonymisierten Webseiten im Tor-Netzwerk ausfindig gemacht haben, wollten sie nicht verraten. Die Server der ursprünglichen Handelsplattform Silk Road konnten Strafverfolgungsbehörden noch an Hand einer fehlerhaften Konfiguration enttarnen . Das Tor-Team habe keine Hinweise darüber, dass es eine Schwachstelle im Anonymisierungsnetzwerk gebe, sagte Andrew Lewman zu Wired(öffnet im neuen Fenster) . Es handele sich wohl um normale Polizeiarbeit.
Es sei ein großer Schlag gegen illegale Geschäfte im Darknet, sagte Troels Oerting, der Chef der Abteilung Cybercrime bei Europol. Inzwischen könnten sich Kriminelle auch im Tor-Netzwerk nicht mehr sicher fühlen. Es sei nicht die letzte Aktion dieser Art. Tatsächlich gibt es bekannte Seiten, die weiterhin erreichbar sind, darunter Agora, dessen Angebot bereits seit längerem größer ist als das von Silk Road 2.