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Die Olsenbande gelangte immer mit ungewöhnlichen Tricks in die Gebäude.
Die Olsenbande gelangte immer mit ungewöhnlichen Tricks in die Gebäude. (Bild: olsenbande-com/Lizenz:CC BY-SA 2.0 de)

Operation Glotaic: Die Olsenbande grüßt Verizon

Die Olsenbande gelangte immer mit ungewöhnlichen Tricks in die Gebäude.
Die Olsenbande gelangte immer mit ungewöhnlichen Tricks in die Gebäude. (Bild: olsenbande-com/Lizenz:CC BY-SA 2.0 de)

Wie war es möglich, dass der BND ohne Wissen des Anbieters einen Netzknoten anzapfte? Der Sicherheitschef von Verizon Deutschland kann dem NSA-Ausschuss darauf keine Antwort geben. Der US-Mutterkonzern stellt sich taub.

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Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) haben offenbar ohne Kenntnis des Telekommunikationsanbieters einen Netzknoten in Deutschland angezapft. Der deutsche Sicherheitschef des früheren Anbieters MCI/Worldcom, Oliver Matt, sagte am Donnerstag vor dem NSA-Ausschuss des Bundestages, sein Unternehmen habe zu keinem Zeitpunkt mit einem in- oder ausländischen Nachrichtendienst kooperiert. Wenn dies zutrifft, hat der BND wohl tatsächlich unter Vorgabe falscher Identitäten im Jahr 2004 bei dem MCI-Netzknoten im niederrheinischen Hilden Daten abgegriffen. Die legendäre Olsenbande, die sich meist trickreich den Zugang zu ausgeraubten Gebäuden beschaffte, lässt grüßen.

Wie der BND in diesem Fall genau vorgegangen ist, konnte Matt sich nicht erklären. Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel zufolge sollen sich die Geheimdienstmitarbeiter als Techniker des MCI-Mutterkonzerns aus den USA ausgegeben haben. Unter dem Vorwand, ein Warngerät gegen Internetkriminelle zu installieren, sollen sie in den Serverräumen ein Überwachungsgerät angeschlossen haben. Gespräche und Faxe gingen dann bis 2006 frei Haus an den BND und den US-Geheimdienst CIA. Der Glasfaseranschluss dafür soll monatlich 9.000 Euro gekostet haben. Die Operation lief unter dem Codewort Glotaic und sollte dazu dienen, ausländische Telefonverbindungen in den Nahen Osten zu überwachen.

US-Mutterkonzern blockt ab

Vergeblich bemühte sich der Ausschuss rund zwei Stunden lang, etwas Licht in das Dunkel der Aktion zu bringen. Bis zuletzt blieb aber unklar, ob die BND-Leute möglicherweise über eigene Zugangskarten zu den Räumlichkeiten in Hilden verfügten oder von den verantwortlichen MCI-Angestellten hineingelassen wurden. Die Besucherlisten von 2004 seien fristgerecht vernichtet worden, sagte der 44-Jährige, der inzwischen Sicherheitschef bei Verizon Deutschland ist. MCI war 2006 von Verizon übernommen worden. Das Unternehmen betrieb damals in Deutschland neun inländische Schaltzentralen und zwei internationale Netzknoten, einen davon in Hilden und einen am Firmenhauptsitz in Frankfurt am Main.

Medienberichten zufolge soll der US-Mutterkonzern von der CIA über die Operation Glotaic eingeweiht worden sein. Der Operation sollen langwierige Verhandlungen zwischen BND, NSA, CIA und MCI vorangegangen sein. Entsprechende Nachfragen in den USA haben nun aber zu keinem Ergebnis geführt. Mit Verweis auf Geheimhaltungspflichten sei eine Auskunft von Verizon verweigert worden, sagte Matt. Der Ausschuss hatte für Donnerstag auch den damaligen MCI-Chef Michael Cappellas geladen, der jedoch nicht erschien. Der Manager, der inzwischen im Verwaltungsrat von Netzwerkausrüster Cisco sitzt, dürfte durchaus postalisch erreichbar sein.

Ob sich der konspirative Zugang des BND in Hilden nach elf Jahren überhaupt noch aufklären lässt, ist daher unklar. Matt war auf jeden Fall die erkennbar falsche Person dafür. Auf die Fragen der Abgeordneten antwortete er meist: Das weiß ich nicht, dafür bin ich nicht zuständig, das ist nicht meine Abteilung, das kann ich nur in nichtöffentlicher Sitzung sagen. So blieb bis zum Schluss unklar, ob es angeblichen MCI-Mitarbeitern aus den USA leicht möglich gewesen wäre, mit Hilfe gefälschter Firmenausweise in den deutschen Netzknoten zu gelangen. Personelle Unterstützung dürfte aber durchaus willkommen gewesen sein. Laut Matt verfügt die Konzernsicherheit in Deutschland nur über drei Mitarbeiter. Die IT-Sicherheit habe ebenfalls nur drei Mitarbeiter. Eines dürfte aber feststehen. Anders als bei der Olsenbande stand in Hilden sicherlich kein Tresor von Franz Jäger.


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berritorre 11. Sep 2015

Das ist gejammere auf ganz grossem Niveau. Schau dich mal ein bisschen im Ausland um...

tonictrinker 11. Sep 2015

Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass diese Aktionen dazu dienten verbrechen...

Mopsmelder500 11. Sep 2015

konnten wir einen verhaften ? Das ist doch das ziel in einem Rechtstaat. Oder haben wir...



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