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Behörden greifen ein: Millionen von Passwörtern mit Malware erbeutet

Strafverfolger mehrerer Länder haben 326 mit verschiedenen Malware-Varianten verbundene Server vom Netz genommen, darunter 40 aus Deutschland.
/ Marc Stöckel
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Strafverfolger hinterlassen hämische Videobotschaft für Cyberkriminelle. (Bild: Operation Endgame / Screenshot)
Strafverfolger hinterlassen hämische Videobotschaft für Cyberkriminelle. Bild: Operation Endgame / Screenshot

Strafverfolgungsbehörden mehrerer Länder haben zusammen mit Europol, Eurojust und mehreren Partnern aus der Privatwirtschaft im Rahmen der Operation Endgame mit den Malware-Operationen Socgholish, StealC und Amaday verbundene Cybercrime-Netzwerke zerschlagen. Auch das deutsche Bundeskriminalamt(öffnet im neuen Fenster) (BKA) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik(öffnet im neuen Fenster) (BSI) waren beteiligt.

Auf die Zerschlagung von Socgholish sowie die damit einhergehende Bereinigung von 15.000 gehackten Webseiten hatte die niederländische Polizei schon in der vergangenen Woche aufmerksam gemacht.

Wie einer Pressemitteilung von Europol(öffnet im neuen Fenster) zu entnehmen ist, sind die als Dropper und Infostealer genutzten Malware-Varianten StealC und Amaday aber ebenfalls betroffen. Alle drei Schädlinge sollen Angreifern als kriminelle Dienstleistungen (Cybercrime-as-a-Service) zur Verfügung gestellt und unter anderem für die Durchführung von Ransomwareangriffen genutzt worden sein.

Auch deutsche Server betroffen

Über alle drei Malware-Operationen hinweg beschlagnahmten die Strafverfolger nach eigenen Angaben 326 Server und 142 Domains. 40 der genannten Server waren laut BKA in Deutschland stationiert. Darüber hinaus wurden von den Angreifern gehortete Kryptowährungen im Wert von 47 Millionen US-Dollar identifiziert und eingefroren.

Außerdem stellten die Einsatzkräfte etwa 27 Millionen kompromittierte Zugangsdaten von über 385.000 Opfern sicher. Teilweise wurden die auch schon in die Datenbank des Datenleck-Prüfdienstes HaveIBeenPwned aufgenommen, so dass Anwender dort prüfen können, ob sie betroffen sind. Der Betreiber hat nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) über vier Millionen E-Mail-Adressen und neun Millionen Passwörter ergänzt.

Zahlreiche Behörden und Unternehmen beteiligt

Neben Europol, Eurojust, BKA und BSI waren auch Behörden aus Kanada, Dänemark, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, den USA sowie Sicherheitsexperten unter anderem von Microsoft(öffnet im neuen Fenster), der Shadowserver Foundation(öffnet im neuen Fenster), Proofpoint(öffnet im neuen Fenster), IBM X-Force(öffnet im neuen Fenster), Infoblox, Bitdefender und Spamhaus an der Zerschlagung von Socgholish, StealC und Amaday beteiligt.

Wie schon bei früheren Anti-Cybercrime-Maßnahmen hinterließen die Strafverfolger auf der Website von Operation Endgame(öffnet im neuen Fenster) wieder eine hämische Videobotschaft, die sich an die jeweiligen Malware-Betreiber und deren Partner richtet. Demnach scheint die Zerschlagung der StealC-Malware durch eine Sicherheitslücke in der Infrastruktur der Betreiber gelungen zu sein.


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