Abo
  • Services:

Operation Eikonal: Daten deutscher Bürger gingen von 2004 bis 2008 an die NSA

Unter dem Decknamen Operation Eikonal hat der BND jahrelang deutsche Daten bewusst vom Frankfurter De-Cix an die NSA weitergeleitet. Außenminister Steinmeier habe der Operation zugestimmt, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Artikel veröffentlicht am ,
Außenminister Frank-Walter Steinmeier
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (Bild: Thomas Köhler / photothek.net)

Unter Berufung auf die streng geheimen Unterlagen, die dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags vorliegen, berichtet die Süddeutsche Zeitung über die Operation Eikonal. Der Bundesnachrichtendienst (BND) leitete demnach zwischen 2004 und 2008 alle Daten des Frankfurter Internet-Knotenpunktes De-Cix an die NSA weiter, ein fehlerhaftes Filterprogramm namens Dafis übermittelte auch Daten deutscher Bürger.

Stellenmarkt
  1. ADAC Ostwestfalen-Lippe e.V., Bielefeld
  2. BüchnerBarella Holding GmbH & Co. KG, Gießen

Der Bundesnachrichtendienst habe bereits ab 2003 testweise mit der Überwachung des De-Cix begonnen, ab 2004 die Telefondaten gesammelt und ab 2005 auch jeglichen Internetverkehr in Frankfurt abgefangen. Die notwendige Technik soll die NSA bereitgestellt haben, die Weiterleitung übernahm jedoch der BND, und auch in Bad Aibling sahen US-Amerikaner die Informationen ein.

Einen direkten Zugriff auf die Daten des Frankfurter De-Cix hatte der damalige Kanzleramtsminister und heutige Außenminister Frank-Walter Steinmeier abgelehnt, dennoch dürfte die Operation Eikonal einer Grundrechtsverletzung des G-10-Gesetzes entsprechen, welches das Fernmeldegeheimnis regelt.

In den Unterlagen finden sich Aussagen von BND-Mitarbeitern, die von "politischem Schaden" und "unabsehbaren Folgen" sprechen, dennoch lief die Operation Eikonal bis 2008. Von Beginn an war klar, dass das Dafis genannte Filterprogramm, das deutsche Daten aussortieren sollte, nicht korrekt funktionierte. Die "volle Kontrolle durch den BND ist real nicht möglich", soll BND-Präsident August Hanning angemerkt haben.

Hilfe bekam der Bundesnachrichtendienst durch einen Provider, dessen Name in den Akten geschwärzt ist, bei dem es sich aber um die Deutsche Telekom handeln soll. Der BND und der Provider gingen laut der SZ einen Vertrag ein: Der Bundesnachrichtendienst bekommt Zugriff auf die Daten des Frankfurter De-Cix und der Provider erhält dafür monatlich 6.000 Euro.

Im Juli 2008 endete die Operation Eikonal offiziell, weswegen NSA-Vizepräsident John Inglis auf "Kompensation" gepocht haben soll - und die NSA seitdem vom BND Daten eines anderen "global wichtigen Kommunikationsstrangs" erhält, möglicherweise bis heute.

Auf die Frage von Hans-Christian Ströbele, ob der BND "aus dem Frankfurter Glasfaser-Netzknoten [...] abgezapfte Rohdaten mindestens zwischen 2004 bis 2007 der NSA übermittelte", antwortete der Staatsminister im Kanzleramt, dies sei nicht der Fall - zumindest nicht automatisiert.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Logitech G910 + G402 für 99€ und ASUS Dual Radeon RX 580 OC + SanDisk SSD Plus 240 GB...
  2. (aktuell u. a. Corsair CX750 für 64,90€ + Versand)
  3. 9,99€ (mtl., monatlich kündbar)
  4. 229,99€

tingelchen 06. Okt 2014

Ein Geheimdienst kann sehr wohl Rechtsstaatlich sein. Denn eine Rechtsstaat hat nichts...

tingelchen 06. Okt 2014

Was heißt denn bei Peering-Policy "Restrictive"? Sehr interessant... 4809 AS4809...

Yes!Yes!Yes! 06. Okt 2014

Wer denn sonst?

Garius 06. Okt 2014

Tun sie das? Also auf Golem oder Heise finde ich nichts über Amazons Fauxpas. Über...

Bassa 06. Okt 2014

Das bezweifel ich massiv. Die FDP hatte kein Interesse daran, das zu verhindern. Gefühlt...


Folgen Sie uns
       


Besuch im Testturm Rottweil von Thyssen-Krupp - Bericht

Thyssen-Krupp testet in Baden-Württemberg in einen Turm einen revolutionären Aufzug, der ohne Seile auskommt.

Besuch im Testturm Rottweil von Thyssen-Krupp - Bericht Video aufrufen
Echo Wall Clock im Test: Ach du liebe Zeit, Amazon!
Echo Wall Clock im Test
Ach du liebe Zeit, Amazon!

Die Echo Wall Clock hat fast keine Funktionen und die funktionieren auch noch schlecht: Amazons Wanduhr ist schon vielen US-Nutzern auf den Zeiger gegangen - im Test auch uns.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Amazon Echo Link und Echo Link Amp kommen mit Beschränkungen
  2. Echo Wall Clock Amazon verkauft die Alexa-Wanduhr wieder
  3. Echo Wall Clock Amazon stoppt Verkauf der Alexa-Wanduhr wegen Technikfehler

Days Gone angespielt: Zombies, Bikes und die Sache mit der Benzinpumpe
Days Gone angespielt
Zombies, Bikes und die Sache mit der Benzinpumpe

Mit dem nettesten Biker seit Full Throttle: Das Actionspiel Days Gone schickt uns auf der PS4 ins ebenso große wie offene Abenteuer. Trotz brutaler Elemente ist die Atmosphäre erstaunlich positiv - beim Ausprobieren wären wir am liebsten in der Welt geblieben.
Von Peter Steinlechner


    Elektromobilität: Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?
    Elektromobilität
    Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?

    Veteranen der deutschen Autoindustrie wollen mit Canoo den Fahrzeugbau und den Vertrieb revolutionieren. Zunächst scheitern die großen Köpfe aber an den kleinen Hürden der Startupwelt.
    Ein Bericht von Dirk Kunde

    1. EU Unfall-Fahrtenschreiber in Autos ab 2022 Pflicht
    2. Verkehrssenatorin Fahrverbot für Autos in Berlin gefordert
    3. Ventomobil Mit dem Windrad auf Rekordjagd

      •  /