• IT-Karriere:
  • Services:

Operation Eikonal: BND bestätigt Missbrauch der Kooperation durch NSA

Die NSA ist sehr unzufrieden mit den Ergebnissen der Operation Eikonal gewesen. Nun hat ein Ex-BND-General vor dem NSA-Ausschuss eingeräumt, dass der US-Geheimdienst auch europäische Unternehmen ausspähen wollte.

Artikel veröffentlicht am ,
Die neue Zentrale des BND in Berlin
Die neue Zentrale des BND in Berlin (Bild: Adam Berry/Getty Images)

Der US-amerikanische Geheimdienst NSA hat über eine Kooperation mit dem Bundesnachrichtendienst (BND) europäische Firmen und Institutionen ausspähen wollen. Der frühere Leiter der Abteilung Technische Aufklärung beim BND, Dieter Urmann, hat am Donnerstag vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags in Berlin erklärt, dass entsprechende Selektoren in den Listen der NSA aufgetaucht seien. Diese seien jedoch dann vom BND wieder entfernt worden. Die Süddeutsche Zeitung hatte im Oktober 2014 bereits geschrieben, "dass die Amerikaner die gemeinsame Arbeit dazu missbrauchten, um nach Informationen über EADS, Eurocopter und französische Behörden zu suchen". Dies wurde nun erstmals offiziell bestätigt.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Würzburg
  2. Schwarz Dienstleistung KG, Raum Neckarsulm

Der 63-jährige, pensionierte Brigadegeneral Urmann berief sich in seiner Vernehmung häufig auf Erinnerungslücken, wenn es um nähere Umstände zu den BND-Kooperationen mit der NSA (Eikonal) und CIA (Glotaic) aus den Jahren 2003 bis 2008 ging. Auf ein vorbereitendes Aktenstudium habe er verzichtet, nachdem ihm der Umfang der Unterlagen mitgeteilt worden sei. Zudem durften Details zur Operation Glotaic nur in nichtöffentlicher Sitzung erläutert werden. Urmann bestätigte zumindest frühere Aussagen von BND-Mitarbeitern, wonach die NSA mit den Ergebnissen der Operation Eikonal "relativ unzufrieden und relativ ungehalten" gewesen sei. Deswegen sei ihm recht schnell klargeworden, dass das Projekt "plattgemacht" würde. Ein sogenannter Schwachstellenbericht, den er in Auftrag gegeben habe und der zahlreiche Probleme aufgezeigt haben soll, habe ihn in seiner Überzeugung bestätigt.

Heimlicher Zugriff auf MCI-Daten

Für die Operation Eikonal hatte der BND bei der Deutschen Telekom in Frankfurt am Main zunächst leitungsvermittelte und später paketvermittelte Verkehre abgegriffen. Aufgrund einer starken Filterung der abgegriffenen Daten sollen am Ende nur wenige verwertbare Informationen übrig geblieben sein. Für den BND habe bei der Kooperation im Vordergrund gestanden, seine technische Kompetenz zu erweitern, sagte Urmann. Die NSA habe möglicherweise gehofft, trotz der gesetzlichen Beschränkung eine höhere Ausbeute an Informationen zu erhalten. Im Gegensatz zu anderen BND-Mitarbeitern vertrat Urmann jedoch die Überzeugung, dass die Daten vor der Weiterleitung an die NSA nur stichprobenartig per Hand überprüft worden seien. Andere Mitarbeiter hatten behauptet, die komplette händische Kontrolle habe garantiert, dass keine Daten deutscher Bürger an die NSA weitergeleitet worden seien.

Ins Schlingern kam Urmann bei der Frage, welche Rechtsgrundlage es für die Operation Glotaic gegeben habe. Denn er hatte zuvor eingeräumt, dass der BND mit der CIA kooperiert habe, um Zugang zu einem Provider zu erhalten, "an den ich normalerweise nicht herankomme". Unter Hinweis auf den Methodenschutz wollte er jedoch nicht erläutern, warum in diesem Fall nicht versucht wurde, mit Verweis auf gesetzliche Bestimmungen Zugang zum Provider MCI an dessen Vermittlungsstelle im niederrheinischen Hilden zu erhalten. Laut Urmann gab es nur einen Vertrag mit dem Partnerdienst CIA. Das deckt sich mit Vermutungen der Opposition, wonach Teile von MCI nicht über das Abgreifen von Daten eingeweiht gewesen waren. Möglicherweise hatte der BND eine Tarnfirma eingeschaltet, um die Daten über einen Umweg von Hilden nach Rheinhausen zu leiten.

Urmann wollte in seiner Vernehmung nicht ausschließen, dass der BND in der Lage sei, hinreichend präzise Ortungsdaten für Tötung von Verdächtigen mit Hilfe von Drohnen zu gewinnen. Zu seiner Zeit beim BND seien die Genauigkeitsradien immerhin so exakt gewesen, "dass man einen Glückstreffer hätte landen können".

Pikanterweise war Urmanns Karriere selbst durch eine Spionageaffäre des BND beeinträchtigt worden. Nachdem bekanntgeworden war, dass der BND den afghanischen Minister Amin Farhang und mit ihm die deutsche Journalistin Susanne Koelbl ausgespäht hatte, hatte er 2008 seinen Posten räumen müssen. Allerdings blieb Urmann weiterhin Abteilungsleiter beim BND. Von einer Strafversetzung, wie Urmann dies bezeichnet hatte, könne daher wohl keine Rede sein, sagte der Grünen-Ausschussobmann Konstantin von Notz.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. 3er Pack Lüfter LL120 RGB für 102,90€, Crystal 680X RGB Gehäuse für 249,90€)
  2. (u. a. 860 Evo 500 GB SSD für 74,99€, Portable T5 500 GB SSD 94,99€, Evo Select microSDXC 128...
  3. (u. a. Roccat Kain 122 Aimo für 53,99€, Roccat Kain 200 Aimo für 74,99€)

manitu 06. Mär 2015

Natürlich, wenn im Anfrageheader dann Accept-Language:de-DE steht, haben sie es manuell...


Folgen Sie uns
       


Datenbasierte Archäologie im DAI

Idai World ist ein System, um archäologische Daten aufzubereiten und online zugänglich zu machen. Benjamin Ducke vom Deutschen Archäologischen Institut stellt es vor.

Datenbasierte Archäologie im DAI Video aufrufen
Nitropad im Test: Ein sicherer Laptop, der im Alltag kaum nervt
Nitropad im Test
Ein sicherer Laptop, der im Alltag kaum nervt

Das Nitropad schützt vor Bios-Rootkits oder Evil-Maid-Angriffen. Dazu setzt es auf die freie Firmware Coreboot, die mit einem Nitrokey überprüft wird. Das ist im Alltag erstaunlich einfach, nur Updates werden etwas aufwendiger.
Ein Praxistest von Moritz Tremmel und Sebastian Grüner

  1. Nitropad X230 Nitrokey veröffentlicht abgesicherten Laptop
  2. LVFS Coreboot-Updates sollen nutzerfreundlich werden
  3. Linux-Laptop System 76 verkauft zwei Laptops mit Coreboot

Geforce Now im Test: Nvidia nutzt einzigartige CPU und GPU
Geforce Now im Test
Nvidia nutzt einzigartige CPU und GPU

Wer mit Nvidias Geforce Now spielt, bekommt laut Performance Overlay eine RTX 2060c oder RTX 2080c, tatsächlich aber werden eine Tesla RTX T10 als Grafikkarte und ein Intel CC150 als Prozessor verwendet. Die Performance ist auf die jeweiligen Spiele abgestimmt, vor allem mit Raytracing.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Cloud Gaming Activision Blizzard zieht Spiele von Geforce Now zurück
  2. Nvidia-Spiele-Streaming Geforce Now kostet 5,49 Euro pro Monat
  3. Geforce Now Nvidias Cloud-Gaming-Dienst kommt noch 2019 für Android

Generationenübergreifend arbeiten: Bloß nicht streiten
Generationenübergreifend arbeiten
Bloß nicht streiten

Passen Generation Silberlocke und Generation Social Media in ein IT-Team? Ganz klar: ja! Wenn sie ihr Wissen teilen, kommt am Ende sogar Besseres heraus. Entscheidend ist die gleiche Wertschätzung beider Altersgruppen und keine Konflikte in den altersgemischten Teams.
Von Peter Ilg

  1. Arbeit Warum anderswo mehr Frauen IT-Berufe ergreifen
  2. Arbeit Was IT-Recruiting von der Bundesliga lernen kann
  3. Arbeit Wer ein Helfersyndrom hat, ist im IT-Support richtig

    •  /