Abo
  • Services:

OpenSSL-Update: Die Rückkehr des Padding-Orakels

Die jüngste Version von OpenSSL behebt eine kritische Sicherheitslücke: eine Neuauflage des sogenannten Padding-Oracle-Angriffs. Mehrere ältere Bugs ermöglichen außerdem zusammen eine Memory-Corrpution-Lücke.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Ein Sicherheitsupdate für OpenSSL behebt eine kritische und mehrere unkritische Lücken.
Ein Sicherheitsupdate für OpenSSL behebt eine kritische und mehrere unkritische Lücken. (Bild: OpenSSL)

Die Entwickler von OpenSSL haben mehrere Sicherheitslücken behoben. Das Advisory listet zwei als kritisch eingestufte Lücken sowie eine ganze Reihe von weniger schwerwiegenden Schwachstellen. Die Versionen 1.0.2h und 1.0.1t entfernen alle bekannten Sicherheitsprobleme.

Padding-Oracle-Angriff von 2002 kehrt zurück

Stellenmarkt
  1. eco Verband der Internetwirtschaft e.V., Köln
  2. McService GmbH, München

Juraj Somorovsky von der Ruhr-Universität Bochum und der Firma Hackmanit hat herausgefunden, dass der Code für das Prüfen der Padding-Bytes im CBC/HMAC-Modus nicht korrekt arbeitet. Laut seiner Analyse wird nicht überprüft, ob auch genügend Bytes für das Padding und den MAC vorhanden sind. Damit ist ein sogenannter Padding-Oracle-Angriff möglich. Diese Lücke hat die ID CVE-2016-2107 erhalten. Gefunden hat Somorovsky diese Lücke mit dem von ihm selbst entwickelten Tool TLS-Attacker.

Derartige Padding-Oracle-Angriffe im CBC/HMAC-Modus wurden zum ersten Mal 2002 von Serge Vaudenay beschrieben. Immer wieder gab es Varianten dieses Angriffs, zuletzt etwa Poodle und der Lucky-Thirteen-Angriff. Beim Beheben der Lucky-Thirteen-Lücke wurde der jetzt entdeckte Fehler in den Code eingeführt. Ausnutzbar ist der Bug allerdings nur in relativ speziellen Situationen.

Da dieser Verschlüsselungsmodus immer wieder Probleme bereitete, empfehlen Fachleute inzwischen, wenn möglich komplett auf CBC/HMAC zu verzichten und nur noch Verschlüsselungsmodi mit authentifizierter Verschlüsselung wie etwa AES-GCM oder Chacha20/Poly1305 zu verwenden.

Alte Bugs neu bewertet

Die zweite Lücke, die das Security-Advisory als kritisch einstuft, ist schon länger behoben. Eine Kombination aus zwei verschiedenen Fehlern im ASN.1-Parser führte zu einer Memory-Corruption-Lücke. Einer dieser Fehler wurde vom Autor dieses Artikels bereits im April 2015 mit Hilfe des Tools American Fuzzy Lop entdeckt und anschließend in den OpenSSL-Versionen 1.0.2c und 1.0.1o ausgebessert.

Ausnutzen lässt sich diese Lücke nur, wenn eine Applikation ASN.1-Strukturen decodiert und anschließend wieder encodiert. Auch wenn sie vom OpenSSL-Team als kritisch eingestuft wurde, dürfte das dazu führen, dass nur wenige Applikationen praktisch angreifbar sind.

Vier weitere Sicherheitslücken, die von OpenSSL als weniger kritisch eingestuft wurden, fanden sich in der Verarbeitung von Base64-Daten, in den symmetrischen Verschlüsselungsfunktionen, im ASN.1-Parser und im Parser für die EBCDIC-Zeichencodierung.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 26.02.)
  2. 25,99€
  3. (-70%) 8,99€

felix.schwarz 04. Mai 2016

gnutls hat seine ganz eigenen Schwächen. Wer openssl durch gnutls ersetzt, kommt nur vom...

Anonymer Nutzer 03. Mai 2016

...für die umfangreiche Erläuterung!


Folgen Sie uns
       


Lenovo Thinkpad A485 - Test

Wir testen Lenovos Thinkpad A485, ein Business-Notebook mit AMDs Ryzen. Das 14-Zoll-Gerät hat eine exzellente Tastatur und den sehr nützlichen Trackpoint als Mausersatz, auch die Anschlussvielfalt gefällt uns. Leider ist das Display recht dunkel und es gibt auch gegen Aufpreis kein helleres, zudem könnte die CPU schneller und die Akkulaufzeit länger sein.

Lenovo Thinkpad A485 - Test Video aufrufen
Gaming-Tastaturen im Test: Neue Switches für Gamer und Tipper
Gaming-Tastaturen im Test
Neue Switches für Gamer und Tipper

Corsair und Roccat haben neue Gaming-Tastaturen auf den Markt gebracht, die sich vor allem durch ihre Switches auszeichnen. Im Test zeigt sich, dass Roccats Titan Switch besser zum normalen Tippen geeignet ist, aber nicht an die Geschwindigkeit des Corsair-exklusiven Cherry-Switches herankommt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Azio RCK Retrotastatur wechselt zwischen Mac und Windows-Layout
  2. OLKB Planck im Test Winzig, gerade, programmierbar - gut!
  3. Alte gegen neue Model M Wenn die Knickfedern wohlig klackern

Autonome Schiffe: Und abends geht der Kapitän nach Hause
Autonome Schiffe
Und abends geht der Kapitän nach Hause

Weite Reisen in ferne Länder, eine Braut in jedem Hafen: Klischees über die Seefahrt täuschen darüber hinweg, dass diese ein Knochenjob ist. Doch in wenigen Jahren werden Schiffe ohne Besatzung fahren, überwacht von Steuerleuten, die nach dem Dienst zur Familie zurückkehren. Daran arbeitet etwa Rolls Royce.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Elektromobilität San Francisco soll ein Brennstoffzellenschiff bekommen
  2. Yara Birkeland Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
  3. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen

Google Nachtsicht im Test: Starke Nachtaufnahmen mit dem Pixel
Google Nachtsicht im Test
Starke Nachtaufnahmen mit dem Pixel

Gut einen Monat nach der Vorstellung der neuen Pixel-Smartphones hat Google die Kamerafunktion Nachtsicht vorgestellt. Mit dieser lassen sich tolle Nachtaufnahmen machen, die mit denen von Huaweis Nachtmodus vergleichbar sind - und dessen Qualität bei Selbstporträts deutlich übersteigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Pixel 3 Google patcht Probleme mit Speichermanagement
  2. Smartphone Google soll Pixel 3 Lite mit Kopfhörerbuchse planen
  3. Google Dem Pixel 3 XL wächst eine zweite Notch

    •  /