Openflow: Googles Netzwerk der nächsten Generation

Virtuelle Netze sind heute schon Realität, lautete die Botschaft von Urs Hölzle, der für Googles Infrastruktur verantwortlich ist, auf dem Open Networking Summit 2012(öffnet im neuen Fenster) . Denn Google hat bereits 2010 begonnen, sein Netzwerk auf Software Defined Networking (SDN) mit Openflow umzustellen, und mittlerweile läuft Googles internes Netzwerk, das Rechenzentren und Server miteinander verbindet, damit. Da kein Hersteller zu diesem Zeitpunkt von Netzwerkequipment entsprechende Geräte verkauft, hat Google die Hardware und Software dafür selbst entwickelt und gebaut. Hölzle bestätigte(öffnet im neuen Fenster) damit erstmals das offene Geheimnis, dass Google nicht nur eigene Server, sondern auch eigenes Netzwerkequipment baut.
Bei der unter anderem an der Universität Stanford entwickelten Technik Openflow liegt die Steuerung des Netzwerks in einem zentralen Controller, der Instruktionen an Router, Switches, virtuelle Switches und Access Points verteilt. Die Openflow-Spezifikation wird mittlerweile von der Open Networking Foundation (ONF) verantwortet und zahlreiche Hersteller von Netzwerkgeräten unterstützen heute Openflow.
Google will mit diesen Herstellern nicht konkurrieren, sondern hofft vielmehr, künftig von diesen entsprechende Geräte einkaufen zu können, denn Googles Netzwerk, das die Server mit den Nutzern verbindet, läuft noch auf klassischer Netzwerkhardware. Eine Umstellung ist hier komplexer als beim internen Netzwerk, so dass Google auf Geräte von Netzwerkausrüstern setzen will. Mit seinem Vortrag auf dem Open Networking Summit will Hölzle diesen Herstellern Googles großes Interesse deutlich machen.
Die Netzwerkvirtualisierung verspricht große Vorteile, denn Netzwerke sollen sich damit ähnlich betreiben lassen wie virtuelle Server, so dass Applikationen mobiler im Netzwerk wandern können und die Auslastung der Netzwerke erhöht wird. Hölzle geht davon aus(öffnet im neuen Fenster) , dass Google seine Netze dank der neuen Technik in Kürze wird zu 100 Prozent auslasten können.