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OpenELA: Quellcode für klassischen RHEL-Nachbau verfügbar

Oracle, Suse und Rocky Linux beginnen mit ihrem Neustart für die RHEL-Rebuilds und stellen nun den Quellcode bereit.

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Die Alternative zum klassischen CentOS beginnt mit ihrer Arbeit. (Bild: Pixabay)

Der von den Linux-Distributoren Suse, Oracle und CIQ (Rocky Linux) gegründete Verband OpenELA (Open Enterprise Linux Association) stellt erstmals Quellcode der Software des klassischen Red Hat Linux Enterprise in einer frei wiederverwendbaren Form bereit, wie die Organisation mitteilt. Ziel von OpenELA ist explizit, durch die Verfügbarkeit von Quellcode die Erstellung von Distributionen zu ermöglichen, die eben zu RHEL kompatibel sind. Damit soll die weitere Verfügbarkeit von Oracle Linux, Rocky Linux und Suses RHEL-Fork langfristig abgesichert werden.

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Der Verband reagiert damit auf die Ankündigung Red Hats, die Verfügbarkeit des Quellcodes von RHEL massiv einzuschränken. Laut der Ankündigung von OpenELA sei sämtlicher Quellcode für die Pakete verfügbar, die notwendig seien, um ein Enterprise-Linux-Derivat (EL) zu erstellen. Dies umfasst derzeit abgeleitete Varianten der Versionen 8 und 9 von RHEL, die schlicht als EL 8 und EL 9 bezeichnet werden. Pakete für EL 7 sollen folgen.

Hintergrund der Entwicklung sind die Veränderungen im CentOS-Projekt, die Hauptsponsor Red Hat durchgeführt hat. So hatte das Unternehmen Ende 2020 angekündigt, dass klassische CentOS mit seinen RHEL-Rebuilds einstellen zu wollen. Alternativ dazu sollte für die Community nur noch das neue CentOS Stream gepflegt werden. CentOS Stream ist dabei eine Art Rolling-Release-Distributionen, die auf Entwickler ausgerichtet sein soll. Im Zuge dieser Umstellung ist auch das zuvor gepflegte Quellcode-Repository von CentOS mit den öffentlichen Quellen von RHEL eingestellt worden. Der nun von OpenELA veröffentlichte Code schließt diese Angebotslücke wieder.

Zusätzlich zur Verfügbarkeit des Quellcodes gibt OpenELA nun auch die Gründung als gemeinnütziges Wirtschaftskonsortium mit Sitz in den USA bekannt. Ziel ist es, den gleichen rechtlichen Status wie andere vergleichbare Verbände, allen voran die Linux Foundation, zu erlangen. Die Organisation verfügt darüber hinaus nun über ein Leitungsgremium, das die Interessen der Community vertreten und für die technischen Grundlagen am Quellcode sorgen soll.