Open Web: Twitter will offenes Protokoll für soziale Netze

Das soziale Netzwerk Twitter soll künftig nur noch Client eines offenes Standards sein. Dafür sucht das Unternehmen Entwickler, obwohl die Technik längst als W3C-Standard existiert.

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Twitter will ein eigenes offenes Protokoll für seinen Dienst bauen.
Twitter will ein eigenes offenes Protokoll für seinen Dienst bauen. (Bild: ALASTAIR PIKE/AFP via Getty Images)

Ein kleines Team aus "Open-Source-Architekten, -Entwicklern und -Designern" soll für das Unternehmen Twitter einen "offenen und dezentralisierten Standard für soziale Medien" erstellen. Das kündigte Twitter-Gründer Jack Dorsey an. Ziel sei es, dass Twitter selbst künftig nur noch ein Client dieses offenen Standards ist.

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In der Ankündigung selbst schreibt Dorsey, dass Twitter anfangs zwar noch einigermaßen offen gewesen sei, aus verschiedenen Gründen aber zentralisierter geworden sei. Das wiederum stelle das Team nun aber vor weitere Probleme. Dazu zähle die globale Durchsetzung bestimmter Richtlinien, was derzeit nicht skaliere. Ebenso änderten sich soziale Medien: weg vom Hosting von Inhalten hin zur Nutzung von Algorithmen, die Inhalte empfehlen.

Irritierenderweise verweist Dorsey in der Ankündigung auf Blockchain-Technologie für eine Dezentralisierung sowie bestehende Technik des von Dorsey mitbegründeten Zahlungsdienstleisters Square und nicht etwa auf den bereits existierenden offenen Standard Activity Pub. Letzterer wurde vom World Wide Web Consortium (W3C) spezifiziert und wird etwa von der freien Twitter-Alternative Mastodon eingesetzt.

Das Mastodon-Projekt reagiert entsprechend überrascht auf die Ankündigung und verweist darauf, dass die bisher von Twitter geäußerten Pläne nicht auf einen offenen und konsensbasierten Prozess hindeuteten. Letztlich seien die Kunden von Twitter auch künftig Werbeunternehmen, deren Bedürfnisse umsorgt werden müssten. Das Mastodon-Projekt wirft Twitter letztlich vor, ein offenes Protokoll entwerfen zu wollen, das genauso eng kontrolliert werde wie Google dies mit dem Open-Source-Projekt Android umsetze.

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