Open Source: Wer hat die Macht ohne Chefs und Verträge?

Wer hat das Sagen bei freien Projekten? Firefox und Signal, Bitcoin, Linux oder Tor haben eins gemeinsam: Sie basieren auf freien Communitys. Doch auch hier gibt es Machtstrukturen – und zwar sehr verschiedene.

Eine Analyse von Stefan Mey veröffentlicht am
Open-Source-Projekte haben keine traditionellen Machtstrukturen.
Open-Source-Projekte haben keine traditionellen Machtstrukturen. (Bild: Bild von Rico auf Pixabay)

In der Welt von Big Tech sind die Verhältnisse klar: Youtube und die Google-Suche gehören zum Alphabet-Konzern. Windows ist ein Microsoft-Produkt. Whatsapp, Instagram und Facebook sind Teil des Meta-Firmenkosmos. Die Unternehmen bestimmen, wer unter welchen Bedingungen die Programme, Betriebssysteme und Dienste nutzen darf. Die Angestellten der Firmen wirken auf Basis von Arbeitsverträgen mit. Im Zentrum des wirtschaftlichen Handelns steht Eigentum: an Domains, Marken, Quellcode und Inhalten.

Dieser Produktwelt steht eine Landschaft freier Digitalprojekte gegenüber. Inhalteportale wie Wikipedia oder Open Street Map zählen dazu, freie Programme wie Firefox oder Libreoffice oder freie Plattformen wie Signal oder Mastodon. Tausende größere und kleinere Projekte formen etwas, das man als digitale Gegenwelt bezeichnen könnte.

Gemeinsam haben all diese Projekte: Es entsteht kein Eigentum, sondern Gemeingüter unter freien Lizenzen. Regelwerke wie Creative Commons und Open-Source-Lizenzen mit oder ohne Copyleft sorgen dafür, dass die jeweiligen Güter frei genutzt und weiterentwickelt werden können. Was entsteht, gehört gleichermaßen allen und niemandem.

Wie funktioniert diese Welt, in der nicht Eigentum im Mittelpunkt steht? Wie entstehen jenseits klassischer Unternehmenslogiken digitale Güter, die etwas ganz Neues schaffen oder auf hohem Niveau mit den Produkten der IT-Konzerne konkurrieren? So verschieden die Projekte sind, es lassen sich typische Konstellationen beobachten. Es gibt eine gemeinsame Anatomie der digitalen Gegenwelt.

Die Macht der Community

Egal, ob bei Wikipedia, Open Street Map oder Tor: Die eigentliche Arbeit leistet eine ehrenamtliche Community. Bei Wikipedia ist es das Schreiben von Artikeln, bei Open Street Map das Kuratieren von Geodaten, bei Tor das Zurverfügungstellen von Verschleierungsstationen.

Die Community ist die wichtigste Säule der digitalen Gegenwelt: eine Gruppe von Menschen, lose zusammengehalten durch gemeinsame Interessen und Werte. Die einen treibt der Spaß an Technologie an. Sie lieben es, Software zu schreiben, Quellcode zu analysieren und – wenn nötig – zu hacken. Andere haben vor allem gesellschaftspolitische Motive. Sie glauben, dass Informationen frei zugänglich, Technologie Privatsphäre respektieren und digitale Macht verteilt statt zentralisiert sein sollte.

Einige dieser digitalen Kollektive sind winzig, andere hingegen kleine Massenbewegungen: Die Wikipedia-Community setzt sich aus mehr als 300 Sprachgemeinschaften zusammen, in denen ihrerseits teilweise Tausende Aktive mitwirken. In 21 deutschen Städten gibt es Stammtische des Kartenprojekts Open Street Map und das WLAN-für-alle-Netzwerk Freifunk ist ein Zusammenschluss von 400 lokalen Initiativen im deutschsprachigen Raum.

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Schreibrecht und andere Mechanismen 
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Vogel22 25. Feb 2024 / Themenstart

Das bezieht sich wahrscheinlich auf die kürzliche Debatte um das Gehalt der CEO von...

Proudschau 22. Feb 2024 / Themenstart

Der Artikel verwendet den Eigentumsbegriff eher seltsam, insbesondere indem er ihn in...

dummzeuch 22. Feb 2024 / Themenstart

Unsinn. Wer zum Dikator eines Open Source Projektes aufsteigen will, forkt es einfach...

spambox 22. Feb 2024 / Themenstart

Das ist doch der Grundgedanke der Demokratie. Müssen wir das ernsthaft noch hinterfragen? #sb

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