Abo
  • Services:

Open-Source-Unternehmen: Startups sterben, Nextcloud startet neu

Um das Owncloud-Unternehmen sei es 2016 so schlecht bestellt gewesen, dass es wie viele andere Startups auch hätte sterben können, sagt Projektgründer Frank Karlitschek auf der Fosdem. Dank freier Software und der Community habe die Abspaltung Nextcloud jedoch noch mal von vorn anfangen können.

Artikel von veröffentlicht am
Owncloud- und Nextcloud-Gründer Frank Karlitschek
Owncloud- und Nextcloud-Gründer Frank Karlitschek (Bild: Christine und Hagen Graf/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Ein Konstruktionsfehler und Interessenskonflikte hätten die Kollaborationsplattform Owncloud fast zum Scheitern gebracht. Unternehmensgründer Frank Karlitschek hat auf der Konferenz Fosdem vor mehreren Hundert Open-Source-Enthusiasten erklärt, warum er sein eigenes Projekt und Unternehmen geforkt hat - und wie der Fork Nextcloud das Projekt retten konnte.

Inhalt:
  1. Open-Source-Unternehmen: Startups sterben, Nextcloud startet neu
  2. Echtes Open-Source-Geschäft

Bereits bei der Ankündigung der Nextcloud-Abspaltung vor fast zwei Jahren wurden "strukturelle Probleme" und einige "wirtschaftliche Entscheidungen" des Owncloud-Unternehmens als Gründe für die Trennung angegeben. Was Karlitschek in seinem Vortrag dazu ausführte, erinnerte an das übliche Startup aus dem Silicon Valley. Das Unternehmen wurde in den USA mit Risikokapital gegründet und laut Karlitschek auf "Wachstum und einen Exit" optimiert.

Allein schon aus diesem Aufbau seien Spannungen zwischen Unternehmen und Community entstanden. Unternehmensführung und Community hätten schlicht nicht dieselbe Sprache gesprochen. Beide Seiten hätten zudem unterschiedliche Interessen verfolgt, was die Spannungen weiter erhöht habe. Wegbegleiter aus der KDE-Community hätten sich schon damals skeptisch zu dem Modell geäußert, sagte Karlitschek. Er habe das Problem damals nicht gesehen, müsse sich aber heute eingestehen, dass die Freunde recht gehabt hätten.

Unternehmen gegen Community

So habe die Community etwa versucht, die Software, also das Produkt des Unternehmens, mit vielen verschiedenen Ideen zu erweitern. Es seien Funktionen umgesetzt worden, die nicht zum Label "Enterprise File Sync and Share" passten - das laut Karlitschek die Wirtschaftsberatung Gartner geprägt hat -, etwa ein Kalender und eine Notizverwaltung.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Berlin
  2. OKI EUROPE LIMITED, Branch Office Düsseldorf, Düsseldorf

Vergrößert worden sei die Kluft zwischen den Interessen der Community und denen des Unternehmens durch das Open-Core-Geschäftsmodell von Owncloud. So habe das Unternehmen einige proprietäre Enterprise-Erweiterungen erstellt, um diese zu verkaufen. Die Community versuchte aber damals schon, diese als freie Software selbst umzusetzen, was dem Geschäftsmodell des Hauptsponsors schadete und dementsprechend nicht gern gesehen war. Diese und weitere Probleme führten dazu, dass sich zu dem Projekt Beitragende stetig aus der Community entfernten.

Hinzu kamen offenbar persönliche Differenzen, auf die Karlitschek jedoch nicht näher einging. Er bezog auch auf Nachfrage keine Stellung zum Verhältnis zu seinen ehemaligen Partnern bei Owncloud. Darüber hinaus habe das damalige Management das Konzept der Entwicklung freier Software mit einer Community auch nicht richtig verstanden, sagt Karlitschek im Rückblick.

Wenig Kunden in den USA

Das Unternehmen mit Sitz in den USA hatte zudem das Problem, dass es in den USA selbst nur wenige Kunden gewinnen konnte. Der Wunsch, eigene Daten selbst zu sichern und zu schützen, sei in Europa stärker als in den USA, so dass das Unternehmen dort, wo der Kapitalgeber sitzt, nur schwer wachsen konnte. Das habe letztlich auch zu finanziellen Problemen geführt, sagte Karlitschek.

Auch wenn er versucht habe, die genannten Probleme zu beheben, habe er Owncloud nicht in die "richtige Richtung" steuern können. Andere Startups wären an diesem Punkt am Ende gewesen. Nextcloud aber habe dank des freien Codes von vorn anfangen können, um die Fehler zu beheben. Gleichzeitig existiert das Owncloud-Unternehmen und -Projekt dank neuer Investoren weiter.

Echtes Open-Source-Geschäft 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote

daghaedd 10. Feb 2018

Ich habe die Amazon Cloud. So einen viereckigen Kasten für die Datensicherung will ich...

ZappaF. 10. Feb 2018

Danke... mir ging es ja ebenso... Und wenn sie online auch auf ihre Kontakte/Calender...

robinx999 06. Feb 2018

Wäre in dem Fall eher ein Feature Request und die gibt es sogar schon https://github.com...

Ford Prefect 06. Feb 2018

Guter Punkt, dass es von Außen schwer ist, die Aussagen zu belegen oder zu widerlegen...

madawi92 06. Feb 2018

Das Geschäftsmodell meines Arbeitgebers ist es, Open Source Anwendungen an die Wünsche...


Folgen Sie uns
       


Die ersten 15 Minuten von Red Dead Online - Gameplay

Der Einstieg in Red Dead Online fühlt sich an wie ein Abstieg, zumindest für die, die in der Solokampagne von Red Dead Redemption 2 bereits weit gespielt haben.

Die ersten 15 Minuten von Red Dead Online - Gameplay Video aufrufen
Smartphone-Kaufberatung: Viel Smartphone für wenig Geld
Smartphone-Kaufberatung
Viel Smartphone für wenig Geld

Auch zum diesjährigen Weihnachtsfest verschenken sicher viele Menschen Smartphones - oder wünschen sich selbst eins. Der Markt ist so groß wie unüberschaubar. Wir haben 2018 viele getestet und geben Empfehlungen für Geräte unter 300 Euro.
Von Tobias Költzsch

  1. Vivo Nex Dual Screen Vivo stellt Smartphone mit zwei Displays vor
  2. Smartphone-Kaufberatung Mehr Smartphone für mehr Geld
  3. CDU-Generalsekretärin Alle Behördengänge sollen am Smartphone erfolgen können

Bootcamps: Programmierer in drei Monaten
Bootcamps
Programmierer in drei Monaten

Um Programmierer zu werden, reichen ein paar Monate Intensiv-Training, sagen die Anbieter von IT-Bootcamps. Die Bewerber müssen nur eines sein: extrem motiviert.
Von Juliane Gringer

  1. Nordkorea Kaum Fehler in der Matrix
  2. Security Forscher können Autoren von Programmiercode identifizieren
  3. Stack Overflow Viele Entwickler wohnen in Bayern und sind männlich

Key-Reseller: Das umstrittene Geschäft mit den günstigen Gaming-Keys
Key-Reseller
Das umstrittene Geschäft mit den günstigen Gaming-Keys

Computerspiele zum Superpreis - ist das legal? Die Geschäftspraktiken von Key-Resellern wie G2A, Gamesrocket und Kinguin waren jahrelang umstritten, mittlerweile scheint die Zeit der Skandale vorbei zu sein. Doch Entwickler und Publisher sind weiterhin kritisch.
Von Benedikt Plass-Fleßenkämper und Sönke Siemens


      •  /