Open-Source-Strategie: Mit diesem Plan will Berlin weg von Windows und Office

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Schon Ende 2025 hat der Berliner Senat seine Absicht geäußert, künftig eine Strategie für Open-Source-Nutzung in den Behörden der deutschen Hauptstadt zu entwickeln. Der Plan (PDF)(öffnet im neuen Fenster) kann seit ein paar Tagen öffentlich eingesehen werden. Ziel ist es, die Berliner Verwaltung in Sachen quelloffener Software zu schulen und so von vorwiegend US-amerikanischen Unternehmen, Stichwort: Microsoft Windows und Office, loszukommen.
"Diese Strategie ist nicht nur eine Antwort auf die Herausforderungen, die sich aus der Abhängigkeit von geschlossenen Softwaresystemen und deren Lösungsanbietern ergeben, sondern auch ein Bekenntnis zu Transparenz, Zusammenarbeit und Effizienz" , schreibt Martina Klement, Staatssekretärin für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung.
Dafür müssen viele Menschen in der Verwaltung geschult werden. Zwar nimmt der Bekanntheitsgrad des generellen Open-Source-Konzepts innerhalb der Belegschaft zu, auch weil einige Open-Source-Programme wie Libre Office stellenweise auf Führungsebene genutzt werden. Allerdings liegt die Verbreitung von quelloffenen Programmen wohl weiterhin mit Abstand hinter dem Einsatz proprietärer Software. Auf den meisten Computern wird etwa Microsoft Office für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und E-Mail-Verkehr verwendet. Das kostet monatlich viel Geld und macht Behörden von den Entscheidungen eines Konzerns abhängig.
In der Praxis äußert sich das auch beim genutzten Betriebssystem. Berlin verwendet größtenteils Windows und bekam bei der Umstellung auf Windows 11 bereits zeitliche Probleme(öffnet im neuen Fenster) . Teilweise mussten sogar erweiterte Sicherheitsupdates eingekauft werden, um den Support für Windows 10 zu gewährleisten.
Schulungen schon an der Uni
Ein erster Schritt ist es deshalb, Angestellte in Sachen Open Source zu schulen. Laut dem Planungsdokument sind bereits Sprechstunden eingerichtet, zu denen sich Mitarbeiter zum Thema Open Source informieren können. Es sollen zudem Workshops und Hackathons abgehalten werden, mit denen sich eine Open-Source-Community innerhalb der Verwaltung fördern lässt. Ein zentrales Portal soll zu einem Informationshub werden, auf das Angestellte zugreifen und sich jederzeit informieren können.
Das Wissen für Open-Source-Inhalte soll bereits in Universitäten und Ausbildungsstätten vermittelt werden. Deshalb will die Verwaltung mit diversen Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten. Dabei sollen Prinzipien und Lizenzen quelloffener Projekte vermittelt werden. Mittels Mentorenprogramm sollen Kompetenzen von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Ziel ist es auch, aktiv an Open-Source-Projekten mitzuarbeiten und eigene Beiträge für diese zu veröffentlichen. Diese Beiträge sollen nach dem internationalen Standard ISO 5230 erstellt werden und allen notwendigen Sicherheitskriterien standhalten.