Open Source statt proprietär: Google will freie Alternativen zu Dolby-Formaten

Für die Umsetzung bei Youtube arbeitet Google wohl an Open-Source-Alternativen zu Dolby Vision und Dolby Atmos. Ein Konsortium könnte folgen.

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Google arbeitet offenbar an freien Alternativen zu Dolby-Formaten.
Google arbeitet offenbar an freien Alternativen zu Dolby-Formaten. (Bild: Reuters)

Nach seinen langjährigen Erfahrungen mit Open-Source-Audio- und -Videocodecs arbeitet Google offenbar auch an der Umsetzung freier Alternativen zu Formaten von Dolby wie Dolby Audio oder Dolby Atmos. Das berichtet das Magazin Protocol unter Berufung auf eine interne Präsentation, die das Team einsehen konnte. Umgesetzt werden sollen demnach im Rahmen des sogenannten Project Caviar HDR-Formate sowie ein Format für 3D-Audio.

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Vorgestellt hat Google die Idee dem Bericht zufolge bereits zu Beginn dieses Jahres auf einer Veranstaltung mit verschiedenen Hardwareherstellern. Ziel sei es dabei explizit, ein größeres Ökosystem aufzubauen, das die neuen Formate unterstützt. Genutzt werden sollen diese bei Google primär für den eigenen Streamingdienst Youtube. Nach den Erfahrungen mit dem Videocodec AV1, der inzwischen von einem breiten Industriekonsortium unterstützt und eingesetzt wird, erscheint es aber möglich, dass die Formate künftig auch von anderen Streaminganbietern eingesetzt werden können.

Bei den Formaten, die Google wohl ersetzen möchte, handelt es sich wahrscheinlich um das Surround-Sound-System Dolby Atmos und das HDR-Format Dolby Vision, das durchgehende HDR-Techniken von der Produktion über die Ausstrahlung bis zum Abspielgerät festlegt. Die Formate sind proprietäre Entwicklungen von Dolby, das über die Lizenzierung der Technik Geld verdient. Googles Youtube unterstützt die Formate bisher auch wegen damit verbundener Kosten nicht, ähnlich wie schon mit H.265 alias HEVC, das bei Youtube ebenso nicht verfügbar ist.

Ökosystem-Initiative gegen Dolby

Innerhalb des für den Videocodec AV1 zuständigen Konsortiums Aomedia entsteht derzeit bereits ein Containerformat für immersive Audio-Inhalte. Der technische Entwurf stammt von Google und Samsung. Als Codec sind hier demnach Opus oder AAC vorgesehen. Darüber hinaus weigert sich auch Samsung, Dolby Vision auf seinen Smart-TVs zu unterstützen, und hat als Alternative dazu das HDR-Format HDR10+ umgesetzt, das frei zur Verfügung steht. Kosten verursacht hier lediglich ein Zertifizierungsprogramm.

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HDR10+ wird bisher unter anderem von Amazon und Netflix unterstützt sowie zusätzlich zu Samsung und LG auch von weiteren Smart-TV-Hertellern. Vor allem auf Seiten der Filmproduzenten dürfte Dolby Vision aber deutlich weiter verbreitet sein. Ein Konsortium, das ähnlich aufgestellt ist wie die Aomedia, könnte die neuen Formate deutlich besser als bisher in der Industrie verankern.

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