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Open-Source-Samen: Saatgut ist fast wie Software

In den USA gibt es Bewegungen, die sich für die freie Weitergabe von Pflanzensamen einsetzen. Sie sehen sich auch in der ideellen Tradition von Open-Source-Software.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Full-Pint-Gerste der OSSI
Die Full-Pint-Gerste der OSSI (Bild: OSSI)

Freie Lizenzen für Saatgut sollen dabei helfen, die immer weiter fortschreitende Patentierung durch Konzerne zu verhindern. Das US-amerikanische "Journal für Literatur und Diskussionen" Virginia Quarterly Review (VQR) stellt in seiner Onlineausgabe Züchter vor, die Vordenker und Aktivisten dieser Idee sind, und zeigt Parallelen zur Softwareentwicklung auf.

Konzepte übernehmen

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So berichtet etwa Tom Michaels, Pflanzengenetiker an der University of Minnesota, dass das Keimgewebe verschiedener Pflanzen früher häufig einfach zwischen Forschern und Züchtern verschickt worden sei. Doch "diese Tradition des offenen Tausches" sei Ende der 90er Jahre immer häufiger durch juristische Dokumente und die Forderung von Lizenzzahlungen eingeschränkt worden.

Diese Entwicklung wollte Michaels durchbrechen, wusste zuerst allerdings nicht, wie dies gelingen könnte. Durch seinen Sohn lernte Michaels schließlich die Konzepte freier Software kennen und fragte sich: "Was ist, wenn wir das Gleiche mit unseren Samen machen würden?". In Zusammenarbeit mit seinen Kollegen entwickelte Michaels eine Lizenz für Saatgut, die dessen Patentierung verhinderte.

Die Zeit drängt

Viele Personen erreichten Michaels und seine Mitstreiter vor etwa 15 Jahren mit ihren Ideen aber nicht. Zu dieser Zeit habe es auch nur sehr wenige Patente auf Gemüsesorten gegeben, anders als bei Mais oder Soja, erklärt Michaels. Mittlerweile erscheine die Lage für die Verfechter von freiem Saatgut jedoch viel bedrohlicher.

So seien "seit 2000 mehr als einhundert Patente allein auf Salat erteilt worden, weitere 164 stehen noch aus". Einige der Wissenschaftler vereinigten sich in der Open Source Seed Initiative (OSSI), mussten allerdings schnell feststellen, dass das Urheberrecht nicht wie bei Software auf Gemüse anwendbar ist. Die Lizenzen müssten vielmehr nach dem Vertragsrecht bei Kauf und Verkauf verankert werden, was einen sehr großen juristischen Aufwand bedeute.

Ein politischer Akt

Die OSSI hat sich letztlich dazu entschlossen, die Samen mit einer sehr kurzen Aufforderung an die Käufer zu versehen, die zwar den Prinzipien des Copylefts genügt, "vor Gericht aber wohl kaum standhält". Seit Mitte April dieses Jahres stehen 29 verschiedene Saaten von der OSSI zum Kauf bereit.

Das verhindere die Patentierung von Saatgut zwar nicht effektiv, helfe aber auf einer politischen Ebene und schaffe Aufmerksamkeit für die Probleme. Die OSSI bilde damit eine der Kernzellen in der Bewegung, eine wesentlich größere sei der Seed Savers Exchange, dessen Mitgliederzahlen in den vergangenen zwei Jahren um 33 Prozent gestiegen sei. Ziel dieser und weiterer Organisationen sei es, unter Bauern in den USA ein ähnliches Bewusstsein für Saatgut zu schaffen, wie dies in Kanada oder der Europäischen Union bereits existiere.



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Yes!Yes!Yes! 27. Mai 2014

Ausgelaufener Patent-Schutz ist irgendwie nicht dasselbe wie "Open Source". Ich mag...

_moep_ 27. Mai 2014

eine der besten Reden die ich dazu gehört habe, war diese: http://www.piratenfraktion-nrw...

_moep_ 27. Mai 2014

Es fehlt noch, dass der gentechnisch veränderte Mais aus den USA mit dem natürlichem (Ur...

Schnarchnase 26. Mai 2014

Hier besser, da besser. Muss es immer besser sein? Es kommt doch immer auch...

Balion 26. Mai 2014

So langsam könnte man das Gefühl kriegen, dass die Bücher nicht vorhersagen was...


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