Abo
  • IT-Karriere:

Open Source: Redis ändert seine Lizenz nicht

Entgegen der aktuellen Berichterstattung ändert Redis Labs die Lizenz seiner Datenbanksoftware nicht um. Dies sei missverstanden worden. Die Änderungen beziehen sich demnach nur auf einige spezielle Module wie Redisearch, Redis Graph oder Re-Json.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin
Das Logo von Redis
Das Logo von Redis (Bild: Redis)

Der Redis-Entwickler Salvatore Sanfilippo hat etwas Klarheit in die Kontroverse um die angebliche Relizenzierung von Redis gebracht. Zugleich befeuert der Streit die Diskussion um Lizenzen und die GPL. Die Kontroverse entspann sich nach einer Lizenzänderung von Redis Labs. Die wurde so verstanden, dass Redis neben der Apache-2.0-Lizenz nun auch unter die Common Clause fällt. In dieser Zusatzklausel steht, dass die Software nicht weiterverkauft oder gegen einen geldwerten Vorteil weitergegeben werden darf.

Stellenmarkt
  1. DCC Duisburg CityCom GmbH, Duisburg
  2. Advantest, Böblingen

Redis Labs begründet den Schritt damit, dass sich zum Monopol neigende Cloudprovider die Software ohne Gegenleistung nehmen und sie in eine proprietäre Dienstleistung verwandeln, um damit Millionen zu verdienen. Zugleich geben die Provider nichts an die Open-Source-Community zurück und beschädigen diese eher. Der Redis-Labs-Artikel verlinkt dabei auf einen Geekwire-Artikel, der vor allem Google, Amazon und Microsoft als Beispiele für Open-Source-Profiteure nennt.

Redis-Entwickler Salvatore Sanfilippo ruderte gestern in einem eigenen Blogpost aber zurück: Der Redis-Labs-Post sei missverstanden worden, die Lizenzänderung beziehe sich lediglich auf einige Redis-Module (meist Enterprise-Addons) von Redis Lab, darunter Redisearch, Redis Graph, Re-Json, Redis-ML und Rebloom.

Opfer des Erfolgs

Tatsächlich weist der Redis-Streit gleich auf mehrere tiefergehende Probleme im Open-Source-Bereich hin. Denn auch die Open-Source-Entwicklung findet nicht in einem kapitalismusfreien Raum statt und wirft Fragen auf: Können Open-Source- und Free-Software-Entwickler heute und künftig von ihrer Arbeit leben? Sollten sich die großen Cloudanbieter, auch wenn sie mittlerweile viel Software an die Community zurückgeben, stärker an der Finanzierung von Entwicklern kleinerer Projekte beteiligen? Profitieren kleinere Projekte tatsächlich vom Einsatz liberaler Lizenzen wie der MIT- oder Apache-2-Lizenz oder sollten sie nicht besser Copyleft-Lizenzen wie die GPL oder ähnliche nutzen?

Im Fall von Redisearch genügte den Entwicklern am Ende offenbar selbst die AGPL nicht: Das Modul steht künftig unter der Apache-2-Lizenz mit Common Clause. Es darf also eingesetzt werden, solange die Unternehmen nicht direkt von der zugehörigen Software profitieren. Sie dürfen Redisearch beispielsweise in der eigenen Infrastruktur einsetzen, auf deren Basis sie dann die eigentliche, zu verkaufende Software herstellen. Im Rahmen eines kommerziell angebotenen Clouddienstes dürfen sie Redisearch allerdings nicht mehr verwenden.

Finanzierungsfragen

Ein mögliches Modell, um das Open-Source-Finanzierungsproblem anzugehen, liefert der Security-Bereich. Hier sammelt die Core Infrastructure Initiative der Linux Foundation das Geld verschiedener großer Unternehmen ein und verteilt es an die Entwickler in wichtigen Krypto-Basisprojekten.

Allerdings haben hier die Unternehmen eingesehen, dass sie alle von einer besseren Codequalität profitieren und steuern die Entwicklung der Software unter Umständen auch mit. In anderen Bereichen dürfte dieses Modell schwieriger umzusetzen sein. Die Diskussion wird daher wohl noch eine Weile anhalten.



Anzeige
Hardware-Angebote

Folgen Sie uns
       


Linux für Gaming installieren - Tutorial

Die Linux-Distribution Manjaro eignet sich gut für Spiele - wir erklären im Video wie man sie installiert.

Linux für Gaming installieren - Tutorial Video aufrufen
Elektromobilität: Die Rohstoffe reichen, aber ...
Elektromobilität
Die Rohstoffe reichen, aber ...

Brennstoffzellenautos und Elektroautos sollen künftig die Autos mit Verbrennungsantrieb ersetzen und so den Straßenverkehr umweltfreundlicher machen. Dafür sind andere Rohstoffe nötig. Kritiker mahnen, dass es nicht genug davon gebe. Die Verfügbarkeit ist aber nur ein Aspekt.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Himo C16 Xiaomi bringt E-Mofa mit zwei Sitzplätzen für rund 330 Euro
  2. ADAC-Test Hohe Zusatzkosten bei teuren Wallboxen möglich
  3. Elektroroller E-Scooter sollen in Berlin nicht mehr auf Gehwegen parken

Schienenverkehr: Die Bahn hat wieder eine Vision
Schienenverkehr
Die Bahn hat wieder eine Vision

Alle halbe Stunde von einer Stadt in die andere, keine langen Umsteigezeiten zur Regionalbahn mehr: Das verspricht der Deutschlandtakt der Deutschen Bahn. Zu schön, um wahr zu werden?
Eine Analyse von Caspar Schwietering

  1. DB Navigator Deutsche Bahn lädt iOS-Nutzer in Betaphase ein
  2. One Fiber EWE will Bahn mit bundesweitem Glasfasernetz ausstatten
  3. VVS S-Bahn-Netz der Region Stuttgart bietet vollständig WLAN

Zephyrus G GA502 im Test: Das Gaming-Notebook, das auch zum Arbeiten taugt
Zephyrus G GA502 im Test
Das Gaming-Notebook, das auch zum Arbeiten taugt

Mit AMDs Ryzen 7 und Nvidia-GPU ist das Zephyrus G GA502 ein klares Gaming-Gerät. Überraschenderweise eignet es sich aber auch als mobiles Office-Notebook. Das liegt an der beeindruckenden Akkulaufzeit.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Vivobook (X403) Asus packt 72-Wh-Akku in günstigen 14-Zöller
  2. ROG Swift PG35VQ Asus' 35-Zoll-Display nutzt 200 Hz, HDR und G-Sync
  3. ROG Gaming Phone II Asus plant neue Version seines Gaming-Smartphones

    •  /